Ich habe der deutschen Schreibweise (im wesentlichen k und z statt c) der Vorzug gegeben. Wenn ein Wort in dieser Schreibweise nicht zu finden ist, versuchen Sie es mit der lateinischen Schreibweise (also mit c).
Aberration = fehlerhafte Veränderung.
Akrodermatitis chronica atrophicans
= krankhafte Entzündung der Haut mit Ödem und Erythem. Nachfolgend
Hautatrophie (d.h. Schwund des Fettgewebes unter
der Haut), zigarettenpapierartige Erscheinung mit durchscheinenden Venen,
Anetodermie, gelenknahe, verkalkende Knoten.
akron (griechisch) = äußerstes
(Körper-)Ende. Hier: die Körperenden.
Allicin = (diallyl thiosulfinate, genauer: thio-2-propene-1-sulfinic acid S-allyl ester) ist die zentrale biologisch aktive Komponente des frisch gepreßten Knoblauch-Extrakts.
Amoxicillin
= pharmakologisch verwandt dem Ampicillin, wird aber schneller und stäker
vom Magen-Darm-Trakt absorbiert.
Ampicillin = Aminopenicillin.
Anästhesie = Reizunempfindlichkeit.
Analgetika = schmerzlindernde Mittel.
Aneurysma. Intrakraniales A. bei Borreliose
Angina = Erkrankung mit Gefühl der
Beengungung.
Anorexia nervosa = Appetitlosigkeit, Magersucht,
charakterisiert durch extremen Gewichtsverlust, Köperschemastörungen
und übermäße Furcht vor Gewichtszunahme.
anti- (griechisch) entgegengesetzt. Wird im
Wort "Antikörper" im Sinn von "stereochemisch
(zum Antigen) passend" gebraucht ("passend" wie
ein Schlüssel in ein Schloß).
Antibiotika, Wirkungsmechanismen
Alle bisher vorgeschlagenen Einteilungen antimikrobieller
Wirkstoffe in Gruppen müssen Ausnahmen zulassen und enthalten dengleichen
Wirkstoff in mehr als einer Klasse. Daher beruht die Klassifikation zur
Zeit immer noch auf der chemischen Struktur und der beabsichtigten Wirkungsweise.
Man unterscheidet
Wahrscheinlich ergeben sich weitere Gruppen, sobald schwierigere Wirkmechanismen durchsichtig geworden sind. Zur Zeit ist der genaue Wirkungsablauf bei einigen Antibiotika noch unbekannt, z.B. bei Metronidazol (Flagyl) oder Atovaquon, das Medikament gegen Babesia, eine mögliche Begleitinfektion bei Borreliose (s. JJ Burrascanos "The New Lyme Disease").
Antidepressiva = depressionshemmende
Mittel.
Siehe auch die Wirkung von Antidepressiva auf das Zytokin-Spektrum:
An overview is provided that discusses brain dysfunctions in intensive care unit patients in the context of psychoneuroimmunology. Recent findings are discussed within the context of the relationship between behavioural aspects and immune functions. The concept of 'sickness behaviour' is introduced to understand the more differential aspects of stress, fatigue and mood.
Psychoneuroimmunology is a relatively new field of study that investigates interactions between behaviour and the immune system, mediated by the nervous system. 'Sickness behaviour' describes behavioural changes or reactions of an (infected) organism to cope with illness. Sickness behaviour should be seen as an adaptation to an infection that also influences the process of recovery or further illness.
There are plausible explanations of how psychological factors (such as aspects of mood) might influence immunity and immune system-mediated disease. There is substantial evidence that psychological factors can influence both cellular and humoral indicators of immune status and function. There are consistent and convincing reports of links between stress and disease onset and progression.
Antigen = körperfremde (anti) Substanz,
meist schon an ihrer Oberfläche als solche erkennbar. Antigen
Capture Test.
Antigenwechsel = das veränderte
antigene Verhalten von Bakterienstämmen (antigenic
variation)
Antikörper = Proteine (Immunglobuline,
Ig), die vom Immunsystem gegen Antigene ins Feld geführt werden, um sie aus dem System zu entfernen. Das Ig-Protein erkennt ein bestimmtes Epitop auf einem Antigen.
Im Blut gibt es neben den A. (in freier Form) die Antikörper-Komplexe (Immunkomplexe).
"Bb gibt große Mengen von Proteinen ab, was nahelegt, daß spezifische Antikörper im Serum in Immunkomplexen gebunden sein könnten, was die Antikörper für Standardtests mit nicht-modifiziertem Serum unsichtbar macht. Produktion von Immunkomplexen erfordert eine andauernde (ongoing) Antigenproduktion, weshalb eine dauerhafte (persistent) Präsenz von Immunkomplexen ein Anzeichen für eine aktive oder andauernde (persistente) Infektion sein könnte." (Brunner, M, Sigal LH, Use of serum immune complexes in a new test that accurately confirms early Lyme disease and active infection with Borrelia burgdorferi, J Clin Microbiol. 2001 Sep;39(9):3213-21)
Komplexe sind chemische Verbindungen eines Stoffes A (des sog. "freien" Stoffs) mit einem anderen B, dem "Komplexbildner". B ist oft größer als der freie, ungebundene Stoff A selbst Komplexe AB haben andere Eigenschaften als ihre Bestandteile A oder B. Wenn man die gesamte Menge eines Stoffes bestimmt, sucht man nach dem freien Stoff A und allen seinen Komplexen B1, B2, ... Das kann das offensichtlich schwierig sein, weil man den einen oder anderen Komplexbildner nicht kennt oder einen Komplex nicht nachweisen kann.Tom Grier beschreibt die Entwicklung der Antikörper-Konzentrationen nach einer B. burgdorferi-Infektion.
antimikrobielle Mittel (siehe die folgenden Bakterizide: Penicilline, Cephalosporine und andere beta-Lactam-Antibiotika)
Antiphlogistika = entzündungshemmende Mittel.
Aphasie = eine Form der Sprachstörung.
Aprosexia = Aufmerksamkeitsschwäche in der Folge eines Gehirnschadens, einer Psychose oder einfach von Erschöpfung.
Arachidonsäure = ungesättigte Fettsäure in tierischen Fetten, z.B. im Waltran.
Arthritis = Gelenkentzündung.
arthron (griechisch) = Gelenk.
Asthma = starke Atemnot, die in Anfällen auftritt.
Atlas, Ronald M. "Principles of Microbiology", 2. ed., Wm. C. Brown (1997).
Atovaquon wird in Kombination mit Azithromycin verwendet gegen eine bei der Lyme-Borreliose zuweilen bestehende Begleitinfektion mit Babesia (Medikation nach JJ Burrascano, East Hampton, N.Y. and KB Liegner, Armonk, N.Y., USA).
Atrophie = Gewebeschwund infolge unzureichender Nahrungszufuhr ins Gewebe. Damit wird der Stoffwechsel in Richtung des Stoffabbaus verschoben.
Augmentin = orales Antibiotikum. Eine Tablette (625 mg) enthält 500 mg Amoxicillin und 125 mg Clavulansäure.
Autoantigen = körpereigene Zell(struktur), die vom Immunsystem fälschlicherweise als "fremd" angesehen wird.
Autoimmunreaktion = Immunabwehr gegen körpereigene Bestandteile. Siehe auch
bakteriologische Heilung = Heilung im Sinne der Beseitigung der Bakterien.
bakteriostatisch = die Bakterienvermehrung durch Behinderung der Proteinsynthese reversibel hemmend.
bakterizid = den Bakterienzelltod herbeiführend. Manche Organismen reagieren auf potentiell bakterizide Antibiotika (z.B. beta-Lactam-Antibiotika, die die Bakterien-Zellwand stören) mit Reparaturmechanismen und Wachstumsstop und überleben damit im Zustand der Bakteriostase (Rosin in Forth et al., S. 626).
Benzathin-Penicillin G bzw. V = kristalline Verbindung, die Penicillin G bzw. V und 1 Mol Dibenzyläthylendiamin enthät, wegen ihrer geringen Löslichkeit noch 3-4 Wochen nach i.m. Injektion wirksam (Depotpräparat).
Zellwandantibiotika (auch beta-Lactam-Antibiotika genannt) = potentiell bakterizide Antibiotika, welche versuchen, die Bakterienzelle abzutöten, indem sie sich an die Penicillin bindenden Proteine der Zellwand anheften und damit die Zellwände zerstören oder verändern (siehe auch: Mechanismen der Resistenz). Als Zellwand wird beim gram-negativen Bakterium das Sandwich Zytoplasma-Membran - periplasmatischer Raum - äußere Membran bezeichnet (siehe Zelle).
Zellwandantibiotika haben ein Molekügewicht zwischen 300 und 500 und behindern den Bakterienzellwand-Aufbau mit ihrem sog. beta-Lactam-Ring. Man charakterisiert sie daher auch als potentiell bakterizid.
Auf Grund der anderen Molekülkomponenten werden 4 Wirkstoffklassen und die Klasse der beta-Lactamase-Hemmer unterschieden:
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Eine Steigerung der Wirkung eines Zellwand-Antibiotikums erreicht man dagegen, indem man dessen Einwirkungszeit verlängert. Unser Körper entfernt es nach seiner Zufuhr wieder, weshalb seine Konzentration im Körper exponentiell mit der sog. Eliminationshalbwertszeit abnimmt. Ist das Antibiotikum zu Anfang noch ausreichend im Körper konzentriert, so ist das nach einger Zeit nicht mehr der Fall, wenn man nicht rechtzeitig eine neue Dosis des Antibiotikums zuführt. Man kann die Wirksamkeit der im Körper dadurch weiter aufrechterhalten, daß man die zeitlichen Abstände der Zufuhr nicht zu groß im Vergleich zu ihrer Eliminationshalbwertszeit wählt, und auf diese Weise ihre Konzentration immer im bakteriziden Bereich, d.h. ausreichend weit über der minimalen Hemmkonzentration MHK, hält (weitere Einzelheiten). Was "ausreichend" ist, entscheidet man auf Grund von Erfahrung. Siehe zur Dosierung auch Burrascano Empfehlungen.
Weil man Aminoglykoside (ebenfalls bakterizid) wegen ihrer toxischen Wirkung so schwach wie möglich dosiert, sind die im Körper vorliegenden Konzentrationen so gering, daß bei weitem nicht jedem Angriffspunkt auf dem Bakterium ein Antibiotikum-Molekül gegenübersteht. Erhöht man daher die Dosis und damit deren Konzentration im Körper, so verstärkt man die Wirkung. Man drückt das so aus: Die "Wirkungsweise des Antibiotikum ist dosisabhängig", was eine Abkürzung dafür ist, daß man das Antibiotikum in seinem "dosisabhängigen Konzentrationsbereich A" anwendet.
Die Aktivität kann auch vom speziellen Organismus und dem Ort der Infektion abhängen (Goodman & Gilman's , Kap. 43, "Pharmacokinetic Factors", page p 1160).
beta-Lactamase-Hemmer = (z.B. Clavulansäure und Sulbactam) verbinden sich mit beta-Lactamasen und inaktivieren sie dabei. Damit bewahren sie die beta-Lactam-Antibiotika vor Zerstörung durch die Zielbakterien. Sie sind bei den klinisch erreichbaren Konzentrationen unwirksam gegen die Typ I chromosomal-beta-Lactamasen, die von gram-negativen Bazillen (also auch Borrelien) abgesondert werden, wenn diese mit 2. und 3. Generation Cephalosporinen bekämpft werden (Goodman & Gilman's, Kapitel 45, "beta-Lactamase Inhibitors").
beta-Lactamasen (bL) = von Bakterien
(z.B. Borrelien) erzeugte Enzyme, die bei der enzymatischen
Inaktivierung des Penicillin (Penicillinasen)
und der Cephalosporine (Cephalosporinasen)
eine entscheidende Rolle spielen, indem sie deren beta-Lactamring hydrolytisch
öffnen.
Es gibt
beta-Lactamase-Isoenzyme = die überwiegende Mehrzahl der Bakterien produziert nur eine Form der Lactam-Enzyme. Man unterteilt die verschiedenen beta-Lactamasen-Isoenzyme je nach ihrer bakteriellen Herkunft in die Typen I - V (Kojda, S. 771), wobei weitere Untergruppen existieren ("Richmond-Sykes-Typisierung"). Eine andere Klassifizierung ist die in TEM-, SHV-, CMY- und CTX- und ähnliche Typen (siehe auch Bush K, Jacoby GA, Medeiros AA, "A functional classification scheme for beta-lactamases and its correlation with molecular structure", Minireview, Antimicrob. Agents Chemother. 1995; 39:1211-1233).
biliäre Ausscheidung = A. mit der Galle. Bei Ceftriaxon (Rocephin)
Biopsie = Untersuchung einer meist dem Menschen entnommenen Gewebeprobe.
Blebs (meist L- oder zellwandlose Formen genannt) = runde, kompakte Zysten (engl. cysts) aus Bb-Protein und mit Bb-DNA, die sich an der Oberfläche der Bb bilden. Siehe
beide Vorträge wurden gehalten am 1. Tag, d.h. am 9 April 1999, der 12th International Conference on Lyme Disease and Other Spirochetal and Tick-Borne Disorders, New York, April 9-10, 1999.
Blutspiegel = die im Blut (Blutserum) vorhandene bzw. nachweisbare Konzentration.
Borrelia burgdorferi = eine Gattung der Familie
Spirochaetacea (gramnegativ).
Vor allem durch Zecken übertragene Erreger z.B. der Lyme-Krankheit.
Literatur:
andere Borrelien = B. berbera, B. carteri, B. caucasia, B. duttonii etc.: Erreger verschiedener Typen des Rückfallfiebers.
