Lexikon -
Erklärung medizinischer Begriffe

Ausführlichere Darstellungen zu den nicht Borreliose-spezifischen Begriffen findet man in: Norbert Boss "Roche Lexikon Medizin" , Hoffmann-La Roche AG, auch als CD ROM erhältlich (Preis EUR 29.95). Der hier dargestellte Inhalt lehnt sich an Im Text werden Erklärungen aus der Abstract-Sammlung (1, 2, 3) und Literaturzitate (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10) herangezogen, die Sie mit auf Ihre Festplatte kopieren sollten, wenn Sie diese medizinischen Erklärungen kopieren.

Ich habe der deutschen Schreibweise (im wesentlichen k und z statt c) der Vorzug gegeben. Wenn ein Wort in dieser Schreibweise nicht zu finden ist, versuchen Sie es mit der lateinischen Schreibweise (also mit c).


Aberration = fehlerhafte Veränderung.

Akrodermatitis chronica atrophicans = krankhafte Entzündung der Haut mit Ödem und Erythem. Nachfolgend Hautatrophie (d.h. Schwund des Fettgewebes unter der Haut), zigarettenpapierartige Erscheinung mit durchscheinenden Venen, Anetodermie, gelenknahe, verkalkende Knoten.

akron (griechisch) = äußerstes (Körper-)Ende. Hier: die Körperenden.

Alge (griechisch) = Schmerz.

Allicin = (diallyl thiosulfinate, genauer: thio-2-propene-1-sulfinic acid S-allyl ester) ist die zentrale biologisch aktive Komponente des frisch gepreßten Knoblauch-Extrakts.

Amoxicillin = pharmakologisch verwandt dem Ampicillin, wird aber schneller und stäker vom Magen-Darm-Trakt absorbiert.

Ampicillin = Aminopenicillin.

Anästhesie = Reizunempfindlichkeit.

Analgetika = schmerzlindernde Mittel.

Aneurysma. Intrakraniales A. bei Borreliose

Angina = Erkrankung mit Gefühl der Beengungung.

Anorexia nervosa = Appetitlosigkeit, Magersucht, charakterisiert durch extremen Gewichtsverlust, Köperschemastörungen und übermäße Furcht vor Gewichtszunahme.

anti- (griechisch) entgegengesetzt. Wird im Wort "Antikörper" im Sinn von "stereochemisch (zum Antigen) passend" gebraucht ("passend" wie ein Schlüssel in ein Schloß).

Antibiotika, Wirkungsmechanismen
Alle bisher vorgeschlagenen Einteilungen antimikrobieller Wirkstoffe in Gruppen müssen Ausnahmen zulassen und enthalten dengleichen Wirkstoff in mehr als einer Klasse. Daher beruht die Klassifikation zur Zeit immer noch auf der chemischen Struktur und der beabsichtigten Wirkungsweise. Man unterscheidet

  1. Stoffe, welche die Synthese der Bakterienzellwand behindern. Diese schließen ein:
  2. Stoffe, welche die Durchlässigkeit der Zellmembran verändern und den Austritt von Bestandteilen des Zellinneren bewirken. Hierher gehören:
  3. Stoffe, welche die Wirkung der 30 S oder 50 S ribosomalen Stoffwechseleinheiten beeinträchtigen, was die Proteinsynthese reversibel behindert.
  4. Stoffe, die sich an die 30 S ribosomalen Einheiten binden und die Proteinsynthese verändern, was schließlich zum Zelltod führt:
  5. Stoffe, welche den Nukleinsäure-Stoffwechsel beeinträchtigen:
  6. Stoffwechselblocker, die spezielle Schritte im Stoffwechsel der Mikroorganismen unterbrechen:
  7. die an verschiedenen Stellen auf die Folat-Stoffwechselkette wirken.
  8. Nuklidsäure-Analoge, welche die zum DNA-Aufbau nötigen Enzyme der Viren behindern und damit die Virenfortpflanzung anhalten.

    Wahrscheinlich ergeben sich weitere Gruppen, sobald schwierigere Wirkmechanismen durchsichtig geworden sind. Zur Zeit ist der genaue Wirkungsablauf bei einigen Antibiotika noch unbekannt, z.B. bei Metronidazol (Flagyl) oder Atovaquon, das Medikament gegen Babesia, eine mögliche Begleitinfektion bei Borreliose (s. JJ Burrascanos "The New Lyme Disease").

Siehe auch

Antidepressiva = depressionshemmende Mittel.
Siehe auch die Wirkung von Antidepressiva auf das Zytokin-Spektrum:

Antigen = körperfremde (anti) Substanz, meist schon an ihrer Oberfläche als solche erkennbar. Antigen Capture Test.

Antigenwechsel = das veränderte antigene Verhalten von Bakterienstämmen (antigenic variation)

Antikörper = Proteine (Immunglobuline, Ig), die vom Immunsystem gegen Antigene ins Feld geführt werden, um sie aus dem System zu entfernen. Das Ig-Protein erkennt ein bestimmtes Epitop auf einem Antigen. Im Blut gibt es neben den A. (in freier Form) die Antikörper-Komplexe (Immunkomplexe).

"Bb gibt große Mengen von Proteinen ab, was nahelegt, daß spezifische Antikörper im Serum in Immunkomplexen gebunden sein könnten, was die Antikörper für Standardtests mit nicht-modifiziertem Serum unsichtbar macht. Produktion von Immunkomplexen erfordert eine andauernde (ongoing) Antigenproduktion, weshalb eine dauerhafte (persistent) Präsenz von Immunkomplexen ein Anzeichen für eine aktive oder andauernde (persistente) Infektion sein könnte." (Brunner, M, Sigal LH, Use of serum immune complexes in a new test that accurately confirms early Lyme disease and active infection with Borrelia burgdorferi, J Clin Microbiol. 2001 Sep;39(9):3213-21)
Komplexe sind chemische Verbindungen eines Stoffes A (des sog. "freien" Stoffs) mit einem anderen B, dem "Komplexbildner". B ist oft größer als der freie, ungebundene Stoff A selbst Komplexe AB haben andere Eigenschaften als ihre Bestandteile A oder B. Wenn man die gesamte Menge eines Stoffes bestimmt, sucht man nach dem freien Stoff A und allen seinen Komplexen B1, B2, ... Das kann das offensichtlich schwierig sein, weil man den einen oder anderen Komplexbildner nicht kennt oder einen Komplex nicht nachweisen kann.
Tom Grier beschreibt die Entwicklung der Antikörper-Konzentrationen nach einer B. burgdorferi-Infektion.

antimikrobielle Mittel (siehe die folgenden Bakterizide: Penicilline, Cephalosporine und andere beta-Lactam-Antibiotika)

Antiphlogistika = entzündungshemmende Mittel.

Aphasie = eine Form der Sprachstörung.

Aprosexia = Aufmerksamkeitsschwäche in der Folge eines Gehirnschadens, einer Psychose oder einfach von Erschöpfung.

Arachidonsäure = ungesättigte Fettsäure in tierischen Fetten, z.B. im Waltran.

Arrythmie = Rythmusstörung.

Arthralgie = Gelenkschmerz.

Arthritis = Gelenkentzündung.

arthron (griechisch) = Gelenk.

Asomnie = Schlaflosigkeit.

Asthma = starke Atemnot, die in Anfällen auftritt.

Atlas, Ronald M. "Principles of Microbiology", 2. ed., Wm. C. Brown (1997).

Atovaquon wird in Kombination mit Azithromycin verwendet gegen eine bei der Lyme-Borreliose zuweilen bestehende Begleitinfektion mit Babesia (Medikation nach JJ Burrascano, East Hampton, N.Y. and KB Liegner, Armonk, N.Y., USA).

Atrophie = Gewebeschwund infolge unzureichender Nahrungszufuhr ins Gewebe. Damit wird der Stoffwechsel in Richtung des Stoffabbaus verschoben.

Augmentin = orales Antibiotikum. Eine Tablette (625 mg) enthält 500 mg Amoxicillin und 125 mg Clavulansäure.

Autoantigen = körpereigene Zell(struktur), die vom Immunsystem fälschlicherweise als "fremd" angesehen wird.

Autoimmunreaktion = Immunabwehr gegen körpereigene Bestandteile. Siehe auch

bakteriologische Heilung = Heilung im Sinne der Beseitigung der Bakterien.

bakteriostatisch = die Bakterienvermehrung durch Behinderung der Proteinsynthese reversibel hemmend.

bakterizid = den Bakterienzelltod herbeiführend. Manche Organismen reagieren auf potentiell bakterizide Antibiotika (z.B. beta-Lactam-Antibiotika, die die Bakterien-Zellwand stören) mit Reparaturmechanismen und Wachstumsstop und überleben damit im Zustand der Bakteriostase (Rosin in Forth et al., S. 626).

Benzathin-Penicillin G bzw. V = kristalline Verbindung, die Penicillin G bzw. V und 1 Mol Dibenzyläthylendiamin enthät, wegen ihrer geringen Löslichkeit noch 3-4 Wochen nach i.m. Injektion wirksam (Depotpräparat).

Zellwandantibiotika (auch beta-Lactam-Antibiotika genannt) = potentiell bakterizide Antibiotika, welche versuchen, die Bakterienzelle abzutöten, indem sie sich an die Penicillin bindenden Proteine der Zellwand anheften und damit die Zellwände zerstören oder verändern (siehe auch: Mechanismen der Resistenz). Als Zellwand wird beim gram-negativen Bakterium das Sandwich Zytoplasma-Membran - periplasmatischer Raum - äußere Membran bezeichnet (siehe Zelle).

Zellwandantibiotika haben ein Molekügewicht zwischen 300 und 500 und behindern den Bakterienzellwand-Aufbau mit ihrem sog. beta-Lactam-Ring. Man charakterisiert sie daher auch als potentiell bakterizid.