Bradykardie = zu langsame Herzfrequenz (weniger als 60 pro Minute). Tachykardie ist das Gegenteil.
Bronchiektase = dauerhafte Erweiterungen von Bronchialästen, angeboren oder durch Bronchitis zugezogen.
Bulimie = übermäßiges Eßbedürfnis, nach Nahrungsaufnahme selbst herbeigeführtes Erbrechen. Auch im Wechsel mit anorexia nervosa auftretend, begleitet von Menstruationsstörungen, Abführmitteln, akuter Magenerweiterung oder depressiven Verstimmungen nach dem Essen.
Candida = Hefepilze mit zahlreichen krankheitserzeugenden Arten. Candidiasis = Kandidamykose = Pilzerkrankung. Informationen zum Einfluß auf Borreliose und zur Vermeidung von A.J. Lumsdaine.
CAT = Computer Aided Tomography, computerunterstützte Schichtaufnahme.
Cd-57 (Natürliche) Killer-Zellen
"Ich empfinde den CD-57-Test als sehr wertvoll (Dank an Dr. Stricker!). Er spiegelt das Maß an Aktivität der Borreliose-Infektion wider.Literatur (hinzugefügt durch J. Gruber):
- Stricker RB, Winger EE. Decreased CD57 lymphocyte subset in patients with chronic Lyme disease, Immunol Lett 2001 Feb 1;76(1):43-8,
- Stricker RB, Burrascano J, Winger E., Longterm decrease in the CD57 lymphocyte subset in a patient with chronic Lyme disease. Ann Agric Environ Med. 2002;9(1):111-3.
Er wird z.B. durchgeführt unter der Test-Order-Nummer 32 103 - 5 (Stricker NK Panel) in den
Immunodiagnostic Laboratories (IDL)(Bemerkungen von J. J. Burrascano, 29. April 2003)
10930 Bigge Street
San Leandro, CA 94577, USA
tel: +1 510 635-4555
fax1: +1 510 635-5667
fax2: +1 510 635-5367
toll free: (800) 888-1113 (funktioniert nur innerhalb der USA)
email: postmaster@idl-labs.com oder Contact"
Cefuroxim = i.v. zu verabreichendes Cephalosporin der 3. Generation.
Cephalosporine = erstmals 1945 nachgewiesene, den Penicillinen chemisch verwandte Antibiotika, beide mit gleichem beta-Lactam-Ring ("beta-Lactam-Antibiotika"). Sie werden in Generationen eingeteilt (G1 - G4). C. der höheren Generationen sind
Chemotaxis = Anziehung von beweglichen Stoffen zur Haftstelle. Die Anziehung wird durch eine chemische Reaktion herbeigeführt.
Chromatographie = Auftrennung eines Gemischs von chemischen Verbindungen: Das Gemisch wird durch ein geeignetes Trägermedium transportiert. Dabei werden die Verbindungen abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung verschieden vom Trägermedium zurückgehalten. In diesem "Wettlauf" durch das Trägermedium bilden sich also Gruppen. Jede Gruppe hat ihr eigenes chemisches Verhalten.
chromosomal kodiert = ihre Eigenschaften sind in Genen auf den Chromosomen (die Chromosomen sind wesentlicher Bestandteil des Zellkerns) festgelegt, im Gegensatz zu Eigenschaften, die auf extrachromosomalen Genen, z.B. den Plasmiden kodiert sind.
chronische Borreliose, eine Quelle bzgl. der Geschichte und des aktuellen Standes (Juni 2000) der Studie der United States National Institutes of Health (NIH) findet sich unter dieser Adresse: http://www.geocities.com/HotSprings/Oasis/6455/nih-study-links.html. Siehe auch das Suchergebnis zu chronic Lyme bei dem NIH
Clavulansäure = beta-Lactamase-Hemmer. Stärker als Sulbactam. Berichtet wurden Therapiebeeinträchtigungen durch bakterielle Reaktion, nämlich eine gegen die Clavulansäure gerichtete Überproduktion (Induktion, d.h. Anregung, S. 637 in Forth et al.) von beta-Lactamasen.
Clearance = Klärwert = die vom Pharmakon (Medikament, Antibiotikum) pro Minute gereinigte Plasmamenge.
"Die Bedeutung der verschiedenen renalen Mechanismen
Dieser Begriff läßt sich einfach ableiten: Beim Menschen werden in den Glomeruli durchschnittlich 130 ml Plasmawasser pro Minute pro 70 kg Körpergewicht mit dem darin gelösten Pharmakon abfiltriert. Das Wasser wird anschließend in den Tubuli fast quantitativ, d.h. ca. 129 ml pro Minute, rückresorbiert. Dies bedeutet, daß zunächst 129 ml Plasma/min vom Pharmakon befreit werden.
Die Clearance eines Pharmakons ist die vom Pharmakon pro Minute gereinigte Plasmamenge:
Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß es sich in diesem Falle nur um die sogenannte renale Clearance (= Clearance über die Niere) handelt.
Da Stoffe in der Regel nicht nur über die Niere, sondern auch über andere ("extrarenale") Wege ausgeschieden werden, stellt die renale Clearance nur eine Kenngröße für den Nierenanteil im Rahmen der sogenannten totalen oder Gesamtkörper-Clearance dar. Nur in jenen Fällen, in denen ein Pharmakon ausschließlich renal eliminiert wird, sind renale Clearance und totale Clearance identisch. Andernfalls ist die letztere die Summe der Einzel-Clearances (Gleichung (I-4), Goodman & Gilman's, Seite 19).
Für pharmakologische Zwecke wird die Clearance am zweckmäßigsten in Form der Plasma-Halbwertszeit (t1/2
, Definition) des betreffenden Pharmakons umschrieben. Sie gibt den Zeitraum an, innerhalb dessen die Blutkonzentration auf die Hälfte des Initialwertes abgesunken ist und hängt auch von den extrarenalen Faktoren ab."
Beispiel:
CL = Clearance aus dem Blut-Kompartment (ml pro Minute)
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Zur Abbildung: Das dick gezeichnete Rechteck bezeichnet 1 Liter Blutvolumen (Verteilungsvolumen). Das dünn gezeichnete Volumen stellt das Blutvolumen dar, das pro Minute gereinigt wird. Die Vorstellung ist, daß in jeder Minute ein Volumen CL (ml) des Verteilungsvolumens V entfernt, daraus in der Niere ein angegebener Prozentsatz des Antibiotikums entfernt wird (und dann CL dem Blutvolumen wieder hinzufügt wird).
In Goodman & Gilman's Appendix II, the "plasma clearance" for cephalexin is reported as CL/F = 4.3 ml min-1 kg-1, with 91% of the drug excreted unchanged in the urine. For a 70-kg man (F = 70 kg), the "total body clearance from plasma" CL = 300 ml/min, with renal clearance accounting for 91% of this elimination.
In other words, the kidney is able to excrete cephalexin at a rate such that approximately 273 ml of plasma would be freed of drug per minute.
Because clearance usually is assumed to remain constant in a stable patient, the total rate of elimination dm/dt of cephalexin will depend on the concentration of drug in the plasma as given in Gl. 2
Clostridium difficile = Bakteriengattung, die bei Antibiotika-Therapie andere Darmkeime zahlenmäßg übertreffen kann, dabei Gifte erzeugt und eine Darmschleimhautentzündung erzeugen kann.
Commotio cerebri = "Gehirnerschütterung", nicht mit neurologischen Symptomen verbunden.
Copaxone = Copolymer 1 (Cop 1, glatiramer acetate). Ein Mittel, welches das Fortschreiten und die Rückfallrate bei Multipler Sklerose verringert.
siehe auch
Verwendung von intravenösen Antibiotika und Copaxone bei MS/chronischer Neuroborreliose.
Zu seinen Wirkungsweisen gehört nach Aharoni R, Teitelbaum D, Arnon R, and Sela M, Copolymer 1 acts against the immunodominant epitope 82-100 of myelin basic protein by T cell receptor antagonism in addition to major histocompatibility complex blocking. Proc. Natl. Acad. Sci. USA. 1999 January 19; 96 (2): 634-639:
Cop 1 beeinträchtigt in vivo nicht Immunantworten auf andere Angriffe und führt nicht zu einer allgemeinen Immunschwäche, wie man es erwartet, wenn die Wirkung sich auf MHC-Molekül-Blockade beschränkt (vgl. Kortikosteroide). Das immunologisch ähnliche Reagieren (Kreuzreaktion) von Cop 1 und dem natürlichen Autoantigen MBP ist sowohl auf dem zell-vermittelten wie dem humoralen Zweig der Immunreaktion nachgewiesen worden.
Gran B; Tranquill LR; Chen M; Bielekova B; Zhou W; Dhib-Jalbut S; Martin R, Mechanisms of immunomodulation by glatiramer acetate, Neurology 2000 Dec 12;55(11):1704-14:
CPK = Creatinphosphokinase. Eine ATP-spezifische Kinase (Enzym): CK0 (Normwerte bei Männern < 80 U/L, Frauen < 70 U/L), katalysiert die -obligat magnesium- bzw. manganabhängig- Lohmann-Reaktion: 3 Isoenzyme - sie bestehen aus den Untereinheiten B (brain) und M (muscle):
defizient = mit einem Mangel an ... behaftet.
Demyelinisierung = Schädigung bis zur Zerstörung von Myelin im Nervensystem bei Entmarkungskrankheiten oder nach anfänglicher Schädigung von Nervenzellen z.B. durch Entzündung, Vergiftung oder Immunerkrankung.
Differentialdiagnose = Diagnose einer anderen aber ähnlich erscheinenden Krankheit. Einige DD'en bei Borreliose aufgezählt von
Suche auch in Medline nach differential diagnosis AND lymedistal = weiter entfernt von der Körpermitte oder dem Zentralnervensystem.
DNA/RNA = Nukleinsäuren (A = Abkürzung für acid, Englisch für Säure), Träger der Erbinformationen.
Dura (Mater) = die äßere, straffe Hüllhaut des Zentralnervensystems (s.a. Meningen), bestehend aus kollagenem Bindegewebe u. einer niedrigen inneren, einschichtigen Epithelschicht; sie ist von der Arachnoidea durch das Cavum subdurale (Subduralraum) getrennt.
dys- = (griechisch) übel-, miß- oder fehl-.
Dysgeusia = Geschmacksfehlempfindung, meist im Zungen-Nerv, ein unangenehmer Geschmack im Mund.
Ehrlichiose = Human Granulocytic Ehrlichiosis (HGE) oder Human Monocytic Ehrlichiosis (HME). Siehe Zeckenübertragene Krankheiten.
ekzematoid = mit ekzemähnlichem Aussehen.
Ekzem = nicht klar abgegrenzte Hautveränderungen, z.B. Knötchen-, Bläschen- und Schuppenbildung mit Hautrötungen (Erythem).
Elektronentransfer = chemisch äquivalenter Ausdruck für Oxidation (Elektronenabzug) oder Reduktion (Elektronenzufuhr).
Elektrophorese = (griechische Wortstämme: elektron (d.h. hier elektrische Spannung) und pherein = tragen) Transport infolge einer angelegten elektrischen Spannung.
ELISA = enzyme- linked immuno sorbent assay, Enzym-Immunoassay, Bestimmung der Konzentration von Antigenen (AG) in Körperflüssigkeiten (siehe auch Kuby, Kapitel 6, S. 158). Der Prozeß der Sandwich-ELISA besteht aus 6 Schritten:
Bei der indirekten ELISA bindet man umgekehrt
Abhilfe bei der indirekten ELISA (d.h. beim Nachweis von Antikörpern in der zu untersuchenden Patienten-Probe):
Weitere Information zur ELISA
endo (griechisch) = innerhalb.
Endokarditis = die Entzündung der Herzinnenhaut. Subakute Form: zu Anfang Anämie, zunehmende Herzschwäche, langer, schubweiser Verlauf (6 Wochen oder mehr). Akute Form: Zerstörungen auch an intakten Herzklappen, schwerer Verlauf, Fieber, Schüttelfröste, Herzschwäche, Bewußtseinstrübung, Gefahr der Embolie.
Endothelium = die einschichtige Deckschicht, Auskleidung der
Endotoxine = Bestandteile der Zellwand von gram-negativen Bakterien, die bei dem Bakterienstoffwechsel und bei Auflösung des Bakteriums durch Antibiotika freigesetzt werden und eine heftige Immunreaktion hervorrufen.
Entzündung = ein lokaler akuter Prozeß, der z. B. über Erzeugung von Komplement-Produkten Gefäßwände durchgängiger macht (vasodilatation). und die kapillare Durchlässigkeit des Gewebes erhöht. Mit beiden Reaktionen wird der Leukozyten-Zustrom, wie der von phagozytischen Zellen, in das und deren chemische Bindung (Chemotaxis) in dem geschädigten Gewebe ermöglicht. Die Entzündung schädigt das Gewebe und ist damit häufig für die Krankheitsempfindung verantwortlich (siehe Wirt-Pathogen-Wechselwirkung).
Enzephalitis = Erkrankung des Zentralnervensystems, besonders des limbischen Systems. Limbische Enzephalitis mit Verhaltensstörungen wie Aggressivität, Angst, sexueller Enthemmung (vor allem mit einseitigen Lähmungen), Polyneuropathien, Depressionszustände mit Wahnvorstellungen.
Enzephalopathie = krankhafte Hirnstörung (siehe auch Darstellung im Essay von Dr. J.D. Bleiweiss).
Enzym = Proteine, Biokatalysatoren (führen eine chemische Reaktion herbei, ohne selbst verändert zu werden).
Epidemiologie = geographische Verteilung der Häufigkeit von Krankheiten, auch der Ursachen und Risikofaktoren, des Verlaufs und der sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen.
Epitop (griechisch epi = auf, topos = Ort) = Antigen-Determinante = der Ort auf einem Antigen, der vom Immunsystem erkannt wird and an dem sich ein bestimmter Antikörper oder ein T-Zellen-Rezeptor an das Antigen bindet (Kuby, Kapitel 1, S. 14)
Erhaltungsdosis = Dosis eines Medikaments, die notwendig ist, um eine Medikamentenkonzentration im Körper zeitlich konstant zu halten. Der Körper scheidet dabei diegleiche Menge aus, wie er aufnimmt.
Erp = Proteine auf der Oberfläche von B. burgdorferi. Sie binden sich an einen Inhibtor im Wirt (von Bb befallenen Lebewesen). Ein Inhibitor ist ein Botenstoff des Immunsystems, das Proteine des Komplement-Systems inaktiviert. Nachdem Erp an den Inhibitor gebunden hat, wird Bb vom Komplement-System nicht mehr beschädigt. Bb hat eine Reihe verschiedener Erp-Proteine, mit denen es sich gegen den Komplement-Angriff verschiedener Lebewesen schützt
Literatur:
Erregerpersistenz = Weiterleben der Erreger.
These abstracts show that Lyme disease is in fact known to persist or relapse despite antibiotic therapy. 12 pages.
Erythema chronicum migrans (ECM) = flächenhafte Hautrötung, meist von einem Zeckenstich ausgehend, erscheint in 60 - 70% der (klinisch als Lyme-Kranke identifizierten) Patienten, üblicherweise 4 - 14 Tage nach der Infektion (Early and specific antibody response to OspA in Lyme Disease). Später wird das Zentrum blasser, und die Rötungbreitet sich über große Flächen ausbreitet. Es ist ein spezifisches Erkennungszeichen für Borreliose, d.h. es tritt nur bei Borreliose auf. Eine Kultur einer Hautprobe aus dem ECM weist in 60 - 86 % der Fälle den Erreger, die Borrelia burgdorferi, nach (Berger et al. 1992). Kulturen anderer Proben sind wesentlich seltener erfolgreich (Coyle 1997).
Erythromycin = Makrolid-schwach toxisches Antibiotikum. Nachteile: rasch eintretende Steigerung der Resistenz der bekäpften Keime, hat nur bakteriostatische Wirkung.
ESR = (engl.) Erythrocyten Sedimentations Rate = (rote) Blutkörperchen-Senkunggeschwindigkeit, d.h. die Geschwindigkeit oder Rate, mit der rote Blutkörperchen in einer ungerinnbar gemachten Blutprobe absinken.
Eukaryoten = Zelluläre Organismen, die einen in eine Membran eingebundenen Zellkern haben, innerhalb dessen die Erbinformation der Zelle in Form von Chromosomen aus DNA gespeichert ist. Eukaryoten sind Algen, Pilze, Protozoen, Pflanzen und Tiere.
Exanthema = Ausschlag, Rötung, Erythema.
Exposition = Kontakt mit einem Krankheitserreger, Substantiv von exponieren = einem Erreger aussetzen.
nervus facialis VII. Hirnnerv.
Fazialisparese = Lähmung des Fazialis-Nervs und infolgedessen der von ihm versorgten Gesichtsmuskulatur. Lähmung im Mundbereich (zentral und peripher), letztere meist einseitig, mit verschobener Stirn- und Nasen-Lippen-Falte, Lähmung des Stirnrunzelns und der Mundbewegungen, evtl. auch Gehör- und Geschmacksbeeinträchtigung (1).
Fibroblast = junge Zelle, entstammt dem Mesenchym, beteiligt sich an der Bildung der Substanz zwischen den Zellen des Bindegewebes (Grund-, Kittsubstanz, Bindegewebsfasern).
Fibromyalgie:(fibrae (lateinisch) = Fasern, Myalgie) = Schmerzen im Bindegewebe
Fötus = das ungeborene Wesen im Mutterleib.
W. Forth et al. (eds.) "Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie", 6. Auflage, Wissenschaftsverlag, Mannheim, Leipzig, Zürich, Wien (1992), Beitrag von Prof. Dr. H. Rosin, Hygiene-Institut der Stadt Dortmund und Med. Mikrobiologie und Virologie, Universität Düsseldorf, "Antibiotika und Chemotherapeutika: Antiinfektiöse Therapie".
gastro = den Magen betreffend, intestin = den Darm betreffend.
generalisiert = über den Körper ausgebreitet. (Gegenteil: systemisch).
Generationsdauer einer Einzelzelle = Dauer TG eines Zell-Zyklus, gemessen als die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Mitosen.
Bei einer Bakterienpopulation variiert die Einzelzell-Generationsdauer während der Entwicklung der Population. Jede Entwicklungsphase hat ihre eigene Einzelzell-Generationsdauer TG bzw. ihre spezifische Generationsdauer-Verteilung TG, min ... TG, max. Man muß also bei der Angabe der Einzelzell-Generationsdauer die Entwicklungsphase angeben, innerhalb derer man sie bestimmt hat.
Man unterscheidet die folgenden Entwicklungsphasen (Stephen T. Abedon, Important words and concepts (3/10/01) from Chapter 6, Black, J. G. (1999). Microbiology. Principles and Explorations. 4th ed., Prentice Hall, Ohio State University, Mansfield, OH 44903, USA):
In der Literatur werden zu einzelnen Antibiotika die Absterbekinetiken von Borrelia burgdorferi berichtet. Die Borrelienpopulation nimmt in diesen Absterbe-Experimenten exponentiell mit einer
Halbwertszeit TS = 10 ... 12 Stunden ab, abhängig u.a. vom Antibiotikum, seiner Einwirkungsdauer, Bb-Spezies und -Stamm (Abb. 1, Heinemann M et al.).
Wie in der folgenden Klammer näher erläutert wird, sind
(Hier ist das Argument dafür:
Prinzipiell kann die Abtötung gleich schnell (1.), langsamer (2.) oder auch schneller (3.) als die Zellteilung erfolgen:
Einige Grundlagen zur diesen Überlegungen zugrundeliegenden Pharmakodynamik.
Insgesamt sind also TS und TG von ganz ähnlicher Größe.
ist TS = TG.
Pollack RJ, Telford SR 3rd und Spielman A, Standardization of medium for culturing Lyme disease spirochetes, J Clin Microbiol 1993,May;31(5):1251-5.
TS < TG.
Interessanterweise wird zuweilen beobachtet, daß beim Vorhandensein von Zellwandantibiotika pro Zeit bis zu doppelt so viele Zellen absterben wie sich in dessen Abwesenheit teilen, mit anderen Worten:
1/2 TG < TS < TG.
Koop AH, Neef C, van Gils SA. A mathematical model for the efficacy and toxicity of aminoglycoside (April 2003). Workshop "Predictive Value of PK/PD models of antimicrobial drugs". Leiden University Medical Center, Leiden, The Netherlands, 4 - 5. September 2003.
Mouton JW, Vinks AA, Punt NC. Pharmacokinetic-Pharmacodynamic Modeling of activity of ceftazidime during continuous and intermittent infusion. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 1997;1(4):733-738.
Vinks AA, Punt NC and Mouton JW. Pharmacokinetic-Pharmacodynamic Modeling of Bacterial Growth and Killing using the Modified Zhi Emax model. Workshop "Predictive Value of PK/PD models of antimicrobial drugs". Leiden University Medical Center, Leiden, The Netherlands, 4 - 5. September 2003.
Gewebetypisierung = Charkterisierung eines Zellgewebes nach seiner Immunabwehrfunktion. Entscheidend dafür ist der MHC (major histocompatibility complex).
Gliazelle (engl. glial cell) = Zelle des interstitiellen Nervengewebes, füllt die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen bis auf einen 20 nm breiten Spalt aus, bildet die Markscheiden und stützt, ernährt die Nervenzellen und wirkt phagozytisch. Im peripheren Nervensystem: Hüll- oder Mantelzellen der Ganglienzellen und die Schwann-Zellen der Nervenfasern. Die Gliazellen sind im Gegensatz zu den Nervenzellen vermehrungsfähig. ----
Glukose-Konzentration im Liquor bzw. das Verhätnis der Glukose-Konzentrationen im Liquor zu der im Serum ist bei Borreliose oft erniedrigt: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7.
gramnegativ - grampositiv = Bakterienklassifikation nach Bergey. Stäbchenbakterien, u.a. Spirochäten, also auch Borrelia burgdorferi, sind gramnegativ.
(Elimations-) Halbwertszeit (t1/2) = Zeit, in der die Hälfte eines in das Körperkompartment K aufgenommenen Antibiotikums vom Körper wieder auf dem Weg a ausgeschieden wird.
Um die Halbwertszeit mathematisch zu definieren, wird hier folgender einfacher Prozeß beschrieben (Bezeichnungen, Näheres in Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical Pharmacokinetics" in Leslie Benet Abschnitt "Pharmacokinetics"):
(Gl. 1) Ausscheiderate (definiert als Menge dm, die pro Zeiteinheit dt ausgeschieden wird) = dm/dt = - (ln2/t1/2) m.
Den Ausdruck (ln2/t1/2) kürzt man mit k ab:
ln2/t1/2 = k,
und erhält statt Gl. 1
(Gl. 1a) Ausscheiderate = dm/dt = - k m.
Zur Bedeutung von k:
Dividiert man beide Seiten von Gl. 1a durch m, erkennt man: k ist der Bruchteil von m, der pro Zeiteinheit auf dem Weg ausgeschieden wird:
(dm/dt)/m = - k.Der Vorteil der Beschreibung Gl. 1a mit Eliminationskonstanten ki gegenüber der Gl. 1 mit Halbwertszeiten zeigt sich bei der Ausscheidung über mehrere Wege a1, a2, ... an. Z.B. für a1 = Galle und a2 = Niere:
dm/dt = dm1/dt + dm2/dt.
Die Ausscheiderate dm/dt ist die Summe über die Wege, d.h. man addiert die Eliminationskonstanten der Ausscheidewege zu einem Gesamt-k auf:
k = k1 + k2 + ... kn
Rechnerische Beziehungen zwischen den Begriffen
"Eliminationshalbwertszeit",
"Eliminationskonstante",
"Clearance" und
"Verteilungsvolumen"
(nach Goodman & Gilman's, Allgemeine Grundlagen, Kapitel "Clinical
Pharmacokinetics" in Leslie Benet Abschnitt "Pharmacokinetics")
Folgende Bezeichnungen werden verwendet:
a = Ausscheideweg, z.B. Ausscheidung über die Nieren,
C = Konzentration des Antibiotikums im Kompartment K (g des Antibiotikum/ml Kompartmentvolumen),
CL = Clearance (ml/min). Zuweilen wird die Clearance auf das Körpergewicht bezogen angegeben und hat dann die Maßeinheit ml/(min kg). Um aus dieser Angabe CL zu berechnen, muß man sie mit dem Gewicht (z.B. 70 kg) des behandelten Menschen multiplizieren.
k = Eliminationskonstante (1/min),
K = Körperkompartment, das das Antibiotikum enthält, z.B. das Blutplasma,
ln2 = 0.693 (natürlicher Logarithmus von 2),
m = Menge des Antibiotikums (g).
dm/dt = Eliminationsrate = zeitliche Änderung der Menge des Antibiotikums in K auf dem Weg a (g/min).
t1/2 (Eliminationshalbwertszeit) = ln2/k (min).
V = Verteilungsvolumen = verabreichte Menge m des Antibiotikums dividiert durch die in K gemessene Konzentration C, (also V = m/C).
Bedeutung des Verteilungsvolumens: Beispiele für V
Zur Bedeutung von CL (siehe auch Clearance):
Weil V das Verteilungsvolumen des Kompartments K (z.B. des Plasmas) ist, das m enthält, ist die Clearance k V der Teil des Volumens V, der pro Zeiteinheit z.B. über die Nieren, vom Antibiotikum befreit wird.
Nun kann man, wie in Goodman & Gilman's pharmakokinetischen Datenanhang üblich, die Eliminationshalbwertszeit durch die Clearance CL ausdrücken:
(Gl. 4)
t1/2 = ln2 m / (C CL)
Beispiel für ein Antibiotikum, das nur ins Plasma eintritt und allein durch Filtration in den Nieren aus diesem entfernt wird:
Mit CL = 129 ml/min (Filtration) und V = 3 l (Plasmavolumen) ergibt sich nach (Gl. 3):
t1/2 = 23 min.
Halluzinationen, z.B. auch musikalische H. Bei Borreliose
Haplotyp = Satz von Genformen, die den Major Histocompatibility Complex (MHC, Hauptkomplex im System der zellulären Immunabwehr) bilden. Der MHC enkodiert die MHC-Moleküle auf den T-Zellen. Die MHC-Moleküle der Klasse II erkennen Bruchstücke von Bakterien, welche von (Wirts-)Zellen nach Eindringen des Bakteriums hergestellt und dann außen präsentiert werden. Die Haplotypen werden ererbt. Auf diese Weise hängt die T-Zellen-Immunantwort
Zur Abhängigkeit bei Borreliose:
Hemiplegia vollständige (= Hemiparalyse) oder unvollständige (Hemiparese) Lähmung einer Körperhälfte.
Herzblock = Störung des Systems, das den Herzrhythmus steuert. Die Folge ist ein unkoordiniertes Ventrikel/Vorhof-Kontrahieren.