Auf Grund der anderen Molekülkomponenten werden 4 Wirkstoffklassen und die Klasse der beta-Lactamase-Hemmer unterschieden:

  1. Penicilline (G und V),
  2. Cephalosporine,
  3. andere beta-Lactam-Antibiotika
    • Monobactame (haben nur den mit organischer Gruppe verbundenen beta-Lactam-Ring, d.h. er ist nicht verbunden mit einem weiteren Ring wie bei den anderen beta-Lactam-A., daher die Vorsilbe "mono"),
    • Carbapeneme (z.B. Imipenem, auf dem Markt in Kombination mit Cilastatin, einem Mittel, das den Abbau von Imipenem in der Niere behindert),
  4. beta-Lactamase-Hemmer.
Die Aktivität von beta-Lactam-Antibiotika wird bei den normalerweise eingesetzten Dosierungen nicht mehr wesentlich erhöht, wenn man ihre Dosierung steigert. Man vermutet, daß bei den üblichen Dosierungen soviele Antibiotika-Moleküe an der Bakterienzellwand vorliegen, daß alle "Schwachstellen" der Bakterien (deren sog. Penicillin bindenden Proteine und die beta-Lactamasen) erreicht werden.

Mehr...

  • Mattie H, Antibiotic efficacy in vivo predicted by in vitro activity, Internat J Antimicrobial Agents 14: 91-98, 2000.
  • Man sagt etwas nachlässig: "Die Wirkung des Antibiotikums ist Einwirkungszeit-abhängig." und meint damit: "Man verwendet das Antibiotikum in seinem Einwirkungszeit-abhängigen Konzentrationsgebiet C".
  • Aufbau von B. burgdorferi.

Eine Steigerung der Wirkung eines Zellwand-Antibiotikums erreicht man dagegen, indem man dessen Einwirkungszeit verlängert. Unser Körper entfernt es nach seiner Zufuhr wieder, weshalb seine Konzentration im Körper exponentiell mit der sog. Eliminationshalbwertszeit abnimmt. Ist das Antibiotikum zu Anfang noch ausreichend im Körper konzentriert, so ist das nach einger Zeit nicht mehr der Fall, wenn man nicht rechtzeitig eine neue Dosis des Antibiotikums zuführt. Man kann die Wirksamkeit der im Körper dadurch weiter aufrechterhalten, daß man die zeitlichen Abstände der Zufuhr nicht zu groß im Vergleich zu ihrer Eliminationshalbwertszeit wählt, und auf diese Weise ihre Konzentration immer im bakteriziden Bereich, d.h. ausreichend weit über der minimalen Hemmkonzentration MHK, hält (weitere Einzelheiten). Was "ausreichend" ist, entscheidet man auf Grund von Erfahrung. Siehe zur Dosierung auch Burrascano Empfehlungen.

Weil man Aminoglykoside (ebenfalls bakterizid) wegen ihrer toxischen Wirkung so schwach wie möglich dosiert, sind die im Körper vorliegenden Konzentrationen so gering, daß bei weitem nicht jedem Angriffspunkt auf dem Bakterium ein Antibiotikum-Molekül gegenübersteht. Erhöht man daher die Dosis und damit deren Konzentration im Körper, so verstärkt man die Wirkung. Man drückt das so aus: Die "Wirkungsweise des Antibiotikum ist dosisabhängig", was eine Abkürzung dafür ist, daß man das Antibiotikum in seinem "dosisabhängigen Konzentrationsbereich A" anwendet.

Die Aktivität kann auch vom speziellen Organismus und dem Ort der Infektion abhängen (Goodman & Gilman's , Kap. 43, "Pharmacokinetic Factors", page p 1160).

beta-Lactamase-Hemmer = (z.B. Clavulansäure und Sulbactam) verbinden sich mit beta-Lactamasen und inaktivieren sie dabei. Damit bewahren sie die beta-Lactam-Antibiotika vor Zerstörung durch die Zielbakterien. Sie sind bei den klinisch erreichbaren Konzentrationen unwirksam gegen die Typ I chromosomal-beta-Lactamasen, die von gram-negativen Bazillen (also auch Borrelien) abgesondert werden, wenn diese mit 2. und 3. Generation Cephalosporinen bekämpft werden (Goodman & Gilman's, Kapitel 45, "beta-Lactamase Inhibitors").

beta-Lactamasen (bL) = von Bakterien (z.B. Borrelien) erzeugte Enzyme, die bei der enzymatischen Inaktivierung des Penicillin (Penicillinasen) und der Cephalosporine (Cephalosporinasen) eine entscheidende Rolle spielen, indem sie deren beta-Lactamring hydrolytisch öffnen.
Es gibt

  • chromosomal (Typ I) und
  • plasmid-kodierte bL.

  • Extended Spectrum beta-Lactamasen = plasmid-kodierte Enzyme, die Resistenz gegen Oximinocephalosporine (Ceftazidime, Cefotaxime, Ceftriaxone, Cefpirome und Cefepime) verleihen.
Man versucht heute, diese mikrobiellen Enzyme durch spezifische Inhibitoren unwirksam (beta-lactamstabil) zu machen.

beta-Lactamase-Isoenzyme = die überwiegende Mehrzahl der Bakterien produziert nur eine Form der Lactam-Enzyme. Man unterteilt die verschiedenen beta-Lactamasen-Isoenzyme je nach ihrer bakteriellen Herkunft in die Typen I - V (Kojda, S. 771), wobei weitere Untergruppen existieren ("Richmond-Sykes-Typisierung"). Eine andere Klassifizierung ist die in TEM-, SHV-, CMY- und CTX- und ähnliche Typen (siehe auch Bush K, Jacoby GA, Medeiros AA, "A functional classification scheme for beta-lactamases and its correlation with molecular structure", Minireview, Antimicrob. Agents Chemother. 1995; 39:1211-1233).

  • Type III entspricht TEM-1, -2
  • Type IV entspricht K1
  • Type V entspricht OXA-2, PSE-2
Typ I beta-Lactamase = (während Behandlung mit z.B. G2 und G3 Cephalosporinen) induzierbare (anregbare), chromosomal kodierte beta-Lactamasen.

biliäre Ausscheidung = A. mit der Galle. Bei Ceftriaxon (Rocephin)

Eine Behandlung mit Rocephin wird wegen der Gefahr der durch Rocephin verursachten Mikrokristallit-Bildung (Verschlammung) in den Gallenwegen mit Ultraschall-Untersuchungen überwacht. Alle 2 - 4 Wochen wird mit Ultraschall untersucht, ob sich Verschlammung gebildet hat.

Biopsie = Untersuchung einer meist dem Menschen entnommenen Gewebeprobe.

Blebs (meist L- oder zellwandlose Formen genannt) = runde, kompakte Zysten (engl. cysts) aus Bb-Protein und mit Bb-DNA, die sich an der Oberfläche der Bb bilden. Siehe

Blutspiegel = die im Blut (Blutserum) vorhandene bzw. nachweisbare Konzentration.

Borrelia burgdorferi = eine Gattung der Familie Spirochaetacea (gramnegativ). Vor allem durch Zecken übertragene Erreger z.B. der Lyme-Krankheit.
Literatur:

andere Borrelien = B. berbera, B. carteri, B. caucasia, B. duttonii etc.: Erreger verschiedener Typen des Rückfallfiebers.

Bradykardie = zu langsame Herzfrequenz (weniger als 60 pro Minute). Tachykardie ist das Gegenteil.

Bronchiektase = dauerhafte Erweiterungen von Bronchialästen, angeboren oder durch Bronchitis zugezogen.

Bulimie = übermäßiges Eßbedürfnis, nach Nahrungsaufnahme selbst herbeigeführtes Erbrechen. Auch im Wechsel mit anorexia nervosa auftretend, begleitet von Menstruationsstörungen, Abführmitteln, akuter Magenerweiterung oder depressiven Verstimmungen nach dem Essen.

Candida = Hefepilze mit zahlreichen krankheitserzeugenden Arten. Candidiasis = Kandidamykose = Pilzerkrankung. Informationen zum Einfluß auf Borreliose und zur Vermeidung von A.J. Lumsdaine.

CAT = Computer Aided Tomography, computerunterstützte Schichtaufnahme.

Cd-57 (Natürliche) Killer-Zellen

"Ich empfinde den CD-57-Test als sehr wertvoll (Dank an Dr. Stricker!). Er spiegelt das Maß an Aktivität der Borreliose-Infektion wider.

Literatur (hinzugefügt durch J. Gruber):

  1. Stricker RB, Winger EE. Decreased CD57 lymphocyte subset in patients with chronic Lyme disease, Immunol Lett 2001 Feb 1;76(1):43-8,
  2. Stricker RB, Burrascano J, Winger E., Longterm decrease in the CD57 lymphocyte subset in a patient with chronic Lyme disease. Ann Agric Environ Med. 2002;9(1):111-3.

Er wird z.B. durchgeführt unter der Test-Order-Nummer 32 103 - 5 (Stricker NK Panel) in den

Immunodiagnostic Laboratories (IDL)
10930 Bigge Street
San Leandro, CA 94577, USA
tel: +1 510 635-4555
fax1: +1 510 635-5667
fax2: +1 510 635-5367
toll free: (800) 888-1113 (funktioniert nur innerhalb der USA)
email: postmaster@idl-labs.com oder Contact"
(Bemerkungen von J. J. Burrascano, 29. April 2003)

Cefuroxim = i.v. zu verabreichendes Cephalosporin der 3. Generation.

Cephalosporine = erstmals 1945 nachgewiesene, den Penicillinen chemisch verwandte Antibiotika, beide mit gleichem beta-Lactam-Ring ("beta-Lactam-Antibiotika"). Sie werden in Generationen eingeteilt (G1 - G4). C. der höheren Generationen sind

cerebrum (lateinisch) = Gehirn, Cortex cerebri = Hirnrinde.

Chemotaxis = Anziehung von beweglichen Stoffen zur Haftstelle. Die Anziehung wird durch eine chemische Reaktion herbeigeführt.