HLA = human leukocyte antigen, HLA-System
Hitze-Schock-Proteine (Hsp)
molekulare Mimicry
Hsp = eine Gruppe von
Proteinen, die bei Zell-Belastungen, z.B. erhöhten Temperaturen, von
Säugetier-Zellen erzeugt werden (ein Beispiel ist das Hsp60, eine
Kopmponente der menschlichen peripheren Nervenfasern). Hsp werden aber
auch in einem weiten Spektrum von Bakterien und Parasiten erzeugt. Es ist
ein Zeichen von bemerkenswerter evolutionärer Konstanz dieser Proteine,
daß bei Säugetier- und Mikrobe mehr als 50 % der Aminosäure-Sequenzen in den Hsp identisch sind. ("Mimicry",
ein Beispiel ist ein Epitop
des Flagellin von Borrelia burgdorferi, p41). Bei verschiedenen Infektionen
durch solche Mimicry-Bakterien und -Parasiten wurde gezeigt, daß
diese Hsp wesentliche immunodominante Antigene sind, d.h. ein wesentlicher
Teil der Immunantwort ist gegen genau diese (Bakterien- oder Parasiten-) Hsp
(als Antigene) gerichtet.
Daher wird die Hypothese vertreten, daß die aus ihrem Selektionsprozeß hervorkommenden T-Zellen nicht ausreichend zwischen Eigen-Hsp und Fremd-Hsp unterscheiden können (nicht ausreichend "selbst-tolerant" sind (Kuby, Kapitel 12, S. 289). Das würde eine Autoimmun-Komponente bei diesen Infektionen zur Folge haben (d.h. der infizierte Körper richtet die Abwehr auch gegen sich selbst) (Kuby, Kapitel 20, S. 497).
Weitere Beispiele aus der Borreliose-spezifischen Literatur:
Man will systematisch untersuchen, wie groß das Spektrum (auch "Profil" genannt) der Peptide ist, das T-Zellen, z.B. aus dem Liquor eines chronisch an Neuroborreliose Erkrankten, richtig oder falsch als "fremd" erkennen. Ein Zwischenergebnis: Die T-Zellen antworteten am stärksten auf B. burgdorferi Peptide (Proteine mit wenigen Aminosäuren), richteten sich aber auch gegen eine Reihe anderer Peptide, u.a. menschliche Autoantigene, die bei chronischer Borreliose möglicherweise von Bedeutung sind.
Weitere Literatur
In general these studies do not address the persistence of Borrelia as a persistent stimulus to host autoimmune dysfunctions. Clinicians treating chronic Lyme with chronic antibiotics often find that initial autoimmune markers found associated with Lyme Disease patients decrease in titer and then disappear along with the clinical evidence of persistent illness. This is found, for example, in positive ANA titers, positive Rheumatoid factor levels, positive anti thyroglobulin levels, positive anti cardiolipin levels etc.
This is so common that if a battery inclusive of a wide range of "auto antibodies" were done on every chronic Lyme Disease patient, then a heterogeneous but everpresent display of molecular mimicry would be expected.
The decrease and then disappearance of these markers with antibiotic treatment is evidence that the continued immune dysfunction of self attack is dependent not only on continued near homologies with the germs but also with the continued presence of the microbes- even though the germ load at later stages of treatment may be more at a smoldering infection of little fires in niche tissue sites ie similar to persistent vaccination.
Our immune system has evolved so advanced in recognizing self from dangers of pathogens that it may not be likely that the switch is turned on so absolutely by pathogen mimicry that is not absolute.
Can patented pharmaceuticals be so discrete as to target the immune mimicry switches without impairing essential other host immune messages and messengers? Or would it be better to follow the path of microbe eradication and downregulation of host immune dysfunction as a natural course? (from Endocrine Reviews 1993 on chronic infections and chronic endocrine dysfunctions of an autoimmune type)
Allgemein sprechen diese Studien das Überleben von Borrelien nicht an, den nicht abklingenden (persistenten) Auslöser (Stimulus) der Wirts-Fehlfunktionen. Kliniker, die chronische Borreliose mit chronischen Antibiotika behandeln, finden oft, daß anfänglich gefundene Autoimmun-Marker in Borreliose-Patienten im Titer abklingen und dann zusammen mit der klinischen Erscheinung der chronischen Erkrankung verschwinden. Man findet das z.B. in positiven ANA-Titern, positiven Rheuma-Faktor-Niveaus, positiven anti-Thyroglobulin-Niveaus, positiven Anti-Cardiolipin-Niveaus usw.
Dies ist so weit verbreitet, daß, wenn bei jedem Borreliosekranken ein Spektrum von "Auto-Antikörpern" gemessen würde, eine heterogene, aber allgegenwärtige Darbietung von molekularer Mimicry erwartet würde.
Die Abnahme und dann das Verschwinden dieser Marker mit antibiotischer Behandlung ist Beweis dafür, daß fortgesetzte Immunfehlfunktion von Selbst-Angriff abhängt, nicht nur von fortgesetzten Fast-Homologien mit den Keimen, sondern auch mit der fortdauernden Anwesenheit von Mikroben - obwohl die Keimzahl in späteren Stadien der Behandlung vielleicht ähnlicher einer glimmenden Infektion in Form kleiner Feuer in Nischengewebe-Kompartments, also ähnlich einer dauerhaften Impfung, ist.
Unser Immunsystem hat sich so fortgeschritten entwickelt beim Unterscheiden von Selbst und Gefahren durch Krankheitsträgern, daß es nicht wahrscheinlich sein könnte, daß der Schalter so absolut durch Erreger-Mimicry angedreht wird.
Können patentierte Pharmazeutika so genau auf die Immun-Mimicry-Schalter gezielt wirken, ohne unabdingbare andere Immunmeldungen und -Melder des Wirts zu beeinträächtigen? Oder wäre es besser, als natürliche Vorgehensweise den Weg der Erreger-Beseitigung zu gehen und der Herabregulierung der Immun-Fehlfunktionen im Wirt? ((zusammengestellt aus: Endocrine Reviews 1993 über chronische Infektionen und chronische endokrine Fehlfunktionen vom Autoimmun-Typus)
Horner's Syndrom (okulo-pupilläres
Syndrom) = Absenkung des Augenlids, Verengung der Pupille und Zurücksinken
des Augapfels (Ptosis, Miosis und Enophthalmus) infolge einer Lähmung
der vom Sympatikus innervierten Muskeln des Augapfels.
Hydroxychloroquin = Anti-Malaria-Medikament, das zuweilen bei Lyme eingesetzt wird.
hyper (griechisch) = über, in der Medizin
auch im Sinne von mehr (als normal) gebraucht.
Hypästhesie = verminderte Reizempfindlichkeit.
Hyperkinese = übermäßige
Bewegungsaktivität.
Hyperglykämie = krankheitsbedingte
Erhöhung des Blutzuckers.
Hyperreflexie = gesteigerte Reflexerregbarkeit,
z.B. bei Spastizität, Rigidität.
Hypersomnie = sehr starkes Schlafbedürfnis,
z.B. bei Vergiftungszuständen.
Hypersomnolenz = sehr starke Benommenheit
mit nicht normaler Schläfrigkeit, leichtere Form der Bewußtseinstrübung
(mit Erweckbarkeit und meist nicht vollständiger Erkenntnislücke).
hypo (griechisch) = unter, unter ... gelegen,
in der Medizin auch im Sinne von weniger (als normal) gebraucht.
Hypoglykämie = Absinken des
Blutzuckers unter Normalwerte (unter ca. 400 mg/Liter).
Hypothalamus = der Teil des Zwischenhirns,
der unterhalb des Thalamus (Sammelstelle für die Sinnessysteme außer
Geruchssinn) bzw. Sulcus hypothalamicus liegt. Zentrales Steuerungsorgan
der vegetativen Funktionen, also von Hunger, Durst,
Körpertemperatur, Kreislauf, Sexualität und Schlaf.
Hypothyroidismus = Schilddrüsenunterfunktion.
Imipenem
= beta-Lactam-Antibiotikum, unterbindet den Bakterienzellwand-Aufbau (daher
potentiell bakterizid), nur geringe Konzentration
im Liquor erreichbar (in Kojda,
S. 766, aber dort nicht mit Literatur belegt), kann Krampfanfälle
erzeugen. Um diesen vorzubeugen, nimmt man es oft mit Diazepan (Benzodiazepin,
einem Beruhigungsmittel), ein.
Immunelektronenmikroskopie = Elektronenmikroskopie von biologischen Objekten, z.B. B. burgdorferi, an die spezifische Antikörper angelagert wurden. Die so entstandenen Komplexe, also in unserem Beispiel die Antiköper:B.burgdorferi-Komplexe, werden unter dem Elektronenmikroskop auf Grund ihrer Form erkannt. Mit dieser Diagnosemethode hat Dagmar Hulinska im Prager Nationalen Gesundheitsamt (National Institute of Public Health
GEM-ELM, Srobarova 48, 10042 Praha 10, Tschechische Republik) erstaunliche Resultate erzielt, z.B. daß nur etwa die Hälfte von 19 Borreliosekranken das typische klinische Borreliose-Erscheinungsbild zeigen.
Immunglobuline (Ig) = als Antikörper
der spezifischen körpereigenen Abwehr dienende Plasmaproteine.
Man unterscheidet die Ig-Typen durch angehängte Großbuchstaben A, G, M, .... Bei Borreliose bildet der Körper IgM und dann IgG. Immunglobuline sind für jedes Antigen spezifisch, es gibt also z.B. für Borrelien spezifische IgM, IgG.
IGeneX, Inc.
Immunkompetente Zellen = Zellen
des Immunsystems, die auf ein bestimmtes Antigen spezifisch reagieren:
B-Lymphozyten (erzeugen Antikörper) und T-Lymphozyten (verantwortlich
für die Abwehr innerhalb von Zellen).
Immunkomplex = feste Verbindung eines Immunglobulins (Ig, bei Borreliose IgM, IgG) mit einem weiteren Molekül.
Wirkung auf die Entwicklung der Krankheit
J. Kuby gibt in Kapitel 19 (Seiten 473, 474) ihres Lehrbuchs "Immunology" eine grobe Übersicht des Einflußes vom Immunkomplexen bei Borreliose:
Wirkung auf die Labordiagnostik
Wegen seines gegenüber dem freien Ig veränderten chemischen und physikalischen Verhaltens kann sich der Immunkomplex der Entdeckung (durch ELISA, Western Blot etc., mutmaßlich auch durch das körpereigene Immunsystem) entziehen. Obwohl
Die andere Möglichkeit, der Nachweis des Immunkomplexes in der ELISA, wird auch oft nicht gewählt (siehe Verbesserung der ELISA).
Immunsystem
IFT =
Immuno-
Fluoreszenz-
Test,
im Englischen: IFA, Nachweismethode für Antigene in Zellen und Geweben:
(a) über mit Fluorchrom markierte Antikörper, die direkt an das
Antigen binden, oder (b) mit einem Zwischenschritt über einen nichtmarkierten
spezifischen Antikörper, der sich an das Antigen bindet und dann selbst
als Anlagerungort für eine fluorchromierte Verbindung wirkt. Die fluorchromierten
Moleküle werden unter dem Mikroskop gesucht. (siehe auch Kuby,
Kapitel 6,
S. 159.
Immun-Respons-Interval = Zeit mit höherer Immunsystem-Aktivität. In dieser Zeit treten die Borreliose-Symptome nach M.S. Barkley, meist gehäuft und stärker auf (Marylynn S. Barkley, Ph.D., M.D.,
Associate Professor,
Neurobiology, Physiology, and Behavior (NPB),
The University of California at Davis,
Davis, CA 95616, USA,
211 Briggs Hall).
Impfung gegen Lyme-Borreliose ist noch in der Entwicklung.
Induktor = Stoff, der die Produktion eines
anderen Stoffes in uns anregt: Beispiel: Ein Cephalosporin der 2. oder
3. Generation ist ein Induktor für Typ I
beta-Lactamase-Produktion durch Borrelia burgdorferi (Goodman
& Gilman's, Kap. 45, "Mechanisms of Bacterial Resistance to the
Cefalosporins").
beta-Lactamase-Induktion von
Inokulation = Einbringen oder Übertragen
eines Erregers oder von Zellmaterial, dem sog. "Inokulum", gleichbedeutend
mit (Be-)Impfung.
Insuffizienz der ... = unzureichende
Funktion von ....
Interstitium = Körperzwischenraum
zwischen Organen oder Geweben.
intra (lateinisch)= innerhalb, in ... hinein.
Intrakompartment-Antikörper-Synthese,
auf Englisch
Molecular mimicry as a possible mechanism of disease in chronic Lyme disease is being revealed more and more. Recent studies demonstrate significant homologies between Borrelia components and thyroid system or cardiac muscle host tissues at the molecular level. Thus an auto-immune attack may occur by mistake and contribute to disease pathology or even be a mechanism adapted by parasites to downregulate needed host defenses.
Molekulare Mimicry als ein möglicher Krankheitsmechanismus bei chronischer Borreliose wird mehr und mehr aufgedeckt. Jüngste Studien zeigen bedeutsame Ähnlichkeiten (sog. Homologien) zwischen Borrelien-Komponenten und Schilddrüsensystem- oder Herzmuskel-Wirtsgewebe auf der molekularen Ebene. Daher kann ein Autoimmunangriff als Fehler auftreten und zum Krankheitsverlauf beitragen oder sogar ein Mechanismus sein, den Parasiten anpassen, um notwendige Wirtsabwehr herunterzuschrauben ("herabzuregeln").
Wir finden die möglichen dosisabhängigen Retinaschädigungen und irreversiblen Hörschäden der Bedenken wert. Retinaschäden verschlimmerten sich auch nach Absetzen von Chloroquin weiter:
Medline Suche nach
Hilfreich sind auch dieselben Suchbegriffe in Verbindung mit chloroquine statt hydroxychloroquine.
Quelle: Skogman BH, Ekerfelt C, Ludvigsson J, Forsberg P, "Seroprevalence of Borrelia IgG antibodies among young Swedish children in relation to reported tick bites, symptoms and previous treatment for Lyme borreliosis: a population-based survey." Arch Dis Child. 2010 Aug 10.
The seroprevalence of Borrelia IgG antibodies was 3.2% (64/2000). Of these seropositive children
In addition, another 55 children reported a history of LB but were negative to Borrelia IgG antibodies in serum.

Figure 11a. Time course of development of antibodies and appearance of antigen (entnommen aus IgeneX-Papier: "Which Test to Perform?")
797 San Antonio Rd.,
Palo Alto, CA 94303 USA
Tel. 650.424.1191 / 800.832.3200
Fax. 650.424.1196
trennen die gebräuchlichen medizinischen diagnostischen Tests bis heute (Stand: Februar 2000) Immunkomplexe nicht auf (Brunner M, Stein S, Mitchell PD, Sigal LH, 1998). Die on-line-Version der Deutschen Ärztezeitung bezeichnete am 30.11.1999 das 1990 veröffentlichte Schutzer'sche Verfahren als neu (altes Link auf dem Webserver der Ärztezeitung unbekannt verändert. Eine site-spezifische Suche nach "Schutzer" oder "Coyle", den Wissenschaftlern, welche die Komplexauftrennung in die Borreliosediagnostik einführten, oder nach "Borreliose" und "Immunkomplex" oder "Auftrennen" ergab dort keine Treffer.)
J. Kuby, Immunology, Chapter 1
Weitere einführende Literatur
Upon completion of Immune Attack, the student will be able to demonstrate understanding of:
Humoral immunity has been shown to play a role in protection and this has spurred efforts towards developing a Lyme disease vaccine. A number of protective immunogens have been characterised to date, but due to the heterogeneity of Lyme disease Borreliae, no single molecule has proven to be completely effective as a vaccinogen. This review
Exner, M, Successful vaccination for Lyme disease: a novel mechanism? Expert Opin Biol Ther 2001 Sep;1(5):783-93.
Infusion = intravenöse (= in die Venen)
oder -arterielle (= in die Arterien), seltener rektale (= in den After),
subkutane (= unter die Haut) oder intraossolare (z.B. Sternum, Os (lateinisch)
= Knochen) Zufuhr größerer Flüssigkeitsmengen, meist tropfenweise. Für eine Dauerinfusion, d.h. den ganzen Tag über ablaufende Infusion, ist kein Krankenhausaufenthalt nötig. Es gibt eine unauffällige, elektronisch gesteuerte Pumpe (Infusionspumpe, engl. infusion pump, Abbildung z.B. hier), die man am Körper trägt, und die an einen gewöhnlichen (Infusions)Katheter angeschlossen ist.
Ein (hinreichender, nicht notwendiger) Nachweis einer aktiven Infektion mit Borrelien besteht darin, zwei (normierte) ELISA-Ergebnisse
miteinander zu vergleichen:
Jedes dieser beiden Ergebnisse ist normiert in dem Sinne, daß es
eine Verhältniszahl ist aus dem ELISA-Wert für IgG im Zähler
und dem Wert für alle Immunglobuline zusammengenommen (die totale
Immunglobulin-Konzentration darstellend) im Nenner.
Das Liquor-Serum-Verhältnis ist der Quotient aus diesen beiden normierten ELISA-Ergebnissen. Der Labornachweis für B. burgdorferi-spezifische Antikörper-Erzeugung im Liquor gilt als erbracht, wenn dieser Quotient (Liquor/Serum-Quotient, Liquor/Serum-Verhältnis, csf/serum-ratio) größer als 1 ist:
wobei
IgG(Bb) = B.burgdorferi-spezifische Immunglobulin G-Konzentration,
Igtotal = gesamte Immunglobulin-Konzentration,
(...)Liquor = Wert der Klammer im Liquor,
(...)Serum = Wert der Klammer im Serum.
i.m. = intramuskulär, d.h. in einen Muskel.
intrathekal = innerhalb der harten Rückemarkshaut, d.h. im bzw. in den Duralsack (= intradural, im Liquorraum). Intrathekale Antikörper-Produktion (oder -Synthese) ist eine hinreichende, aber nicht notwendige Bedingung für Neuroborreliose, d.h. man hat Neuroborreliose, wenn man im Liquorraum B. burgdorferi Antikörper produziert, aber Neuroborreliose ist nicht unbedingt mit intrathekaler Antikörperproduktion verbunden):
IR = invariable Region, eine immunodominante konservierte Region des VlsE (variable-major-protein (Vmp)-like sequence expressed), des Antigen-Variations-Proteins von Borrelia burgdorferi.
Weitere Informationen
Ischämie = durch Verengung oder sogar Verschluß der Arterien herbeigeführte Störung der Blutversorgung. Bei einem Gefäßkrampf spricht man vom Raynaud-Phänomen.
Isoenzyme (griechisch isos - dergleiche) = Enzyme, die formal die gleiche biochemische Reaktion ermöglichen, also den gleichen Namen tragen, sich jedoch in ihrer Eiweißstruktur unterscheiden. Sie sind mit bio- oder immunchemischen Methoden voneinander trennbar.
i.v. = intravenös, d.h. in eine Vene.
in vitro (lateinisch) = im (Reagenz-)Glas, d.h. im Versuch außerhalb des Organismus.
in vivo (lateinisch) = im lebendigen (Organismus).
Jarisch-Herxheimer-Reaktion (J-H-R) = heftige Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die von Bakterien abgegebenen Zellwand-Bestandteile (Endotoxine), insbesondere
Weiterführende Informationen:
The oxygen intake is increased. Arterial blood bicarbonate decreases as a result of impaired pulmonary gas exchange. Blood lactic acid is increased. The cardiac output remains high, indicating hypotension resulting from low systemic vascular resistance, at the same time pulmonary arterial pressure is increased. The administration of pure oxygen does not alter the changes in ventilation and circulation but favorably influences lactic acidosis. This may be a sign of tissue hypoxia. The lack of a favorable effect of hydrocortisone that acts as a stabilizer is also of interest. During recovery from the reaction, the mean pressure in the brachial artery remains low but cardiac output is still increased.
Die Untersuchung der Jarisch-Herxheimer-Reaktion bei Rückfallfieber entdeckt uns somit neue Konzepte dieses Syndroms .... "
aus: Oscar Felsenfeld, MSc, MD, "Jarisch-Herxheimer Reaction" in: Borrelia: Strains, Vectors, Human and Animal Borreliosis, Warren Green, Inc, St. Louis, Missouri, 1971, reprinted in Journal of Spirochetal and Tick-borne Diseases, Spring 1999, Volume 6, Number 1
Literatur
Bryceson AD, Cooper KE, Warrell DA, Perine PL, Parry EH, Studies of the mechanism of the Jarisch-Herxheimer reaction in louse-borne relapsing fever: evidence for the presence of circulating Borrelia endotoxin. Clin Sci. 1972 Sep;43(3):343-54.
Parry EH, Bryceson AD, Leithead CS, Acute hemodynamic changes
during treatment of louse-borne relapsing fever. Lancet. 1967 Jan 14;1(7481):81-3.
Schofield TP, Talbot JM, Bryceson AD, Parry EH, Leucopenia and
fever in the "Jarisch-Herxheimer" reaction of louse-borne relapsing fever.
Lancet. 1968 Jan 13;1(7533):58-62.
Weitere Literatur kan man mit einer Medlne -Suche nach den Stichworten "Parry tetracycline relapsing" finden.
Journal of Spirochetal and Tick-borne Diseases, JSTD-Home-Page, Das JSTD wird in allen medizinischen Bibliotheken in den USA und in allen staatlichen/lokalen Gesundheitsämtern in den USA und Kanada geführt. Adresse: Lyme Disease Foundation, 1 Financial Plaza, Hartford CT 06103, Tel. +1 860-525-2000, fax: 860-525-8425, email: Lymefnd@aol.com
Kardiomyopathie = Erkrankung des Herzmuskels.
Karditis = Herzentzündung. Herzprobleme: 1, 2.
Karpaltunnelsyndrom = eine Neuropathie des Nervus medianus, im Medianusbereich der Hand- mit brennenden Schmerzen (die bis in die Schulter ausstrahlen können, vor allem bei Rückbiegen der Hand), mit Unter- und Fehlempfindungen, Kältegefühl, später auch mit Muskelatrophie des Daumenballens.
kD = Kilodalton = 1000 Dalton, Einheit für das Molekular- oder Atomgewicht (Atomgewicht von C ist 12 Dalton).
Kinase = Enzym, das von Nukleotidtriphosphaten den Phosphatrest auf Substrate überträgt.
klinisches Bild = Charakteristika (Symptome,
Verlauf etc.) einer Krankheit.
Diagnose auf Lyme über die klinischen Symptome ist praktisch eine Ausschlußdiagose: Wenn nichts anderes in Frage kommt, tippt man auf Lyme.
Aber: In einer bedeutsamen Arbeit stellt die Mikrobiologin D. Hulinska fest, daß von den 18 mit immun-elektronenmikroskopischen Methoden diagnostizierten Borreliosekranken nur die Hälfte typische klinische Borreliose-Symptome hatte:
Honegr K, Hulinska D, et al. Persistence of Borrelia burgdorferi sensu lato in patients with Lyme borreliosis, Epidemiol Mikrobiol Imunol. 2001 Feb;50(1):10-6. (Medline Abstract).
Klon = Kopie eines Organismus.
kognitiv = die Wahrnehmung, das Denken betreffend.
Kojda, Georg, "Pharmakologie/Toxikologie systematisch", UNI-MED Verlag AG, Bremen (1997).
Komplementsystem = ein wesentlicher Teil des Immunsystems. Nach seiner Aktivierung entstehen in einer stark kontrollierten enzymatischen Kaskade Komplement-Komponenten C1 - C4, deren Wechselwirkung zur Bildung von Reaktionsprodukten führt, die die Entzündung und Antigen-Beseitigung bewirken.
Kuby, ImmunologySiehe auch
Chapter 14: The Complement System"The complement system, the major effector of the humoral branch of the immune system, consists of nearly 30 serum and membrane proteins. Following initial activation, the various complement components interact, in a highly regulated enzymatic cascade, to generate reaction products that facilitate antigen clearance and generation of an inflammatory response. There are two pathways of complement activation:
The two pathways share a common terminal reaction sequence that generates a macromolecular membrane-attack complex (MAC), which lyses a variety of cells, bacteria, and viruses.
- the classical pathway (components C1, C2, C3, C4)
- the alternate pathway (component C3, Factor B, Factor D, Properdin)
The complement reaction products amplify the initial antigen-antibody reaction and convert that reaction into a more effective denfense mechanism. A variety of small, diffusible reation products that are released during complement activation induce localized vasodilatation and attract phagocytic cells chemotactically, leading to an inflammatory reaction. As antigen becomes coated with complement reaction products, it is more readily phagocytosed by phagocytic cells that bear receptors for these complement products. In addition, some of the complement products have been shown to play a role in the activation of B lymphocytes. Finally, the terminal components of the complement system generate the membrane-attack complex.
Chapter 14 describes the similarities and differences in the two pahtways, the regulation of the complement system, the effector functions of various complement components, and the consequences of ereditary deficiencies in some components."
Kolitis = akute Schleimhautentzündung des Dickdarms.
Kortison wird zur Behandlung endzündlich-allergischer Zustände eingesetzt, es setzt die Immunreaktion des Körpers herab. Oft bei endzündlichen Vorgängen eingesetztes Präparat, das die Heilungschancen der Borreliose verringert (siehe auch John Drulle Antibiotika und Steroide).
Kortikosteroide = starke entzündungshemmende Mittel.
kranial = den Schädel betreffend.
Kultur = Vermehrung von Mikroorganismen (hier: Borrelien) oder Zellen auf einem Nährsubstrat, auf das Körperzellen, z.B. Serum oder Liquor, aufgebracht wurden. Schwierigkeiten bei der Kultur von Borrelia burgdorferi.
kultur-positiv = Nachweis von Bb, gezüchtet auf durch Patienten-Zellen infizierten Kulturen. L-Formen von Bb vermehren sich nicht auf kommerziell erhältlichen Nährsubstraten. Solche Kulturen sind falsch negativ. Man züchtet daher zunächst aus den L-Formen die spirochetale (Normal-) Form zurück und vermehrt diese dann. Dazu ist ein passendes Kulturmedium erforderlich (Phillips et al.1998, Preac-Mursic et al.1996).
Kreuzreaktion = Reaktion mit ähnlichen Antigenen wie denen eines betrachteten Krankheitserregers.
Läsion = Störungen einer Funktionen oder des Gewebegefüges.
Leptospirose und Rattenurin. Eine Korrektur des Kettenbriefs.
Leukozyten = weiße Blutkörperchen. Oberbegriff für Zellen des Immunsystems, also für Zellen wie die Monozyten (s. auch Makrophagen), die Neutrophile und die Lymphozyten. (Schema der Veränderung eines Leukozytenspektrums bei akutem bakteriellen Infekt.)
L-Form = Zellwand-Mangel-Form (cell wall deficient form, CWD form, L-Form -genannt zu Ehren des Lister-Instituts, zystische Formen, Blebs). Borrelia burgdorferi in dieser Form hat eine unvollständige äußere Oberfläche und Zellwand (AM, ZW). Damit können auch Strukturen fehlen, die an diese Teile gebunden sind, z.B. die Flagellen, die Lipopolysaccharide (Seite 18 in Mattman 1993) und die Proteine der äußeren Oberfläche (Outer Surface Proteins, Osp's, siehe auch Sadziene et al. 1991, Sadziene et al. 1995).