Chromatographie = Auftrennung eines Gemischs von chemischen Verbindungen: Das Gemisch wird durch ein geeignetes Trägermedium transportiert. Dabei werden die Verbindungen abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung verschieden vom Trägermedium zurückgehalten. In diesem "Wettlauf" durch das Trägermedium bilden sich also Gruppen. Jede Gruppe hat ihr eigenes chemisches Verhalten.

chromosomal kodiert = ihre Eigenschaften sind in Genen auf den Chromosomen (die Chromosomen sind wesentlicher Bestandteil des Zellkerns) festgelegt, im Gegensatz zu Eigenschaften, die auf extrachromosomalen Genen, z.B. den Plasmiden kodiert sind.

chronische Borreliose, eine Quelle bzgl. der Geschichte und des aktuellen Standes (Juni 2000) der Studie der United States National Institutes of Health (NIH) findet sich unter dieser Adresse: http://www.geocities.com/HotSprings/Oasis/6455/nih-study-links.html. Siehe auch das Suchergebnis zu chronic Lyme bei dem NIH

Clavulansäure = beta-Lactamase-Hemmer. Stärker als Sulbactam. Berichtet wurden Therapiebeeinträchtigungen durch bakterielle Reaktion, nämlich eine gegen die Clavulansäure gerichtete Überproduktion (Induktion, d.h. Anregung, S. 637 in Forth et al.) von beta-Lactamasen.

Clearance = Klärwert = die vom Pharmakon (Medikament, Antibiotikum) pro Minute gereinigte Plasmamenge.

"Die Bedeutung der verschiedenen renalen Mechanismen

  1. Filtration,
  2. Rückresorption
  3. aktive Sekretion und
für die Eliminationsrate eines Pharmakons , läßt sich mit Hilfe der Clearance veranschaulichen, die ein Maß für die Effektivität der Eliminationsvorgänge in der Niere darstellt (Definition).

Dieser Begriff läßt sich einfach ableiten: Beim Menschen werden in den Glomeruli durchschnittlich 130 ml Plasmawasser pro Minute pro 70 kg Körpergewicht mit dem darin gelösten Pharmakon abfiltriert. Das Wasser wird anschließend in den Tubuli fast quantitativ, d.h. ca. 129 ml pro Minute, rückresorbiert. Dies bedeutet, daß zunächst 129 ml Plasma/min vom Pharmakon befreit werden.

Die Clearance eines Pharmakons ist die vom Pharmakon pro Minute gereinigte Plasmamenge:

  1. Für Stoffe, die ausschließlich durch Filtration, ohne Beteiligung anderer Mechanismen, in der Niere ausgeschieden werden, ergibt sich demnach ein Wert von 129 ml/min.
  2. Wird ein Pharmakon in den Tubuli teilweise rückresorbiert, muß die Clearance unter 129 ml/min absinken.
  3. Kommt zur Filtration jedoch noch ein aktiver Sekretionsvorgang hinzu, kann sie über 129 ml/min ansteigen.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß es sich in diesem Falle nur um die sogenannte renale Clearance (= Clearance über die Niere) handelt.

Da Stoffe in der Regel nicht nur über die Niere, sondern auch über andere ("extrarenale") Wege ausgeschieden werden, stellt die renale Clearance nur eine Kenngröße für den Nierenanteil im Rahmen der sogenannten totalen oder Gesamtkörper-Clearance dar. Nur in jenen Fällen, in denen ein Pharmakon ausschließlich renal eliminiert wird, sind renale Clearance und totale Clearance identisch. Andernfalls ist die letztere die Summe der Einzel-Clearances (Gleichung (I-4), Goodman & Gilman's, Seite 19).

Für pharmakologische Zwecke wird die Clearance am zweckmäßigsten in Form der Plasma-Halbwertszeit (t1/2, Definition) des betreffenden Pharmakons umschrieben. Sie gibt den Zeitraum an, innerhalb dessen die Blutkonzentration auf die Hälfte des Initialwertes abgesunken ist und hängt auch von den extrarenalen Faktoren ab."

--- aus Liedtke RK, "Allgemeine Pharmakologie: Grundprinzipien der Therapie mit Arzneimitteln", newlife-online

Beispiel:
CL = Clearance aus dem Blut-Kompartment (ml pro Minute)

Zur Abbildung: Das dick gezeichnete Rechteck bezeichnet 1 Liter Blutvolumen (Verteilungsvolumen). Das dünn gezeichnete Volumen stellt das Blutvolumen dar, das pro Minute gereinigt wird. Die Vorstellung ist, daß in jeder Minute ein Volumen CL (ml) des Verteilungsvolumens V entfernt, daraus in der Niere ein angegebener Prozentsatz des Antibiotikums entfernt wird (und dann CL dem Blutvolumen wieder hinzufügt wird).

(verwendete Formelzeichen)

In Goodman & Gilman's Appendix II, the "plasma clearance" for cephalexin is reported as CL/F = 4.3 ml  min-1 kg-1, with 91% of the drug excreted unchanged in the urine. For a 70-kg man (F = 70 kg), the "total body clearance from plasma" CL = 300 ml/min, with renal clearance accounting for 91% of this elimination.

In other words, the kidney is able to excrete cephalexin at a rate such that approximately 273 ml of plasma would be freed of drug per minute.

Because clearance usually is assumed to remain constant in a stable patient, the total rate of elimination dm/dt of cephalexin will depend on the concentration of drug in the plasma as given in Gl. 2

Clostridium difficile = Bakteriengattung, die bei Antibiotika-Therapie andere Darmkeime zahlenmäßg übertreffen kann, dabei Gifte erzeugt und eine Darmschleimhautentzündung erzeugen kann.

Commotio cerebri = "Gehirnerschütterung", nicht mit neurologischen Symptomen verbunden.

Copaxone = Copolymer 1 (Cop 1, glatiramer acetate). Ein Mittel, welches das Fortschreiten und die Rückfallrate bei Multipler Sklerose verringert.
Zu seinen Wirkungsweisen gehört nach Aharoni R, Teitelbaum D, Arnon R, and Sela M, Copolymer 1 acts against the immunodominant epitope 82-100 of myelin basic protein by T cell receptor antagonism in addition to major histocompatibility complex blocking. Proc. Natl. Acad. Sci. USA. 1999 January 19; 96 (2): 634-639:

  1. Bindung an verschiedene Klasse-II Major Histocompatibility Complex-Moleküle und damit eine wenig Antigen-spezifische Verringerung der Immunantwort.
  2. Behinderung der T-Zellen-Antwort (einschl. der davon in Gang gesetzten Zytokine) auf das 82-100 Peptid des Myelin Basic Proteins (MBP, einem immunodominanten Autoantigen), über Konkurrenz zwischen MBP und Cop 1 um Bindung an einen Antigen-spezifischen T-Zellen-Rezeptor (TCR).
Cop 1 beeinträchtigt in vivo nicht Immunantworten auf andere Angriffe und führt nicht zu einer allgemeinen Immunschwäche, wie man es erwartet, wenn die Wirkung sich auf MHC-Molekül-Blockade beschränkt (vgl. Kortikosteroide). Das immunologisch ähnliche Reagieren (Kreuzreaktion) von Cop 1 und dem natürlichen Autoantigen MBP ist sowohl auf dem zell-vermittelten wie dem humoralen Zweig der Immunreaktion nachgewiesen worden.

siehe auch
Gran B; Tranquill LR; Chen M; Bielekova B; Zhou W; Dhib-Jalbut S; Martin R, Mechanisms of immunomodulation by glatiramer acetate, Neurology 2000 Dec 12;55(11):1704-14:

  1. Cop 1 behinderte stärker die Vermehrung von MBP-spezifischen T-Zell-Klones (TCC) als von fremden Antigen-spezifischen TCC.
  2. Bei einigen MBP-spezifischen TCC wurden die TH1-Typ-Zytokine vornehmlich (preferentiell) behindert.
  3. die Herbeiführung von Unwirksamkeit (Anergy), aber nicht direkter T-Zellen-Rezeptor-Antagonismus (Ausschaltung von TCR'en über Cop 1-Bindung), wurde beobachtet.

Verwendung von intravenösen Antibiotika und Copaxone bei MS/chronischer Neuroborreliose.

Cortex (lateinisch) = Rinde.

CPK = Creatinphosphokinase. Eine ATP-spezifische Kinase (Enzym): CK0 (Normwerte bei Männern < 80 U/L, Frauen < 70 U/L), katalysiert die -obligat magnesium- bzw. manganabhängig- Lohmann-Reaktion: 3 Isoenzyme - sie bestehen aus den Untereinheiten B (brain) und M (muscle):

  • BB-Typ = CK I: Gehirntyp,
  • MB-Typ = CK II = Herzmuskeltyp. Er ist diagnostisches Leitenzym für Herzmuskelinfarkt (Normwerte: < 10 U/L bzw. 6 % der CK, Anstieg nach 4 - 8 Stunden mit einem Maximum bei 12 - 18 Stunden nach Infarkt).
  • MM-Typ = CK III = Muskeltyp. Er ist diagnostisches Leitenzym für die infantile Form der progressiven Muskel-dys-trophie.
Cytochrom = Enzym, das die biologische Oxidation (Elektronentransfer) katalysiert.

defizient = mit einem Mangel an ... behaftet.

Demyelinisierung = Schädigung bis zur Zerstörung von Myelin im Nervensystem bei Entmarkungskrankheiten oder nach anfänglicher Schädigung von Nervenzellen z.B. durch Entzündung, Vergiftung oder Immunerkrankung.

de novo = zum ersten Mal.

Differentialdiagnose = Diagnose einer anderen aber ähnlich erscheinenden Krankheit. Einige DD'en bei Borreliose aufgezählt von

Suche auch in Medline nach differential diagnosis AND lyme

distal = weiter entfernt von der Körpermitte oder dem Zentralnervensystem.

DNA/RNA = Nukleinsäuren (A = Abkürzung für acid, Englisch für Säure), Träger der Erbinformationen.

Dura (Mater) = die äßere, straffe Hüllhaut des Zentralnervensystems (s.a. Meningen), bestehend aus kollagenem Bindegewebe u. einer niedrigen inneren, einschichtigen Epithelschicht; sie ist von der Arachnoidea durch das Cavum subdurale (Subduralraum) getrennt.

dys- = (griechisch) übel-, miß- oder fehl-.

Dysgeusia = Geschmacksfehlempfindung, meist im Zungen-Nerv, ein unangenehmer Geschmack im Mund.