"Mittels Silber-Impräginierungen und immunochemischem Färben ist zystisches Material in jedem tierischen und menschlichen Gewebe nachgewiesen worden, das durch B. burgdorferi infiziert wurde. Zur Zeit ist nicht bekannt, ob diese Formen der Borrelia Produkte darstellenMan ist aber versucht, zu spekulieren, daß d[ies]er Überlebensmechanismus von Spirochäten (W. Burgdorfer, The Complexity of Vector-borne Spirochetes (Borrelia spp), 12th International Conference on Lyme Disease and Other Spirochetal and Tick-Borne Disorders, New York, April 9-10, 1999, published as "Arthropod-borne spirochetoses: a historical perspective." in Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 2001 Jan;20(1):1-5).
- von degenerierten Spirochäten oder
- von überlebenden Organismen, die in der Lage sind, sich in typische Spirochäten zu verwandeln, sobald günstige Umweltbedingungen wiederhergestellt sind.
Es ist im wesentlichen noch im Dunkeln, welche Bestandteile und Eigenschaften
der Bb für die Entzündungen, Infektivität, Umgehung des
Immunsystems und Krankheitsentstehung und -Entwicklung verantwortlich sind.
limbisches System = entwicklungsgeschichtlich frühes System zwischen Hirnstamm und Neokortex, regelt das affektive und Triebverhalten und dessen Verknüpfung mit den vegetativen Funktionen der Organe, wohl auch von Bedeutung für das Gedächtnis.
Linolensäure = dreifach ungesättigte, essentielle Fettsäure, bekannter Bestandteil des Leinöls.
Liquor cerebrospinalis (CSF) = die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit.
LPS = Lipopolysaccharid. LPS bei B. burgdorferi:
Lumbalpunktion = Entnahme einer Liquorprobe.
Lupus = "fressende Flechte", eine Autoimmunkrankheit mit Bildung von Antikörpern vor allem gegen Antigene der Zellkerne.
Lyme-Borreliose (LB) = abgekürzt Borreliose genannte Erkrankung des Körpers durch Infektion mit Spirochäten des Typs Borrelia burgdorferi.
Lyme Disease Foundation, 1 Financial Plaza, Hartford, CT 06103, USA, Tel.: (001) 860 - 525 - 2000, Fax: (001) 860 - 525 - 8425, E-Mail: Lymefnd@aol.com, 24-hr Hotline: (toll free number, nur in den USA anwendbar) 800 - 886 - LYME.
Lyme-Studien: Eine Auswahl von Arbeiten über den Verlauf von Lyme unter dem Einfluß von Antibiotika.
Lyme Urine Antigen Test (LUAT) = Untersuchung des Urins auf Teile (Antigene) von Borrelien. Diesen Test führt das IGeneX Reference Laboratory in Palo Alto, Kalifornien, USA, für ungefär 100 DM pro Probe durch.
lymphoretikuläres Gewebe = das aus retikulärem Bindegewebe und Lymphozyten zusammengesetze Gewebe der Milz und Lymphknoten.
Lymphozyten = B- oder T-Zellen, welche die im Blut zirkulierende (humorale) und die zell-vermittelte Immunantwort (Details, im Cache) in Gang setzen (Kuby, Kapitel 1, Seite 14):
Lymphozytentransformationstest (LTT) = die in-vitro-Messung der Vervielfältigung von spezifischen T-Zellen, also solchen, die als Antwort auf eine Reizung durch ein spezifisches Antigen aktiviert wurden (lymphocyte transformation assay, lymphocyte transformation test).
Die Bildung von spezifischen Antikörpern ist der Endpunkt der Immunantwort, die Bildung von spezifischen T-Lymphozyten ist demgegenüber der Beginn der Immunantwort.
Janis Kuby, "Immunology", (3. ed., 1997) Fig 1 - 14: Cellular interactions involved in induction of immune responses:
In diesem Bild ist der LTT der Nachweis des Beginns und der Antikörpernachweis durch ELISA oder WB der Nachweis des Endpunkts einer Immunantwort.
Siehe z.B.
Lymphozytom = Hautinfiltrate aus lymphoretukulärem Granulationsgewebe. Auftreten bei Lyme-Borreliose.
Makrophagen = die langlebigen, aus Blutmonozyten hervorgehenden, beweglichen Zellen des monozytären Systems.
Makrolid = Produkte (z.T. teilsynthetisch nach Isolierung derivatisiert) verschiedener Stämme des Streptomyces erythreus. Daher der Name des Leitmakrolids, Erythromycin. Die Substanz besteht aus einem 12 - bis 16-gliedrigen Lactonring mit glykosidisch gebundenem Aminozucker. Beispiele:
malar = auf die Wange bezogen.
Lida H. Mattman, Cell Wall Deficient Forms - Stealth Pathogens, CRC Press, 1993.
Medikation = Medikamentenbehandlung.
Meniere's Krankheit = eine wiederkehrende und ungewöhnlich progressive (sich verschlechternde) Gruppe von Symptomen einschließlich fortschreitender Taubheit, Klingeln (Pfeifen) in den Ohren, Benommenheit und einem Gefühl der Fülle oder des Drucks in den Ohren (Merck's Definition).
Meningitis = Hirnhaut- oder Rückenmarkshautentzündung.
Mepron siehe Atovaquon.
metabolisch = den Stoffwechsel (= Metabolismus) betreffend, vom Stoffwechsel ausgehend.
Milchsäurebakterien - Kulturen sind als Pulver in Reformhäusern zu erhalten.
MHC = major histocompatibiliy complex. Es ist ein Komplex von Genen, welche die Zelloberflächenmoleküle kodieren. Die infizierte Zelle benutzt den MHC, um einen in ihr vorhandenen Krankheitskeim nach außen anzuzeigen, und zwar indem sie außen ein MHC-Molekül präsentiert. Die T-Lymphozyten erkennen sie dann an diesem MHC-Molekül (Kuby, Kapitel 1, S. 12).
minimale Hemmkonzentration (MHK, engl. (Minimum) Inhibitory Concentration, (M)IC) = bakterienstammspezifische minimale Konzentration eines Antibiotikums, die Wachstum des Stammes verhindert. Wenn ein MHK-Bereich angegeben wird, bezieht er sich auf alle untersuchten Bakterienisolate (Bakterienstämme). MHK50 behindert 50 % der untersuchten Isolate, analog werden 90 % bei der Antibiotika-Konzentration MHK90 behindert.
Tabelle: in vitro Minimale Hemmkonsentrationen für Borrelia burgdorferi (Preac-Mursic et al. 1987, 1989)
Notation: "-" bedeutet "Wertebereich ist nicht bestimmt worden".
Antibiotikum MHK-Bereich
(mg/L)MHK90
(mg/L)Penicillin G 0.50 - 8.0 4.0 Oxacillin 0.25 - 2.0 1.0 Amoxicillin 0.25 - 1.0 0.50 Mezlocillin 0.25 - 1.0 0.50 Ceftriaxon 0.03 - 0.25 0.06
(In-Vivo-Aktivität: Kazragis et al, 1996)Cefepim nicht bestimmt 1.0
(bei B-31: Dever et al. 1999)Cefotaxim 0.06 - 0.25 0.12 Ceftazidim 0.12 - 0.25 0.12 Cefmenoxim 0.03 - 0.25 0.12 Cefuroxim 0.12 - 0.50 0.25 Cefixim 0.12 - 0.50 0.25 Cefaclor 0.50 - 16 6.0 Cefadroxil 1.0 - 64 32 Azithromycin 0.015 - 0.03 0.015 Clarithromycin 0.015 - 0.06 0.015 Erythromycin 0.03 - 0.12 0.06 Roxithromycin 0.015 - 0.12 0.03 Tetracyclin HCL 0.25 - 2.0 1.0 Doxycyclin 0.12 - 1.0 0.50 Minocyclin 0.12 - 1.0 0.50 Ciprofloxacin 1.0 - 4.0 2.0 Ofloxacin 2.0 - 8.0 4.0 Lincomycin 0.25 - 1.0 0.50 Imipenem 0.06 - 1.0 0.25 Meropenem nicht bestimmt 0.125
(bei B-31: Dever et al. 1999)Chloramphenicol 1.0 - 4.0 2.0 Cotrimoxazol - über 1024 Vancomycin 0.5 - 8.0 4.0
(In-Vivo-Aktivität: Kazragis et al, 1996)Aminoglykoside - über 32 - 128 Tuberkulostatika - über 2 - über 32 Mehr:
Medline-Suche nach borrelia AND (MIC OR MBC) AND Brorson: Antibiotika gegen cystische Formen
Erklärender Kommentar
Die Empfindlichkeit eines Bakteriums, z.B. Borrelia burgdorferi
(Bb), gegen ein Antibiotikum wird in einem Nährmediun (in vitro) gemessen,
in dem ein Bakterienstamm vom interessierenden Typ (also bei uns Bb) angezüchtet worden ist.
Im einzelnen: Lädt man ein Kompartment mit einem Antibiotikum auf und überläßt es danach sich selbst, dann nimmt die Antibiotika-Konzentration mit der Zeit nach einem Exponentialgesetz ab (mehr...). Die Kompartments werden also charakterisiert durch
Bei B. burgdorferi sind bei weitem nicht alle Transferkoeffizienten bestimmt worden.
Wegen dieser Unsicherheiten spezialisieren sich Ärzte auf eine Auswahl von Antibiotika und sammeln Erfahrungen mit ihr. Burrascano gibt seine Auswahl in seinen "Richtlinien" an mit dem Hinweis auf eine Kontrolle der Dosierung: Er läßt bei oralen Antibiotika deren Konzentration im Blut bestimmen. Wegen der kontinuierlichen Ausscheidung des Antibiotikums durch unseren Körper empfiehlt er zwei Konzentrationsmessungen, eine etwa eine Stunde nach der Einnahme (die maximale Konzentration) und die andere unmittelbar vor der nächsten Einnahme (die minimale Konzentration).
In meinem Falle (einer Neuroborreliose) habe ich bei der Therapie darauf geachtet, daß die minimale Antibiotika-Konzentration nicht unter den Wert der MHK fiel:
Mitochondrium = "Kraftwerk" der eukaryotischen
Zelle, das mithilfe von z.B. Cytochromen Nahrungsstoffe
durch Oxidation (Elektronentransfer)
in den Energieträger ATP umwandelt.
(Vertiefung in "ATP-Synthase 1, 2", Reihe "Wissenschaft im Brennpunkt", Rubrik Medizin,
der Sendung "Forschung Aktuell",
4/2002. Diese
Sendung wurde am 3.3.2002, 16:30 Uhr im
Deutschlandfunk
ausgestrahlt, Titel der Sendung: Unten ist noch viel Platz, Biomoleküle als Vorbild für die Nanobiologie, von Bernd Schuh, Redaktion: Uli Blumenthal, Vertrieb: Kepton).
Mitogen = Agens, das Zellteilungen in einem großen Bruchteil von T- oder B-Zellen herbeizuführen vermag. Ein Immunogen aktiviert nur Lymphozyten mit für sich spezifischen Rezeptoren. Dagegen kann ein Mitogen viele Klone von T- oder B-Zellen aktivieren, ungeachtet deren Antigen-Spezifität.. Deshalb heißen Mitogene auch polyklonale Aktivatoren. (übersetzt aus Kuby, Kapitel 4, Seite 101).
MKP-Medium = modifiziertes Kelly-Pettenkofer-Medium nach Preac Mursic. Dieses Medium ist in der Lage, spheroplast L-Formen literatur/niches.htm#Mursic VP, Wanner G, Reinhardt S et al 1996 in die spirochetale Form der Bb zurückzuzüchten (Preac Mursic et al 1996), während das üblicherweise verwendete kommerzielle BSK-Medium dazu oft nicht in der Lage ist (siehe aber Brorson and Brorson 1998). Nur die spirochetale Form wächt auf Kulturmedien zu Kulturen.
Monarthritis = Arthritis, die sich auf ein Gelenk beschränkt.
monoklonal = durch Kopie einer einzigen Zelle hergestellt. Im Gegensatz zu polyklonal.
monoklonaler Antikörper = aus gleichen Antikörper-Molekülen monoklonal hergetellte Menge von Antikörpern, die also alle identisch spezifisch für ein Antigen sind.
MS, Multiple Sklerose ist ein pathologischer
Befund, keine Diagnose, d.h. man faßt klinische Erscheinungen eines
ganzen Spektrums von Krankheiten unter einem Namen zusammen. Entsprechend
vielfältig sind die Methoden, mit denen man MS begegnet.
Verwendung von iv-Antibiotika und Copaxone bei MS/chronischer Neuroborreliose.
mukös = schleimbildend, engl. mucous. mucosa = Schleimhaut.
Muskel-dys-trophie = Oberbegriff für nicht-nervlich bedingte Muskelschwunderkrankungen.
Muskelrelaxanzien = über das Nervensystem wirkende Muskelentspannungsmittel.
Myelin = Isolierschicht um die Axone der Nervenzellen, ein Hauptbestandteil der Markscheide (Vergleich: Nervenbahn (Axon) = elektrischer Leiter, z.B. Kupferdraht, Myelin = Isolation um den Draht).
Myo- (griech. Stamm) = auf den Muskel bezogen.
Myoklonie = unwillkürliche, einzelne, d.h. nicht periodische, Muskel (gruppen- oder Teilgruppen-) zuckung.
negativ = seronegativ. Negatives Testergebnis = Test ergibt kein Anzeichen für die Erkrankung.
Neuritis = entzündliche Erkrankung eines Nervs (peripher oder vom Gehirn). Anzeichen sind schlaffe Lähmung (evtl. Muskelatrophie), fehlende Reizempfindung und Funktionsausfall, vegetative Störungen, Der Liquor ist entzündlich verändert.
neurologisch = das Nervensystem betreffend. (siehe auch Brian A. Fallon, Neurologic Lyme Disease: Defining and Treating an Elusive Target, Medscape Conference Coverage, based on selected sessions at the: 14th International Scientific Conference on Lyme Disease & Other Tick-Borne Disorders CME, April 22 - 23, 2001, Hartford, Connecticut )
Neuron = Nervenzelle, d.h. das strukturelle Grundelement des Nervensystems.
Neutrophile (Granulozyten) = der Infektionsabwehr dienende weiße Blutzellen.
Nischen = Körperkompartments des Wirts oder biologischer Mechanismus (z.B. L-Form) der Borrelia burgdorferi, welche die Borrelia vor dem Immunsystem des Wirts schützen.
Die angemessenen Antibiotika, wie Penicilline oder Cephalosporine, beseitigen die Borrelien hieraus nicht ausreichend oder nur nach langer Einwirkungszeit. Solche Nischen kennen wir alle auch bei anderen Infektionen. Z.B. Entzündungen im Sinus-Kiefer-Bereich (sinus maxillary floor) können durch Antibiotika nicht behoben, sondern müssen operativ entfernt werden. Ähnliches versucht man bei an Borreliose erkrankten Gelenken mit der Synovektomie. (Mehr von Jutta Zacharias).
Beispiele von Literatur hierzu:
NMR = (engl.: Nuclear Magnetic Resonance) Kernspinsresonanz. Dieser Effekt wird benutzt bei Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt (engl.: Magnetic Resonance Imaging, MRI)). Diese Untersuchungsmethode läßt Rückschlüsse auf die Protonenkonzentrationen (einem Bestandteil des Gewebes) zu.
Ödem = Gewebswassersucht. Meist schmerzlose, starke Flüssigkeitsansammlung, Herkunft aus dem Gefäßsystem, nicht gerinnend, z.B. in den Gewebsspalten von (Schleim-) Haut, Nervengewebe, im Interstitium parenchymatöser Organe, in Hohlrämen oder hohlen Organen, ferner zwischen den Zellen.
Optikusneuritis = Entzündung des Sehnervs.
oral = durch den Mund (Abkürzung: p.o.).
Osp = outer surface protein (äußeres Oberflächen-Protein). Es gibt davon Typ A, ..., C, ... bei Bb. Siehe auch Erp
Otitis = Entzündung (eines Teils) des Ohrs.
Papillitis = Entzündung einer Papille, z.B. der Sehnerven (Papillitis optica).
Parästesie = evtl. schmerzhafte Fehlempfindung, im engeren Sinne die des Hautsinnes in Form von "Kribblen", "Pelzigsein".
Parenchym = das organspezifische Gewebe, Gegensatz: das interstitielle Bindegewebe.
parenteral = nicht durch den Mund. para (griechisch) = an ... vorbei, neben.
Pathogen (griech. Stämme pathos = Leiden, gen- = erzeugen) = Mikroorganismen, die krankhafte Zustände erzeugen.
Pathogenität = Fähigkeit von Mikroorganismen, krankhafte Zustände zu erzeugen.
pathognom (griechisch pathein - leiden, gnosis - die Kenntnis) = ein für eine Krankheit eindeutiger Hinweis.
Polymerase-Kettenreaktion (englisch:
Polymerase
Chain
Reaction):
poly(griechisch) = viel.
Polymerase = Enzym, das Polymere auf- und abbaut,
Kettenreaktion = Reaktion, bei der sich die Reaktionspartner durch
Reaktionen selbst immer wieder neu bilden.
Bei der PCR vervielfät;ltigt man nicht den ganzen Organismus auf einem Kulturmedium, sondern sucht (nach einer Vorlage, dem sog. Primer)
nach einem Stück seiner Erbanlage und kopiert gentechnisch dieses
Stück so oft, bis man es nachweisen kann (Kritik
dieses Verfahrens).
Borreliose: Die Zielgruppe für die Vervielfätigung kann chromosomale DNS (16S rDNS-Gen, Flagellin-Gen usw.) oder Plasmid-DNS (z.B. Gen für OspA, OspC) sein. Literatur:
Wenn man eine PCR-Testserie auf Selektivität (Sensitivität) hin untersucht, muß man
Es gibt eine große Anzahl von 16S-RNA-Sequenzen, die man in einem weiten Spektrum von bakteriellen Spezies findet. Es gibt viel genomische Gemeinsamkeit in Prokaryoten.
Das wird vielfach übersehen, und daher gibt es auch falsch-positive PCR-Ergebnisse.
PCR unterscheidet zwischen Spezies, wenn die richtigen Primer benutzt werden. Wir benutzen die Methode, die in der folgenden Arbeit beschrieben wird:Demaerschalck I et al., "Simultaneous presence of different Borrelia burgdorferi genospecies in biological fluids of Lyme disease patients." Journal of Clinical Microbiology1995;Vol 33(3):602-608.
Normalerweise schauen wir zuerst nach allen Genospezies (d.h. nach Borrelia burgdorferi sensu lato) mit DNA-Sequenzen, die bei allen Genospezies vorhanden sind ("conserved species"). Dann spezifizieren wir die speziell vorliegende Genospezies, indem wir spezifische PCR's (spezielle Primer) anwenden.
Dr Martin Kenny
The Acarus Unit
Churchill Building
Dept of Clinical Veterinary Sciences
University of Bristol
Langford, Somerset, BS40 5DU
England
Tel: +44 - 117 9289287
Fax: +44 - 117 9289505
http://bris.ac.uk/acarus/welcome.htm
e-mail: m.j.kenny@bris.ac.uk
PCR auf Borrelia burgdorferi machen in Deutschland u.a. folgende Stellen:
Penicilline = bakterizide Antibiotika. Von Bedeutung gegen Borrelien: Penicillin G, Penicillin V und die Aminopenicilline Ampicillin und Amoxicillin, alle ohne Widerstandsfähigkeit gegen Penicillinase (Zerstörung durch bakterien-veranlaßte Hydrolyse).
Peptid = Protein mit wenigen (10 ... 100) Aminosäuren.
peri (griechischer Stamm) = um ... herum angeordnet. Z.B. peri-plasmatischer Raum = Raum, der um das (Zell-)Plasma herum angeordnet ist.
peripher = an der Peripherie des Körpers oder seiner Oberfläche, d.h. außerhalb des zentralen Nervensystems (zur Neuroborreliose s. auch CONTROVERSIES IN NEUROBORRRELIOSIS, Audrey Stein Goldings, M.D., Lyme Disease Conference, October 23, 1992)
Perivaskulitis = Entzündung der Gefäßscheiden einschl. des einhüllenden Gewebes.
persistierend = fortbestehend.
pH = Logarithmus der Wasserstoffionen-Konzentration [H+] (= Säurekonzentration).
phag- (griechischer Wortstamm) verzehren, durch In-Sich-Aufnehmen zerst&uoml;ren.
Pharmakodynamik = die zeitliche Entwicklung (z.B. einer Bakterienpopulation) unter der Einwirkung von Pharmazeutika. (mehr ...)
Pharmakokinetik = die zeitliche Verteilung (Zunahme nach Einnahme einer Dosis des Pharmazeutikums und Abnahme durch Ausscheidung und Stoffwechsel) von Pharmazeutika im Körper, insbesondere in seinen verschiedenen Kompartments. Nachschlagewerk: Goodman and Gilman's "The Pharmacological Basis of Therapeutics". (mehr .... siehe auch Liedke, RK, Allgemeine Pharmakologie)
Photophobie (griechisch: phos = Licht, phobeia = Furcht, Scheuheit) = ungewöhnlich starke Lichtempfindlichkeit der Augen. (Lichtempfindlichkeit und Sonnenschutz der Haut bei Einnahme von Doxycyclin)
Plaque = flache Gewebsveränderung.
Plasma = der flüssige, nach Abzentrifugieren der Blutkörperchen ungerinnbar gemachter Blutteil (ca. 55 %, im Mittel 40 .. 55 ml/kg Körpergewicht). Diese Flüssigkeit ist klar, leicht gelblich, mit ca. 7 .. 8 % Eiweiß (einschl. der Gerinnungsfaktoren, vgl. Blutserum).
Plasmazellen = eine differenzierte Antikörper-abscheidende Zelle, die aus einer B-Zelle entstanden ist, welche durch ein Antigen aktiviert wurde (Kuby, Kapitel 1, S. 21).
Plasmide = extrachromosomale Gene in Bakterien.
Ein Plasmid ist Teil des Genoms, aber ein Teil, der räumlich von den Chromosomen getrennt liegt. "Bb hat ein lineares Chromosom mit 910 725 Basen-Paaren und wenigstens 17 lineare und kreisförmige Plasmide mit einer Gesamtgröße von mehr als 533 000 Basen-Paaren." (Nature, Vol 390, Dec 1997, Seiten 580 und folgende). Plasmide können sowohl vom Bakterium als auch von uns leicht verändert werden. Eine vereinfachte Erklärung findet man bei Mama Ji's Molecular Kitchen (im Cache).
Plasmid-kodierte beta-Lactamasen sind u.a. die sogenannten TEM-1, TEM-2 und SHV-1 (Kojda, S. 771).
Plasmin = ein starkes Protein-auflösendes Enzym, welches das Immunsystem (speziell dessen fibrinolytisches System) aus Plasminogen herstellt, um die (infektionseindämmende) Fibrin-Ansammlung um eine Wunde herum wieder abzubauen. Die Abbauprodukte sind chemotaktisch für Neutrophile. Plasmin trägt auch zum Entzündungsprozeß bei, indem es den klassischen Komplement-Weg aktiviert. Das Komplement-System erzeugt eine Reihe von Spaltprodukten (C3a, C4a, C5a), welche die Entzündung vermitteln.
Plazenta = etwa 600 Gramm schweres Organ im Mutterleib, das für das Ungeborene die Atmung, die Nahrungsversorgung und Ausscheidung erledigt.
Pleozytose = erhöhte Zellenzahl im Liquor.
Polyarthritis = in mehreren Gelenken auftretende Arthritis.
Polymorphismus (griechisch poly = viel, morphä = Gestalt) = Vielfgestaltigkeit.
Polyneuritis = (poly, Neuritis) entzündliche periphere oder Hirnnervenerkrankung, oft synonym mit der Polyneuropathie.
Polyneuropathie = systemisch entzündliche (Polyneuritis) periphere Nervenerkrankung.
polyvalent = mit vielen Valenzen, z.B. in chemischen Sinne mit vielen Bindungsmöglichkeiten.
pons cerebri = Gehirnteil, siehe auch Tractus cortico-pontini .
Positives Resultat einer (Serum-)Diagnostik zeigt lediglich die stattgefundene Auseinandersetzung mit Borrelia burgdorferi an, nicht jedoch, ob gegenwärtig die Spirochäte Bb vorhanden ist (siehe Paragraph über Blutuntersuchungen).
postkommotionelles Syndrom = nach Commotio cerebri verbleibendes Beschwerdebild, meistens keine feststellbare Organveränderungen, dumpfer, witterungsabhängiger Kopfschmerz, Schwindel, beeinträchtigte schöpferisch-produktive Denkfähigkeit und -initiative, Konzentration und Gedächtnisleistung, Schwierigkeiten bei der Wort- und Begriffsbildung, geistige Leere, Gereiztheit, kein Tiefschlaf, laute Geräusche stören übermäßig, ebenso grelles Licht und hohe Umgebungstemperatur.
Positronenemissionstomographie (
single
Photon
Emission
computer
Tomography) = die
Orte der bei Positronenzerfall emittierten Photonen werden registriert
und im Computer zu einem Schnittbild ("Tomogramm") zusammengesetzt. Man untersucht damit Durchblutung und Stoffwechselvorgänge in einzelnen Organabschnitten, z.B. im Gehirn.
Interessante Literatur: Plotkin M, Hautzel H, Krause BJ, Mohr S, Langen KJ, Muller HW., Fluorine-18-labeled fluorodeoxyglucose-positron emission tomography studies of acute brainstem lyme neutoborreliosis. Case report.J Neurosurg. 2005 May;102(5):927-9.:
.... The first FDG-Positron-Emission-Tomography (FDG-PET) study revealed markedly increased glucose metabolism in the brainstem, matching exactly the signal abnormalities exhibited on magnetic resonance images and indicating a brainstem tumor. A second PET scan demonstrated no abnormality in this region, thus reflecting clinical remission following antibiotic therapy. Data in the present case indicate that hypermetabolic findings on FDG-PET studies in the brainstem region should be regarded with caution and that neuroborreliosis must be considered as a possible differential diagnosis.
positive Prädiktivität (positive predictivity, positiver Vorhersagewert) eines Tests. Diese Größe (posP oder PPV) ist wie folgt definiert:
posP = 100 kp/p %,
wobei kp = Anzahl der test-positiven Kranken, d.h. der Personen, bei
denen die Krankheit sowohl vom Test als auch durch eine vom Test unabhängige
Untersuchung festgestellt wurde,
p = Anzahl der Personen, bei denen der Test die Krankheit festgestellt
hat.
präkappilärer Sphinkter = Muskelzelle mit Spontanmotorik und Empfindlichkeit gegenüber örtlichen stoffwechselbedingten Milieuänderungen, regelt die Durchblutung der Kapillaren.
Probenecid = erhöht den Blutspiegel von verschiedenen Arzeneimitteln, z.B. Penicillin, durch die Behinderung der tubulären Ausscheidung.
Prophylaxe = Vorbeugung als Teil der Präventivmedizin, z.B. durch Impfung.
Prostatitis = aseptic asymptomatic (NIH-IV) prostatitis (inflammation of prostate)
Serial total PSA concentrations (year of birth of patient: 1941)Table: Time Series of Total PSA Concentrations
Comment:
- Format of data:
- day when blood sample was taken (Sampling Date): day.month.year
- ? means: measurement date unknown, but within a week of sampling date.