Ehrlichiose = Human Granulocytic Ehrlichiosis (HGE) oder Human Monocytic Ehrlichiosis (HME). Siehe Zeckenübertragene Krankheiten.

ekzematoid = mit ekzemähnlichem Aussehen.

Ekzem = nicht klar abgegrenzte Hautveränderungen, z.B. Knötchen-, Bläschen- und Schuppenbildung mit Hautrötungen (Erythem).

Elektronentransfer = chemisch äquivalenter Ausdruck für Oxidation (Elektronenabzug) oder Reduktion (Elektronenzufuhr).

Elektrophorese = (griechische Wortstämme: elektron (d.h. hier elektrische Spannung) und pherein = tragen) Transport infolge einer angelegten elektrischen Spannung.

ELISA = enzyme- linked immuno sorbent assay, Enzym-Immunoassay, Bestimmung der Konzentration von Antigenen (AG) in Körperflüssigkeiten (siehe auch Kuby, Kapitel 6, S. 158). Der Prozeß der Sandwich-ELISA besteht aus 6 Schritten:

  1. Für das mit den Test gesuchte Antigen (AG1) spezifische Antikörpermoleküle (AK1, dem sog. Primer) werden an einen Feststoff gebunden (adsorbiert), z.B. an die Glaswand des Probengefäßes oder an Polymerkügelchen. (Der Primer AK1 wurde rekombinant-basiert oder aus Mäusen gewonnen, denen Antigene (AG1) eines speziellen Bb-Stamms -meist Typ B-31- eingeimpft wurden.)
  2. Die zu bestimmende Körperflüssigkeit mit ihren Antigenen (AG1) wird diesem Feststoff ausgesetzt. Dabei reißen die Antikörper (AK1) Antigene an sich und bilden AG1-AK1-Moleküle, deren dem Feststoff abgewandter Teil das AG1 ist. Nach einer Verweilzeit wird die Körperflüssigkeit wieder vom Feststoff getrennt.
  3. Die auf dem Feststoff verbleibenden AG1-AK1-Moleküle werden durch einen Verstärkungsprozeß sichtbar gemacht: Es werden weitere AK1 in einer Enzymlösung mit dem Feststoff in Kontakt gebracht. An jedes gebildete AG1-AK1-Molekül lagert sich nun ein weiteres AK1 zusammen mit dem Enzym an. Die Konzentration des Enzyms ist ein Maß für die Konzentration des AK1-AG1-AK1-Moleküls und damit auch für die Konzentration von AG1 in der Körperflüssigkeit.
  4. Die Konzentration des Enzyms wird photometrisch (als Lichtundurchlässigkeit) gemessen.
  5. Eichung des Prozesses: Man verwendet eine Eichkörperflüssigkeit, deren AG1-Konzentration man kennt. Auf diese Weise kann man dem Photometerwert eine Konzentionen von AG1 zuordnen.
  6. Man nimmt an, daß die Photometerwerte von nichts anderem abhängen als der Antigen-Konzentration, also z.B. auch nicht vom Bb-Stamm oder Bb-Typ (deren Antigentyp zur Unterscheidung mit AG bezeichnet werde). Damit kann man das Verfahren auf alle Patienten anwenden, gleichgültig wie das Antigenspektrum AG in ihnen aussieht.

Bei der indirekten ELISA bindet man umgekehrt

  1. das Antigen (im Gegensatz zum Antikörper bei der Sandwich-ELISA) an die Gefäßwand, zielt also auf den Nachweis des Antikörpers ab.
  2. Mit ihm verbindet sich der Antikörper aus der Körperflüssigkeit.
  3. Ein enzym-markierter sekundärer Antikörper wird hinzugegeben, der sich mit dem Antikörper aus der Körperflüssigkeit verbindet.
  4. Die Konzentration des Enzyms ist wieder ein Maß für die Konzentration des Antikörpers aus der Körperflüssigkeit.

Fehler der ELISA:

Weitere Information zur ELISA

endo (griechisch) = innerhalb.

Endokarditis = die Entzündung der Herzinnenhaut. Subakute Form: zu Anfang Anämie, zunehmende Herzschwäche, langer, schubweiser Verlauf (6 Wochen oder mehr). Akute Form: Zerstörungen auch an intakten Herzklappen, schwerer Verlauf, Fieber, Schüttelfröste, Herzschwäche, Bewußtseinstrübung, Gefahr der Embolie.

Endothelium = die einschichtige Deckschicht, Auskleidung der

  • Herzräume,
  • Blut-(einschl. der Kapillaren) und
  • Lymphgefäße.
Siehe auch

Endotoxine = Bestandteile der Zellwand von gram-negativen Bakterien, die bei dem Bakterienstoffwechsel und bei Auflösung des Bakteriums durch Antibiotika freigesetzt werden und eine heftige Immunreaktion hervorrufen.

Entzündung = ein lokaler akuter Prozeß, der z. B. über Erzeugung von Komplement-Produkten Gefäßwände durchgängiger macht (vasodilatation). und die kapillare Durchlässigkeit des Gewebes erhöht. Mit beiden Reaktionen wird der Leukozyten-Zustrom, wie der von phagozytischen Zellen, in das und deren chemische Bindung (Chemotaxis) in dem geschädigten Gewebe ermöglicht. Die Entzündung schädigt das Gewebe und ist damit häufig für die Krankheitsempfindung verantwortlich (siehe Wirt-Pathogen-Wechselwirkung).

  • Die Entzündung ist eine unspezifische Antwort des Immunsystems, d.h. eine die nicht vom Typ der Schädigung abhängt und ist damit
  • zu unterscheiden von der Erzeugung von Lymphozyten, die scharf (spezifisch) auf den Eindringling oder die Krebszelle zielt.
Näheres z.B. in Figure 15-10, Kapitel 15 (Leukocyte Migration and Inflammation) von J. Kuby.

Enzephalitis = Erkrankung des Zentralnervensystems, besonders des limbischen Systems. Limbische Enzephalitis mit Verhaltensstörungen wie Aggressivität, Angst, sexueller Enthemmung (vor allem mit einseitigen Lähmungen), Polyneuropathien, Depressionszustände mit Wahnvorstellungen.

Enzephalopathie = krankhafte Hirnstörung (siehe auch Darstellung im Essay von Dr. J.D. Bleiweiss).

Enzym = Proteine, Biokatalysatoren (führen eine chemische Reaktion herbei, ohne selbst verändert zu werden).

Epidemiologie = geographische Verteilung der Häufigkeit von Krankheiten, auch der Ursachen und Risikofaktoren, des Verlaufs und der sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen.

Epitop (griechisch epi = auf, topos = Ort) = Antigen-Determinante = der Ort auf einem Antigen, der vom Immunsystem erkannt wird and an dem sich ein bestimmter Antikörper oder ein T-Zellen-Rezeptor an das Antigen bindet (Kuby, Kapitel 1, S. 14)

Erhaltungsdosis = Dosis eines Medikaments, die notwendig ist, um eine Medikamentenkonzentration im Körper zeitlich konstant zu halten. Der Körper scheidet dabei diegleiche Menge aus, wie er aufnimmt.

Erp = Proteine auf der Oberfläche von B. burgdorferi. Sie binden sich an einen Inhibtor im Wirt (von Bb befallenen Lebewesen). Ein Inhibitor ist ein Botenstoff des Immunsystems, das Proteine des Komplement-Systems inaktiviert. Nachdem Erp an den Inhibitor gebunden hat, wird Bb vom Komplement-System nicht mehr beschädigt. Bb hat eine Reihe verschiedener Erp-Proteine, mit denen es sich gegen den Komplement-Angriff verschiedener Lebewesen schützt
Literatur:

Erregerpersistenz = Weiterleben der Erreger.

  • Literatursammlung zu Rückfällen und Peristenz von Borreliose trotz Antibiotika-Therapie, Cheryl's LymeInfo.Net.
    These abstracts show that Lyme disease is in fact known to persist or relapse despite antibiotic therapy. 12 pages.

Erythema chronicum migrans (ECM) = flächenhafte Hautrötung, meist von einem Zeckenstich ausgehend, erscheint in 60 - 70% der (klinisch als Lyme-Kranke identifizierten) Patienten, üblicherweise 4 - 14 Tage nach der Infektion (Early and specific antibody response to OspA in Lyme Disease). Später wird das Zentrum blasser, und die Rötungbreitet sich über große Flächen ausbreitet. Es ist ein spezifisches Erkennungszeichen für Borreliose, d.h. es tritt nur bei Borreliose auf. Eine Kultur einer Hautprobe aus dem ECM weist in 60 - 86 % der Fälle den Erreger, die Borrelia burgdorferi, nach (Berger et al. 1992). Kulturen anderer Proben sind wesentlich seltener erfolgreich (Coyle 1997).

Erythromycin = Makrolid-schwach toxisches Antibiotikum. Nachteile: rasch eintretende Steigerung der Resistenz der bekäpften Keime, hat nur bakteriostatische Wirkung.

ESR = (engl.) Erythrocyten Sedimentations Rate = (rote) Blutkörperchen-Senkunggeschwindigkeit, d.h. die Geschwindigkeit oder Rate, mit der rote Blutkörperchen in einer ungerinnbar gemachten Blutprobe absinken.

Eukaryoten = Zelluläre Organismen, die einen in eine Membran eingebundenen Zellkern haben, innerhalb dessen die Erbinformation der Zelle in Form von Chromosomen aus DNA gespeichert ist. Eukaryoten sind Algen, Pilze, Protozoen, Pflanzen und Tiere.

Exanthema = Ausschlag, Rötung, Erythema.

Exposition = Kontakt mit einem Krankheitserreger, Substantiv von exponieren = einem Erreger aussetzen.

nervus facialis VII. Hirnnerv.

Fazialisparese = Lähmung des Fazialis-Nervs und infolgedessen der von ihm versorgten Gesichtsmuskulatur. Lähmung im Mundbereich (zentral und peripher), letztere meist einseitig, mit verschobener Stirn- und Nasen-Lippen-Falte, Lähmung des Stirnrunzelns und der Mundbewegungen, evtl. auch Gehör- und Geschmacksbeeinträchtigung (1).

Fibroblast = junge Zelle, entstammt dem Mesenchym, beteiligt sich an der Bildung der Substanz zwischen den Zellen des Bindegewebes (Grund-, Kittsubstanz, Bindegewebsfasern).

Fibromyalgie:(fibrae (lateinisch) = Fasern, Myalgie) = Schmerzen im Bindegewebe

Flagyl = Metronidazol.

Fötus = das ungeborene Wesen im Mutterleib.

W. Forth et al. (eds.) "Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie", 6. Auflage, Wissenschaftsverlag, Mannheim, Leipzig, Zürich, Wien (1992), Beitrag von Prof. Dr. H. Rosin, Hygiene-Institut der Stadt Dortmund und Med. Mikrobiologie und Virologie, Universität Düsseldorf, "Antibiotika und Chemotherapeutika: Antiinfektiöse Therapie".

gastro = den Magen betreffend, intestin = den Darm betreffend.

generalisiert = über den Körper ausgebreitet. (Gegenteil: systemisch).

Generationsdauer einer Einzelzelle = Dauer TG eines Zell-Zyklus, gemessen als die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Mitosen.

Bei einer Bakterienpopulation variiert die Einzelzell-Generationsdauer während der Entwicklung der Population. Jede Entwicklungsphase hat ihre eigene Einzelzell-Generationsdauer TG bzw. ihre spezifische Generationsdauer-Verteilung TG, min ... TG, max. Man muß also bei der Angabe der Einzelzell-Generationsdauer die Entwicklungsphase angeben, innerhalb derer man sie bestimmt hat.
Man unterscheidet die folgenden Entwicklungsphasen (Stephen T. Abedon, Important words and concepts (3/10/01) from Chapter 6, Black, J. G. (1999). Microbiology. Principles and Explorations. 4th ed., Prentice Hall, Ohio State University, Mansfield, OH 44903, USA):

  1. vermehrungslose (Lag-) Phase A,
  2. progressive Phase, allmählicher Beginn des Wachstums als Übergang zur
  3. Phase exponentiellen Wachstums B. Die Generationsdauer der Population (im engeren Sinne) ist die Zeit, innerhalb derer sich die Population in Phase B verdoppelt.
  4. Phase des infolge Nährbodenerschöpfung verlangsamten Wachstums,
  5. stationäre Phase ohne weitere Vermehrung C und
  6. Phase des Absterbens D .

In der Literatur werden zu einzelnen Antibiotika die Absterbekinetiken von Borrelia burgdorferi berichtet. Die Borrelienpopulation nimmt in diesen Absterbe-Experimenten exponentiell mit einer Halbwertszeit TS = 10 ... 12 Stunden ab, abhängig u.a. vom Antibiotikum, seiner Einwirkungsdauer, Bb-Spezies und -Stamm (Abb. 1, Heinemann M et al.).

Wie in der folgenden Klammer näher erläutert wird, sind

  • die Generationsdauer TG (in Abwesenheit des Zellwandantibiotikums) und
  • die Absterbehalbwertszeit TS (in Gegenwart des Zellwandantibiotikums)
von ganz ähnlicher Größe.

(Hier ist das Argument dafür:

Prinzipiell kann die Abtötung gleich schnell (1.), langsamer (2.) oder auch schneller (3.) als die Zellteilung erfolgen:

  1. Wenn Zellwandantibiotika ist TS = TG.
  2. Wenn das Zellwandantibiotikum hingegen nicht bei jeder Zellteilung den Zelltod herbeiführt, überleben einige Zellen ihre Teilung, und damit verläuft (in Gegenwart des Antibiotikums) die Abtötung langsamer als die Zellteilung in Abwesenheit des Antibiotikums, mit anderen Worten TS ist die Obergrenze der Bb-Generationsdauer TG (also TS > TG). Es ergibt sich damit eine Bb-Generationsdauer von weniger als den genannten 10 ... 12 Stunden. Das ist in Übereinstimmung mit Züchtungsexperimenten von z.B. Pollack et al.
    Pollack RJ, Telford SR 3rd und Spielman A, Standardization of medium for culturing Lyme disease spirochetes, J Clin Microbiol 1993,May;31(5):1251-5.

  3. Wenn das Zellwandantibiotikum bei einer Teilung einer Zelle den Zelltod dieser Zelle plus den Tod anderer Zellen herbeiführt, verläuft mit Antibiotikum die Abtötung schneller als die Zellteilung in Abwesenheit des Antibiotikums:
    TS < TG.
    Interessanterweise wird zuweilen beobachtet, daß beim Vorhandensein von Zellwandantibiotika pro Zeit bis zu doppelt so viele Zellen absterben wie sich in dessen Abwesenheit teilen, mit anderen Worten: 1/2 TG < TS < TG.
Insgesamt sind also TS und TG von ganz ähnlicher Größe.

Einige Grundlagen zur diesen Überlegungen zugrundeliegenden Pharmakodynamik.

Gewebetypisierung = Charkterisierung eines Zellgewebes nach seiner Immunabwehrfunktion. Entscheidend dafür ist der MHC (major histocompatibility complex).

Gliazelle (engl. glial cell) = Zelle des interstitiellen Nervengewebes, füllt die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen bis auf einen 20 nm breiten Spalt aus, bildet die Markscheiden und stützt, ernährt die Nervenzellen und wirkt phagozytisch. Im peripheren Nervensystem: Hüll- oder Mantelzellen der Ganglienzellen und die Schwann-Zellen der Nervenfasern. Die Gliazellen sind im Gegensatz zu den Nervenzellen vermehrungsfähig. ----

Glukose-Konzentration im Liquor bzw. das Verhätnis der Glukose-Konzentrationen im Liquor zu der im Serum ist bei Borreliose oft erniedrigt: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7.

gramnegativ - grampositiv = Bakterienklassifikation nach Bergey. Stäbchenbakterien, u.a. Spirochäten, also auch Borrelia burgdorferi, sind gramnegativ.

  • Die beta-Lactam-Antibiotika überwinden einige beta-Lactamasen grampositiver Bakterien, gegen die restlichen sind sie wirkungslos. Es gibt keine graduellen Aktivitätsabstufungen der beta-Lactam-Antibiotika, die von ihrer Konzentration oder Einwirkungsdauer abhinge. 
  • Im Gegensatz dazu steigt ihre Wirkung auf gram-negative Bakterien mit der Einwirkungsdauer und Konzentration (kinetisch behinderte Wirkung): Eine über längere Zeit andauernde, hohe Dosierung eines beta-Lactam-Antibiotikums kann die Hindernisse überwinden, die gram-negative Bakterien ihm entgegenstellen, nämlich
    1. die physikalisch-chemische Barriere in der äußeren Bakterienmembran. Sie ist schwächer ist als bei gram-positiven Bakterien. Unter dem Selektionsdruck potenter moderner beta-Lactam-Antibiotika entwickeln sich jedoch neue Stämme (Mutanten) mit effizienterer Barriere.
    2. die chemische Barriere, d.h. die das Antibiotikum zerstörenden beta-Lactamasen: Gram-negative B. führen sie nur in einer räumlich begrenzten Schicht der Zellwand gegen das Antibiotikum ins Feld, anders als die gram-positiven B., die ihre Zellwand außen mit beta-Lactamasen abdecken und schützen.
    3. die chemische Stabilität der inneren Bakterien-Zellmembran gegen Störungen ihres Aufbaus durch das Antibiotikum.
    (nach S. 627 in Forth et al.)
Guillain-Barre-Syndrom (auch Radikularneuritis genannt), eine (meist infektiöse) Polyneuritis. Symptome: motorische Lähmung, Parästhesien, ziehende Schmerzen.
GBS ist eine akut-entzündliche Myelin-Verlust verursachende (demyelinisierende) Krankheit, welche die peripheren Nerven befällt. Es tritt üblicherweise nach Infektionen auf, und damit in Verbindung gebrachte gewöhnliche Organismen sind Campylobacter, Mycoplasma, eine HIV-Infektion, das Zytomegalie-Virus (CMV), das Epstein-Barr-Virus (EBV), and Herpes-simplex-Virus.

(Elimations-) Halbwertszeit (t1/2) = Zeit, in der die Hälfte eines in das Körperkompartment K aufgenommenen Antibiotikums vom Körper wieder auf dem Weg a ausgeschieden wird.

Um die Halbwertszeit mathematisch zu definieren, wird hier folgender einfacher Prozeß beschrieben (Bezeichnungen, Näheres in Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical Pharmacokinetics" in Leslie Benet  Abschnitt "Pharmacokinetics"):

  1. Man erzeugt im Kompartment K eine Antibiotika-Konzentration C durch impulsartige Zufuhr des Antibiotikums, genauer: durch Zufuhr innerhalb einer Zeit, die kurz gegen die Eliminationshalbwertszeit ist, etwa 1/10 bis 1/3 t1/2. Dies ist in guter Näherung bei intravenöser Infusion der Fall.
  2. Das Antibiotikum wird auf dem Weg a, z.B. über die Nieren, ausgeschieden.
  3. Man mißt die zeitlichen Verlauf der Abnahme von C.
  4. Die Ausscheidung auf dem Weg a aus dem Körperkompartment K beschreibt man mithilfe der fogenden Differentialgleichung:

    (Gl. 1)       Ausscheiderate (definiert als Menge dm, die pro Zeiteinheit dt ausgeschieden wird) = dm/dt = - (ln2/t1/2) m.

  5. Gl. 1 definiert die Halbwertszeit t1/2 der Ausscheidung aus dem Körperkompartment K auf dem Weg a.
Definition der Eliminationskonstante k für einen spezifizierten Ausscheideweg a und ein spezifiziertes Kompartment K

Den Ausdruck (ln2/t1/2) kürzt man mit k ab:
ln2/t1/2 = k,
und erhält statt Gl. 1
(Gl. 1a)       Ausscheiderate = dm/dt = - k m.

Zur Bedeutung von k:
Dividiert man beide Seiten von Gl. 1a durch m, erkennt man: k ist der Bruchteil von m, der pro Zeiteinheit auf dem Weg ausgeschieden wird:
(dm/dt)/m = - k.

Der Vorteil der Beschreibung Gl. 1a mit Eliminationskonstanten ki gegenüber der Gl. 1 mit Halbwertszeiten zeigt sich bei der Ausscheidung über mehrere Wege a1, a2, ... an. Z.B. für a1 = Galle und a2 = Niere:
dm/dt = dm1/dt + dm2/dt.
Die Ausscheiderate dm/dt ist die Summe über die Wege, d.h. man addiert die Eliminationskonstanten der Ausscheidewege zu einem Gesamt-k auf:
k = k1 + k2 + ... kn

Rechnerische Beziehungen zwischen den Begriffen "Eliminationshalbwertszeit", "Eliminationskonstante", "Clearance" und "Verteilungsvolumen"
(nach Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical Pharmacokinetics" in Leslie Benet  Abschnitt "Pharmacokinetics")

Folgende Bezeichnungen werden verwendet:
a = Ausscheideweg, z.B. Ausscheidung über die Nieren,
C = Konzentration des Antibiotikums im Kompartment K (g des Antibiotikum/ml Kompartmentvolumen),
CL = Clearance (ml/min). Zuweilen wird die Clearance auf das Körpergewicht bezogen angegeben und hat dann die Maßeinheit ml/(min kg). Um aus dieser Angabe CL zu berechnen, muß man sie mit dem Gewicht (z.B. 70 kg) des behandelten Menschen multiplizieren.
k = Eliminationskonstante (1/min),
K = Körperkompartment, das das Antibiotikum enthält, z.B. das Blutplasma,
ln2 = 0.693 (natürlicher Logarithmus von 2),
m = Menge des Antibiotikums (g).
dm/dt = Eliminationsrate = zeitliche Änderung der Menge des Antibiotikums in K auf dem Weg a (g/min).
t1/2 (Eliminationshalbwertszeit) = ln2/k (min).
V = Verteilungsvolumen = verabreichte Menge m des Antibiotikums dividiert durch die in K gemessene Konzentration C, (also V = m/C).
  • Verteilungsvolumen für ein spezifiziertes Kompartment K, z.B. das Plasma:
    Man führt zuweilen die Abkürzung
    V = m/C      ("Verteilungsvolumen")
    ein. Ebenso wie C ist die fiktive Größe V spezifisch für das Kompartment K, abgesehen davon, daß V auch ein Charakteristikum des Antibiotikums ist. Unter Verwendung von V erhält man für die Halbwertszeit aus Gl. 4:
    (Gl. 3)       t1/2 = ln2 V/CL.
    Bedeutung des Verteilungsvolumens: Beispiele für V

  • Clearance für einen spezifizierten Ausscheideweg a und ein spezifiziertes Kompartment K:
    In der Differentialgleichung ersetzt man die Masse m des Antibiotikums durch das Produkt seiner Konzentration C im Kompartment mit dem Verteilungsvolumen V
    m = C V,
    womit die Differentialgleichung zu folgender Gleichung wird:
    Ausscheiderate = dm/dt = - k V C.
    Darin kürzt man den Ausdruck k V mit CL, der sog. "Clearance", ab
    k V = CL.
    Tragen mehrere Ausscheideprozesse zur Entfernung des Antibiotikums aus dem Körper bei, addiert man -wie die einzelnen ki- die einzelnen CLi
    CL = CL1 + CL2 + ... CLn (Goodman & Gilman's, Seite 19, Gleichung (I-4)
    Mit CL geschrieben lautet die Differentialgleichung
    (Gl. 2)      Ausscheiderate = dm/dt = - CL C.
    Zur Bedeutung von CL (siehe auch Clearance):
    Weil V das Verteilungsvolumen des Kompartments K (z.B. des Plasmas) ist, das m enthält, ist die Clearance k V der Teil des Volumens V, der pro Zeiteinheit z.B. über die Nieren, vom Antibiotikum befreit wird.

    Nun kann man, wie in Goodman & Gilman's pharmakokinetischen Datenanhang üblich, die Eliminationshalbwertszeit durch die Clearance CL ausdrücken:
    (Gl. 4)       t1/2 = ln2 m / (C CL)

Beispiel für ein Antibiotikum, das nur ins Plasma eintritt und allein durch Filtration in den Nieren aus diesem entfernt wird:
Mit CL = 129 ml/min (Filtration) und V = 3 l (Plasmavolumen) ergibt sich nach (Gl. 3):
t1/2 = 23 min.

Halluzinationen, z.B. auch musikalische H. Bei Borreliose

Haplotyp = Satz von Genformen, die den Major Histocompatibility Complex (MHC, Hauptkomplex im System der zellulären Immunabwehr) bilden. Der MHC enkodiert die MHC-Moleküle auf den T-Zellen. Die MHC-Moleküle der Klasse II erkennen Bruchstücke von Bakterien, welche von (Wirts-)Zellen nach Eindringen des Bakteriums hergestellt und dann außen präsentiert werden. Die Haplotypen werden ererbt. Auf diese Weise hängt die T-Zellen-Immunantwort

  1. sowohl von der Vererbung
  2. als auch von der Proteinstruktur der Bakterien
ab.

Zur Abhängigkeit bei Borreliose:

Hemiplegia vollständige (= Hemiparalyse) oder unvollständige (Hemiparese) Lähmung einer Körperhälfte.

Herzblock = Störung des Systems, das den Herzrhythmus steuert. Die Folge ist ein unkoordiniertes Ventrikel/Vorhof-Kontrahieren.

HLA = human leukocyte antigen, HLA-System

Hitze-Schock-Proteine (Hsp)
molekulare Mimicry

Hsp = eine Gruppe von Proteinen, die bei Zell-Belastungen, z.B. erhöhten Temperaturen, von Säugetier-Zellen erzeugt werden (ein Beispiel ist das Hsp60, eine Kopmponente der menschlichen peripheren Nervenfasern). Hsp werden aber auch in einem weiten Spektrum von Bakterien und Parasiten erzeugt. Es ist ein Zeichen von bemerkenswerter evolutionärer Konstanz dieser Proteine, daß bei Säugetier- und Mikrobe mehr als 50 % der Aminosäure-Sequenzen in den Hsp identisch sind. ("Mimicry", ein Beispiel ist ein Epitop des Flagellin von Borrelia burgdorferi, p41). Bei verschiedenen Infektionen durch solche Mimicry-Bakterien und -Parasiten wurde gezeigt, daß diese Hsp wesentliche immunodominante Antigene sind, d.h. ein wesentlicher Teil der Immunantwort ist gegen genau diese (Bakterien- oder Parasiten-) Hsp (als Antigene) gerichtet.

Daher wird die Hypothese vertreten, daß die aus ihrem Selektionsprozeß hervorkommenden T-Zellen nicht ausreichend zwischen Eigen-Hsp und Fremd-Hsp unterscheiden können (nicht ausreichend "selbst-tolerant" sind (Kuby, Kapitel 12, S. 289). Das würde eine Autoimmun-Komponente bei diesen Infektionen zur Folge haben (d.h. der infizierte Körper richtet die Abwehr auch gegen sich selbst) (Kuby, Kapitel 20, S. 497).

Weitere Beispiele aus der Borreliose-spezifischen Literatur:

  • Alaedini A, Latov N., Antibodies against OspA epitopes of Borrelia burgdorferi cross-react with neural tissue. J Neuroimmunol. 2005 Feb;159(1-2):192-5. Epub 2004 Nov 26.
  • Weigelt W. et al. Sequence homology between spirochete flagellin and human myelin basic protein. [Letter], Immunology Today, July 1992;13(7):279-80.
  • Dai ZZ, Lackland D, Stein S et al. Molecular mimicry in Lyme disease: Monoclonal antibody H9724 to Borrelia burgdorferi flagellin specificity detects chaperonin-HSP60. Biochim Biophys Acta, 1993;1181:97-100.
Von aktivierten T-Zellen erzeugt das Immunsystem sog. Memory-T-Zellen.
  • Man nimmt allgemein an, daß solche Speicher-Zellen langlebige Antigen-aktivierte T-Zellen sind, die bei einer Wiederholung der Infektion mit höherer Reaktivität (dem sog. "secondary response") auf dasselbe Antigen wirken.
  • Neuere Ergebnisse legen aber nahe, daß einige Memory-T-Zellen relativ kurzlebige Zellen sein könnten, deren Bestand in der T-Zellenpopulation durch eine fortdauernde Anwesenheit des Antigens erhalten wird (Kuby, Kapitel 12, S. 305).
Über ein diesbezügliches Borreliose-spezifisches Forschungsprojekt unter der Leitung von Adriana Marques wurde am 29.11.1999 in den News des amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases berichtet:

Man will systematisch untersuchen, wie groß das Spektrum (auch "Profil" genannt) der Peptide ist, das T-Zellen, z.B. aus dem Liquor eines chronisch an Neuroborreliose Erkrankten, richtig oder falsch als "fremd" erkennen. Ein Zwischenergebnis: Die T-Zellen antworteten am stärksten auf B. burgdorferi Peptide (Proteine mit wenigen Aminosäuren), richteten sich aber auch gegen eine Reihe anderer Peptide, u.a. menschliche Autoantigene, die bei chronischer Borreliose möglicherweise von Bedeutung sind.

Weitere Literatur

  • Martin R, Gran B, Zhao Y, Markovic-Plese S, Bielekova B, Marques A, Sung MH, Hemmer B, Simon R, McFarland HF, Pinilla C, Molecular mimicry and antigen-specific T cell responses in multiple sclerosis and chronic CNS Lyme disease. J Autoimmun 2001 May;16(3):187-92 (related articles)

  • Hemmer B, Gran B, Zhao Y, Marques A, Pascal J, Tzou A, Kondo T, Cortese I, Bielekova B, Straus SE, McFarland HF, Houghten R, Simon R, Pinilla C, Martin R.Identification of candidate T-cell epitopes and molecular mimics in chronic Lyme disease, Nat Med 1999 Dec;5(12):1375-82.

  • Klempner MS, Huber BT, Is it thee or me - autoimmunity in Lyme disease, Nature Medicine 5, 1346 - 1346-1347 (1999).

  • Ähnliche Oberflächen von Antigenen und nicht Sequenz-Homologie (S.-Gleichheit) diktieren molekulare Mimicry über T-Zellen-Epitope (T-Zellen-Aufsätze).

  • Siehe auch Wirt-Pathogen-Wechselwirkung.

  • Molekulare Mimicry - Einige Gedanken und Anregungen für eine Medline-Suche
    Molecular mimicry as a possible mechanism of disease in chronic Lyme disease is being revealed more and more. Recent studies demonstrate significant homologies between Borrelia components and thyroid system or cardiac muscle host tissues at the molecular level. Thus an auto-immune attack may occur by mistake and contribute to disease pathology or even be a mechanism adapted by parasites to downregulate needed host defenses.

    In general these studies do not address the persistence of Borrelia as a persistent stimulus to host autoimmune dysfunctions. Clinicians treating chronic Lyme with chronic antibiotics often find that initial autoimmune markers found associated with Lyme Disease patients decrease in titer and then disappear along with the clinical evidence of persistent illness. This is found, for example, in positive ANA titers, positive Rheumatoid factor levels, positive anti thyroglobulin levels, positive anti cardiolipin levels etc.

    This is so common that if a battery inclusive of a wide range of "auto antibodies" were done on every chronic Lyme Disease patient, then a heterogeneous but everpresent display of molecular mimicry would be expected.

    The decrease and then disappearance of these markers with antibiotic treatment is evidence that the continued immune dysfunction of self attack is dependent not only on continued near homologies with the germs but also with the continued presence of the microbes- even though the germ load at later stages of treatment may be more at a smoldering infection of little fires in niche tissue sites ie similar to persistent vaccination.

    Our immune system has evolved so advanced in recognizing self from dangers of pathogens that it may not be likely that the switch is turned on so absolutely by pathogen mimicry that is not absolute.

    Can patented pharmaceuticals be so discrete as to target the immune mimicry switches without impairing essential other host immune messages and messengers? Or would it be better to follow the path of microbe eradication and downregulation of host immune dysfunction as a natural course? (from Endocrine Reviews 1993 on chronic infections and chronic endocrine dysfunctions of an autoimmune type)

    Molekulare Mimicry als ein möglicher Krankheitsmechanismus bei chronischer Borreliose wird mehr und mehr aufgedeckt. Jüngste Studien zeigen bedeutsame Ähnlichkeiten (sog. Homologien) zwischen Borrelien-Komponenten und Schilddrüsensystem- oder Herzmuskel-Wirtsgewebe auf der molekularen Ebene. Daher kann ein Autoimmunangriff als Fehler auftreten und zum Krankheitsverlauf beitragen oder sogar ein Mechanismus sein, den Parasiten anpassen, um notwendige Wirtsabwehr herunterzuschrauben ("herabzuregeln").

    Allgemein sprechen diese Studien das Überleben von Borrelien nicht an, den nicht abklingenden (persistenten) Auslöser (Stimulus) der Wirts-Fehlfunktionen. Kliniker, die chronische Borreliose mit chronischen Antibiotika behandeln, finden oft, daß anfänglich gefundene Autoimmun-Marker in Borreliose-Patienten im Titer abklingen und dann zusammen mit der klinischen Erscheinung der chronischen Erkrankung verschwinden. Man findet das z.B. in positiven ANA-Titern, positiven Rheuma-Faktor-Niveaus, positiven anti-Thyroglobulin-Niveaus, positiven Anti-Cardiolipin-Niveaus usw.

    Dies ist so weit verbreitet, daß, wenn bei jedem Borreliosekranken ein Spektrum von "Auto-Antikörpern" gemessen würde, eine heterogene, aber allgegenwärtige Darbietung von molekularer Mimicry erwartet würde.

    Die Abnahme und dann das Verschwinden dieser Marker mit antibiotischer Behandlung ist Beweis dafür, daß fortgesetzte Immunfehlfunktion von Selbst-Angriff abhängt, nicht nur von fortgesetzten Fast-Homologien mit den Keimen, sondern auch mit der fortdauernden Anwesenheit von Mikroben - obwohl die Keimzahl in späteren Stadien der Behandlung vielleicht ähnlicher einer glimmenden Infektion in Form kleiner Feuer in Nischengewebe-Kompartments, also ähnlich einer dauerhaften Impfung, ist.

    Unser Immunsystem hat sich so fortgeschritten entwickelt beim Unterscheiden von Selbst und Gefahren durch Krankheitsträgern, daß es nicht wahrscheinlich sein könnte, daß der Schalter so absolut durch Erreger-Mimicry angedreht wird.

    Können patentierte Pharmazeutika so genau auf die Immun-Mimicry-Schalter gezielt wirken, ohne unabdingbare andere Immunmeldungen und -Melder des Wirts zu beeinträächtigen? Oder wäre es besser, als natürliche Vorgehensweise den Weg der Erreger-Beseitigung zu gehen und der Herabregulierung der Immun-Fehlfunktionen im Wirt? ((zusammengestellt aus: Endocrine Reviews 1993 über chronische Infektionen und chronische endokrine Fehlfunktionen vom Autoimmun-Typus)

Horner's Syndrom (okulo-pupilläres Syndrom) = Absenkung des Augenlids, Verengung der Pupille und Zurücksinken des Augapfels (Ptosis, Miosis und Enophthalmus) infolge einer Lähmung der vom Sympatikus innervierten Muskeln des Augapfels.

Hydroxychloroquin = Anti-Malaria-Medikament, das zuweilen bei Lyme eingesetzt wird.
Wir finden die möglichen dosisabhängigen Retinaschädigungen und irreversiblen Hörschäden der Bedenken wert. Retinaschäden verschlimmerten sich auch nach Absetzen von Chloroquin weiter:
Medline Suche nach

Hilfreich sind auch dieselben Suchbegriffe in Verbindung mit chloroquine statt hydroxychloroquine.

hyper (griechisch) = über, in der Medizin auch im Sinne von mehr (als normal) gebraucht.

Hypästhesie = verminderte Reizempfindlichkeit.

Hyperkinese = übermäßige Bewegungsaktivität.

Hyperglykämie = krankheitsbedingte Erhöhung des Blutzuckers.

Hyperreflexie = gesteigerte Reflexerregbarkeit, z.B. bei Spastizität, Rigidität.

Hypersomnie = sehr starkes Schlafbedürfnis, z.B. bei Vergiftungszuständen.

Hypersomnolenz = sehr starke Benommenheit mit nicht normaler Schläfrigkeit, leichtere Form der Bewußtseinstrübung (mit Erweckbarkeit und meist nicht vollständiger Erkenntnislücke).

hypo (griechisch) = unter, unter ... gelegen, in der Medizin auch im Sinne von weniger (als normal) gebraucht.

Hypoglykämie = Absinken des Blutzuckers unter Normalwerte (unter ca. 400 mg/Liter).

Hypothalamus = der Teil des Zwischenhirns, der unterhalb des Thalamus (Sammelstelle für die Sinnessysteme außer Geruchssinn) bzw. Sulcus hypothalamicus liegt. Zentrales Steuerungsorgan der vegetativen Funktionen, also von Hunger, Durst, Körpertemperatur, Kreislauf, Sexualität und Schlaf.

Hypothyroidismus = Schilddrüsenunterfunktion.

Imipenem = beta-Lactam-Antibiotikum, unterbindet den Bakterienzellwand-Aufbau (daher potentiell bakterizid), nur geringe Konzentration im Liquor erreichbar (in Kojda, S. 766, aber dort nicht mit Literatur belegt), kann Krampfanfälle erzeugen. Um diesen vorzubeugen, nimmt man es oft mit Diazepan (Benzodiazepin, einem Beruhigungsmittel), ein.

  • positiv: sehr widerstandsfähig gegen Hydrolyse durch die meisten beta-Lactamasen (Kap. 45, "Imipenem: Antimicrobial Activity" in Goodman & Gilman's).
  • negativ (auf S. 629 in Forth et al. ohne Angabe von Quellen): besondere Gefahr des Überwucherns von resistenten Mutanten in der Körperflora des Patienten (nach Rosin folgt das direkt aus dem Selektrionsdruck, den die Potenz des Imipenems auf die Organismen ausübt). Auch besondere Gefahr des Überwuchern durch Hefen.

Immunelektronenmikroskopie = Elektronenmikroskopie von biologischen Objekten, z.B. B. burgdorferi, an die spezifische Antikörper angelagert wurden. Die so entstandenen Komplexe, also in unserem Beispiel die Antiköper:B.burgdorferi-Komplexe, werden unter dem Elektronenmikroskop auf Grund ihrer Form erkannt. Mit dieser Diagnosemethode hat Dagmar Hulinska im Prager Nationalen Gesundheitsamt (National Institute of Public Health GEM-ELM, Srobarova 48, 10042 Praha 10, Tschechische Republik) erstaunliche Resultate erzielt, z.B. daß nur etwa die Hälfte von 19 Borreliosekranken das typische klinische Borreliose-Erscheinungsbild zeigen.

Immunglobuline (Ig) = als Antikörper der spezifischen körpereigenen Abwehr dienende Plasmaproteine. Man unterscheidet die Ig-Typen durch angehängte Großbuchstaben A, G, M, .... Bei Borreliose bildet der Körper IgM und dann IgG. Immunglobuline sind für jedes Antigen spezifisch, es gibt also z.B. für Borrelien spezifische IgM, IgG.

  • siehe auch Westernblot bei Borreliose.
  • IgM bei Borreliose:
    • Center for Disease Control (CDC): Wenn IgM innerhalb von 30 Tagen nach einem dokumentierten Zeckenstich auftritt. ist dies ein Beweis für eine aktive Borreliose.
    • Nach Meinung von Fachleuten gibt es ausreichend Belege dafür, daß das Auftreten von IgM auch außerhalb dieses Zeitraums eine aktive Infektion anzeigt. (siehe auch Wertung der Veränderung des Testergebnisses innerhalb der ersten 2 Wochen nach dem Zeckenstich)
  • IgeneX Inc., zeitliche Entwicklung von IgM und IgG bei Borreliose, entnommen aus Which Test to Perform? (Cache für den Fall, daß IgeneX die Linkadressen geändert haben sollte.).
  • D. Hassler, Klinik und Therapie der Lyme-Borreliose, Serologische und mikrobiologische Diagnostik (mit Find-Funktion im Browserfenster nach "immunologische Auseinandersetzung" suchen).

Immunkompetente Zellen = Zellen des Immunsystems, die auf ein bestimmtes Antigen spezifisch reagieren: B-Lymphozyten (erzeugen Antikörper) und T-Lymphozyten (verantwortlich für die Abwehr innerhalb von Zellen).

Immunkomplex = feste Verbindung eines Immunglobulins (Ig, bei Borreliose IgM, IgG) mit einem weiteren Molekül.

Wirkung auf die Entwicklung der Krankheit

J. Kuby gibt in Kapitel 19 (Seiten 473, 474) ihres Lehrbuchs "Immunology" eine grobe Übersicht des Einflußes vom Immunkomplexen bei Borreliose:

  • Antikörper (41 kD-Bande im Westernblot) gegen Antigene auf den Flagellae von B. burgdorferi werden oft frühzeitig nach der Infektion gefunden. Diese Antikörper scheinen keine Schutzwirkung zu haben, sondern im Gegenteil sogar zur Krankheitsentstehung beitzutragen.
  • Man glaubt, daß Immunkomplexe, also spezifische Verbindungen zwischen Bb-Protein und Antikörper, zu einer Typ III Überempfindlichkeitsreaktion führen (Mechanismen der Entzündung und Immunantwort, und Komponenten der Immunantwort).
    • Sie können das Komplement-System (Kapitel 14 von J. Kuby, "Immunology") aktivieren und erzeugen dabei über Zellauflösung Schäden in Gelenken und Gefäßsystem.
    • Andererseits führen Spaltprodukte von Komplementsystem-Komponenten, z.B. C3a, C5a (a steht für aktives Spaltprodukt), zur Chemotaxis und anschließender Aktivierung von Neutrophilen, woraufhin die von den Neutrophilen abgegebenen Enzyme Gewebeschäden anrichten können.
  • Insbesondere führt die Ablagerung von Komplexen
    • nahe der Einstichstelle zum Erythema chronicum migrans (ECM),
    • in den Gelenken -so nimmt man an- zu einer Entzündung, die arthritische Symptome hervorruft,
    • im Gefäßsystem und entlang der Hirnhaut zu neurologischen Symptomen.

Wirkung auf die Labordiagnostik

Wegen seines gegenüber dem freien Ig veränderten chemischen und physikalischen Verhaltens kann sich der Immunkomplex der Entdeckung (durch ELISA, Western Blot etc., mutmaßlich auch durch das körpereigene Immunsystem) entziehen. Obwohl

  • das Auftrennen von Komplexen vor dem quantitativen Nachweis wissenschaftlicher Standard in z.B. den Geowissenschaften und der Wasserchemie ist, weil ohne sie die Analysenergebnisse tatsächlich unbrauchbar sind,
  • ähnliches seit 1990 auch im Fall der Lyme-Diagnostik bekannt ist (Coyle PK, Schutzer SE, Belman AL, Krupp LB, Golightly MG, Cerebrospinal fluid immune complexes in patients exposed to Borrelia burgdorferi: detection of Borrelia-specific and -nonspecific complexes. Ann Neurol 1990 Dec;28(6):739-44), z.B.
    • an Hautproben mit ECM gezeigt wurde, daß infolge dieser Vernachlässigung etwa die Hälfte der Bb-Infektionen übersehen werden (Schutzer SE et al. 1994, Early and specific antibody response to OspA in Lyme Disease, Clin Invest 1994 Jul;94(1):454-7),
    • weitere Beispiele findet man durch eine Medline-Suche nach "immune complex* AND Lyme", und
  • eine Auftrennung der Immunkomplexe seit 1990 technisch möglich ist (allerdings unter Patentschutz von S.E. Schutzer steht),
trennen die gebräuchlichen medizinischen diagnostischen Tests bis heute (Stand: Februar 2000) Immunkomplexe nicht auf (Brunner M, Stein S, Mitchell PD, Sigal LH, 1998). Die on-line-Version der Deutschen Ärztezeitung bezeichnete am 30.11.1999 das 1990 veröffentlichte Schutzer'sche Verfahren als neu (altes Link auf dem Webserver der Ärztezeitung unbekannt verändert. Eine site-spezifische Suche nach "Schutzer" oder "Coyle", den Wissenschaftlern, welche die Komplexauftrennung in die Borreliosediagnostik einführten, oder nach "Borreliose" und "Immunkomplex" oder "Auftrennen" ergab dort keine Treffer.)

Die andere Möglichkeit, der Nachweis des Immunkomplexes in der ELISA, wird auch oft nicht gewählt (siehe Verbesserung der ELISA).

Immunsystem
J. Kuby, Immunology, Chapter 1


Weitere einführende Literatur
  • Janet M. Decker (Veterinary Science and Microbiology, University of Arizona, USA), Immunology (in Cache)
    • Glossary (in Cache),
    • Abbreviations (in Cache)
    • Federation of American Scientists, Immune attack, An educational video game
      Upon completion of Immune Attack, the student will be able to demonstrate understanding of:
      1. The role of macrophages and neutrophils in the immune system, including that they
        • are the body's first responders to infection
        • fight bacterial infections
        • "eat" bacteria
      2. The process of transmigration of monocytes, including that:
        • monocytes flow in the blood vessels
        • selectins help monocytes "slow down"
        • ICAMs help monocytes to "stop"
        • ICAMs help monocytes to move through the blood vessel wall and into the connective tissue once a monocyte has entered the connective tissue, it is known as a macrophage
      3. How the body uses chemical signals to find the site of infection, including that:
        • macrophages and neutrophils find the site of infection by following a chemical trail of C3a's
      4. How the body uses chemical markers to recognize enemies, including:
        • how macrophages and neutrophils recognize LPS as an indicator of bacteria
      5. How macrophages "call" neutrophils for "backup": by releasing a chemical signal of CXCL8
  • Wouter Hanegraaff, "Simulating the Immune System" (View as HTML), Faculteit der Natuurwetenschappen, Wiskunde en Informatica, Universiteit van Amsterdam, 2001.

IFT = Immuno- Fluoreszenz- Test, im Englischen: IFA, Nachweismethode für Antigene in Zellen und Geweben: (a) über mit Fluorchrom markierte Antikörper, die direkt an das Antigen binden, oder (b) mit einem Zwischenschritt über einen nichtmarkierten spezifischen Antikörper, der sich an das Antigen bindet und dann selbst als Anlagerungort für eine fluorchromierte Verbindung wirkt. Die fluorchromierten Moleküle werden unter dem Mikroskop gesucht. (siehe auch Kuby, Kapitel 6, S. 159.

Immun-Respons-Interval = Zeit mit höherer Immunsystem-Aktivität. In dieser Zeit treten die Borreliose-Symptome nach M.S. Barkley, meist gehäuft und stärker auf (Marylynn S. Barkley, Ph.D., M.D., Associate Professor, Neurobiology, Physiology, and Behavior (NPB), The University of California at Davis, Davis, CA 95616, USA, 211 Briggs Hall).

Impfung gegen Lyme-Borreliose ist noch in der Entwicklung.

Humoral immunity has been shown to play a role in protection and this has spurred efforts towards developing a Lyme disease vaccine. A number of protective immunogens have been characterised to date, but due to the heterogeneity of Lyme disease Borreliae, no single molecule has proven to be completely effective as a vaccinogen. This review
  1. will describe the immunogens that have been used to protect against B. burgdorferi infection, with a focus on the inherent challenges involved with providing successful immunity to B. burgdorferi. In addition,
  2. the promising aspects and the limitations of each protective immunogen will be discussed.
Exner, M, Successful vaccination for Lyme disease: a novel mechanism? Expert Opin Biol Ther 2001 Sep;1(5):783-93.

Induktor = Stoff, der die Produktion eines anderen Stoffes in uns anregt: Beispiel: Ein Cephalosporin der 2. oder 3. Generation ist ein Induktor für Typ I beta-Lactamase-Produktion durch Borrelia burgdorferi (Goodman & Gilman's, Kap. 45, "Mechanisms of Bacterial Resistance to the Cefalosporins").

beta-Lactamase-Induktion von

  • chromosomal kodierten beta-Lactamasen (sog. Typ I). Sie können auf einem Transposon kodiert vorliegen, das die beta-Lactamase-Produktion auf andere Bakterien übertragen kann, die zuvor nicht beta-lactam-aktiv waren.
    • Wildtyp-Stämme, d.h. solche mit vermehrter beta-Lactamase-Bildung, werden unter der Wirkung des Antibiotikums bevorzugt. Die Entwicklung dieser Stämme ist reversibel, d.h. die Stämme verschwinden wieder nach Absetzen des induzierenden (anregenden) Antibiotikums.
    • Mutanten. Durch spontane, d.h. nicht durch äußere Einflüße herbeigeführte, Mutation entstehen neue Stämme. Sie sind evtl. schon vorher im Wirt vorhanden und werden genau wie die Wildtyp-Stämme durch den vom Antibiotikum ausgehenden Selektionsdruck bevorzugt.
  • Plasmid-kodierte (oder auch als "Plasmid-vermittelt" bezeichnete) beta-Lactamasen, z.B. TEM-1, TEM-2, SHV-1, SHV-7 und deren Mutanten (die "extended spectrum beta-lactamases", ESBL). Diese Art der beta-Lactasmase-Produktion kann auf andere Bakterien übergehen, die vorher nicht beta-lactam-aktiv waren.
Infusion = intravenöse (= in die Venen) oder -arterielle (= in die Arterien), seltener rektale (= in den After), subkutane (= unter die Haut) oder intraossolare (z.B. Sternum, Os (lateinisch) = Knochen) Zufuhr größerer Flüssigkeitsmengen, meist tropfenweise. Für eine Dauerinfusion, d.h. den ganzen Tag über ablaufende Infusion, ist kein Krankenhausaufenthalt nötig. Es gibt eine unauffällige, elektronisch gesteuerte Pumpe (Infusionspumpe, engl.