- Lab:
Jürgen Schostak says his in practice lab (JS) has been given consistently better than average ratings.
- SB:
Dr. med Stephan Bünz
Urologist
Karlstraße 35
D - 22085 Hamburg
Tel.: +49 40 220 30 55
FAX: +49 40 220 82 58
email: dr-buenz@t-online.de (as of April 2005)
- JS:
Dr. Jürgen Schostak, Alexander Drunkenmölle
Urologists
Königsberger Straße 18
D - 12207 Berlin
Tel.: +49 30 772 3020
FAX: +49 30 768 02 106
- X Lab:
external lab used by JS.
Dr. med. Uwe-Carsten Lock u. Peter Wieskerstrauch
Urologische Gemeinschaftspraxis
Tempelhofer Damm 214
D-12099 Berlin
Tel: +49 30 752 2074
- Andreeßen
external Lab used by Praxis Dr. Herzig
Dr. Rüdiger Andreeßen
Facharzt für Urologie
D-13347 Berlin
Reinickendorfer Str. 25
Tel.: +49 30 465 07 400
FAX: +49 30 465 07 444
- Bio-Labor Hemer
Bio-Labor
Dr.med. Carsten Grünberg
Bembergstraße 3
D - 58675 Hemer
Tel: +49 2372 5098-0
FAX: +49 2372 5098-23
- Labor 28 MVZ AG
Mecklenburgische Stra§e 28
D-14197 Berlin
Tel.: +49 30 820 93-0
FAX: +49 30 820 93-200
detections methods:
- tPSA: Roche Modular E170 Electrochemiluminescence Immunoassay (ECLIA) Testkit since Oct. 15, 2009
- fPSA: Microparticle Enzyme linked Immunoassay (MEIA)
![]()
Figure: Total PSA concentration (tPSA) variation over a period of more than 13 years (graphical representation of the data in Table "History of my PSA concentrations"). tPSA varies with level of sexual activity and bicycling.
Insert: Risk of having prostate cancer, calculated with Artificial Neuronal Network (ANN), Stephan, C et al., 2008 (in cache)
- Data points are arbitrarily connected by straight lines, except the ones in 2009/2010 representing measurements by 2 additional labs, Bio-Labor Hemer (2 blue points next to letter H) and Labor 28 (green point right of number 28).
- Vertical bars:
- heavy bar on curve near month 50: length = 2 x 0.2 ng/mL = 2 x standard deviation, as computed from coefficient of variation of PSA concentration measurements (less than 3 %) given by Labor 28, Angaben zur Messunsicherheit.
- 2 lines close to each other near month 90 and similar line near month 124 mark the times at which Magnetic Resonance Imaging (MRI) and Fine Needle Aspiration Biopsy (FNAB) were performed:
- Gray line with slope 0.75 ng/(mL yr) represents the threshold PSA increase over time after Coakley FV, Chen I, Qayyum A, Westphalen AC, Carroll PR, Hricak H, Chen MH, Kurhanewicz J. Validity of prostate-specific antigen as a tumour marker in men with prostate cancer managed by watchful-waiting: correlation with findings at serial endorectal magnetic resonance imaging and spectroscopic imaging. BJU Int. 2007 Jan;99(1):41-5 (more).
Protease = Enzym, das Protein auftrennt.
Protozoen = Gruppe unterschiedlicher eukaryotischer, typischerweise einzelliger, nicht-photosynthetisierender Mikroorganismen, die im allgemeinen keine feste Zellwand haben.
Prothrombinzeit = Zeit bis zur Gerinnung.
Psychometrie = Messung psychischer Funktionen und Persönlichkeitsmerkmale mit Hilfe von objektivierbaren (im Gegensatz zu subjektiven, nicht in Zahlen ausdrückbaren) Tests, z.B. Gedächtnistests.
(Antibiotika-)
Puls-Therapie: Das Antibiotikum wird
nicht fortwährend, sondern mit Antibiotika-freien Pausen eingesetzt.
Pyrimidinstoffwechsel = Nukleinsäurestoffwechsel.
Radikuloneuritis = Neuritis der Nervenwurzel. Führt zu segmentgebundenen Ausfällen der Empfindung und Beweglichkeit und Reflexen (Hypästhesie, Anästhesie, Lähmung).
Raynaud-Phänomen = Durchblutungsstörungen an Händen oder Füßen (akrales Ischämiesyndrom, vaso - spastisches Syndrom).
Resistenz: Bakterien schützen sich gegen Penicilline (und Cephalosporine) durch eine der folgenden drei Mechanismen (siehe Skizze zur Lage der genannten Zellbestandteile):
retikuläres Bindegewebe = Bindegewebe mit Retikulin-Fasern.
rezidivierend = wiederkehrend.
Ribosome = Zellstrukturen, die aus rRNA
(ribosomaler RNA) und Proteinen zusammengesetzt sind.
Sie sind die Orte, an denen Proteinsynthese innerhalb der Zelle abläuft (Seite 1233 in: Atlas et al.).
Hörbeitrag: Degen, Marieke ; Herbst, Klaus ; Nordwig, Hellmuth ; Grotelüschen, Frank ; Stang, Michael, "Nobelpreis für Chemie 2009" (im Cache), Forschung Aktuell, Deutschlandfunk, 24.05.2010.
Rickettsiose = durch u.a. Zecken übertragene Infektionskrankheit. Tritt unter Umständen vergesellschaftet mit Borreliose auf. (mehr: Daniel J. Sexton, Infections Due to Rickettsia, Ehrlichia, and Coxiella, American College of Physicians Medicine (ACP Medicine), August 19, 2004.)
RNA (oder deutsch RNS) = Ribonukleinsäure. Ein lineares Poymer aus Ribonukleotiden, in denen die Ribose-Reste mit 3'- 5'-Phosphodiester-Brücken verbunden sind. Die stickstoffhaltigen Basen, die an jedes Ribosom angelagert sind, können Adenin, Guanin, Uracil oder Zytosin sein. Die Verwendung der Erbinformation in der DNA beim Bau der Proteine benutzt RNA-Moleküle als Vermittler: Wenn man die DNA mit einem Lexikon vergleicht, das den gesamten Umfang an Information enthält und im Nachschlageteil einer Bibliothek steht, dann wäre die RNA eine Photokopie eines Segments dieses Lexikons. RNA-Mehrfachkopien können von Segmenten des vollständigen Zellgenoms gemacht werden. Ihre Verwendung vermeidet die Gefährdung des Lexikons in der DNA (Seite 258 in: Atlas et al.)
RXList = Internet-Informationen zu Antibiotika von HealthCenter.com ("The Internet Drug Index").
Weitere Info über Medikamente:
Die folgenden Ausführungen sollen lediglich eine Hilfestellung für die entsprechende Internet-Recherche bieten.
Schmerzen von zeckenübertragenen Krankheiten können sich addieren und von allen Gegenden der menschlichen Schmerzantwort hervorgerufen werden. Daher erfahren manchmal Patienten mit schwierigen Schmerzen Besserung, wenn man sich allen Gebieten nähert:
Folglich finden Patienten, daß nur eine Therapie nur teilweise wirksam ist, manchmal wirkt und manchmal wieder nicht, und daß alternative Zugänge zum Schmerz wirksamer sind als Tabletten, die traditionell mit guter Linderung assoziiert werden. Hier kann man einige Möglichkeiten versuchen:
Schwangerschaft und Borreliose (gestational Lyme Disease), angeborene Borreliose (congenital Lyme Disease (CLD))
"A body of evidence suggests that the causative agent of Lyme disease, B. burgdorfen, can cross the placenta and infect the fetus. There are also several reports that suggest that this may be associated with a poor fetal outcome. However, the majority of studies have not been able to identify B. burgdorferi as a direct cause of spontaneous abortions, congenital anomalies, or neurologic sequelae in infants. It is essential to realize that in the pregnant woman Lyme disease is a clinical diagnosis regardless of her serologic status. Because the precise risk to the fetus from an infected pregnant female is not yet clear, it is important to be aggressive in the diagnosis and management of Lyme disease. This is important not only for the fetus, but also for the mother. The mother is certainly at risk for serious and potentially debilitating manifestations of Lyme disease including arthritis, carditis, and neurologic problems. In conclusion, Lyme disease in pregnancy is a clinical diagnosis irrespective of serologic status.
The diagnosis must be made promptly, and treatment must be instituted in the interest of maternal, in addition to fetal, welfare."
Sensitivität (Empfindlichkeit) eines Tests für eine bestimmte Krankheit = statistische Aussage über die Empfindlichkeit eines Tests, Kranke auch als krank zu erkennen (Zahlenwert der Sensitivität = prozentualer Anteil der Kranken, die der Test als krank erkennt)..
Definition:
Sensitivität = 100 (k, p)/k %,
wobei
(k, p) = die Anzahl der Personen, die
Beispiel: Sensitivität des Haemoccult-Tests für Dickdarm- (einschl. Rektum-) Krebs ist 50 % [Simon JB, Fecal occult blood testing: clinical value and limitations. Gastroenterologist 1998 Mar;6(1):66-78], d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß eine kranke Person vom Test erkannt wird, ist 50 %. Für Details siehe Test.
Sensitivität bei Untersuchung von klinisch vorausgewählten Personen, d.h. solchen, bei denen Verdacht auf die Krankheit besteht. Diese Vorauswahl beeinflußt die Wahrscheinlichkeitsaussage: Die Sensitivität eines Tests bei Anwendung auf Problemfälle kann z.B. kleiner sein als die Sensitivität bei Untersuchung der Gesamtbevölkerung ("screening sensitivity"), d.h. unter Problemfällen findet dann der Test die Kranken schlechter heraus als in der Gesamtbevölkerung.
sensu lato (sl.) (lateinisch: im weiten Sinne):
The total of 660 nymphs and 567 adult ticks from the Bratislava and Kosice areas was examined over the years 2001 - 2004, and the cerebrospinal fluid (CSF) of 82 neurological patients suffering from suspected Lyme borreliosis infection was investigated in the 2007 - 2009 period, using the polymerase chain reaction method (PCR).
- PCR investigation proved presence of borrelia in 23.3% of the total 1227 ticks; of these, co-infection was found in 2.7% of all ticks. Borrelia garinii (9.9%) and B. valaisaina (9.2%) were the prevalent types.
- PCR investigation of the CSF samples of 32 patients with clinically diagnosed Lyme borreliosis showed the presence of B. burgdorferi s.l. in 17 cases. Positive results were found also in patients with unclear or different diagnoses. In cases where the genospecies could be identified, B. garinii was most frequently found (8x), followed with B. burgdorferi s.s. (4x) and B. afzelii (3x).
seronegativ = mit negativer Seroreaktion, d.h. ohne Nachweis von Antikörpern im Blutserum.
Serum (Blutserum) = der Teil des Bluts, der nach der Blutgerinnung noch flüssig ist.
Serumdiagnostik = Diagnostik durch physikalisch-chemischen Nachweis bestimmter - meist erregerspezifischer- Serum und/oder Liquorbestandteile, Immunglobuline (ELISA, PCR, Westernblot etc.)
widersprüchlichiche Ergebnisse der Serumdiagnostik: LL Bakken, Case KL, Callister SM, Bourdeau NJ, Schell RF, Wisconsin State Laboratory of Hygiene, University of Wisconsin, Madison 53706 "Performance of 45 laboratories participating in a proficiency testingprogram for Lyme disease serology" JAMA 268(7):891-895 (1992).
seropositiv = positiv.
Serumsreaktion = akute allergische Immunreaktion vom humoralen Typ (s. auch Wirt-Pathogen-Wechselwirkung).
sludge (englisch) = Schlamm, Ansammlung von mikrokristallinem Material.
Somnolenz = Benommenheit bei ungewöhnlicher Müdigkeit, leichter Bewußtseinstrübung.
spastisch = krampfend, krampartig.
spezifisch = für eine bestimmte Krankheit typisch.
Spezifität = statistische Aussage über die Fähigkeit eines Tests, Gesunde auch als gesund zu erkennen, also spezifisch für die Krankheit zu sein, d.h. nur diese Krankheit zu erkennen und keine andere. (Zahlenwert der Spezifität = prozentualer Anteil der Gesunden, die der Test als gesund erkennt). Beispiel: Spezifität des Haemoccult-Tests für Dickdarm- (einschl. Rektum-) Krebs ist 98 % [Simon JB, Fecal occult blood testing: clinical value and limitations. Gastroenterologist 1998 Mar;6(1):66-78], d.h. mit 98 % Sicherheit ist eine test-negative Person auch gesund. Für Details siehe Test.
Spirochäte = wellenförmiges Stäbchen-Bakterium, gramnegativ. Borrelia burgdorferi ist ein Bakterium des Spirochätentyps. Es kann zu sog. Spheroplastformen entarten, die eine unvollständige äußere Oberfläche, fehlende Flagellen und eine unvollständige Zellwand haben und sich nicht vermehren.
Spirochätose = Erkrankung durch Befall mit Spirochäten.
spontan = nicht durch äußere Einflüße herbeigeführt.
spp,
Gattung:
Borrelia spp bezeichnet alle Gattungen der Borrelia, also
Stamm von Borrelia burgdorferi
= meist durch eine Buchstaben-Zahl-Kombination charakterisierte Gruppe
von Borrelia burgdorferi sensu lato (Beispiel:
B-31, siehe Tabelle mit weiteren
Beispielen).
Staphylokokkus = grampositive, aerobe, unbewegliche kugelförmige Bakterien.
Steroide = kurz für Kortikoide oder Kortikosteroide = (meist) kortisonhaltige Präparate. Kommentare zum Kortikosteroid-Einsatz bei Lyme von
Sulbactam = beta-Lactamase-Hemmer, frei oder in fester Kombination mit Penicillinen angeboten, besitzt wie die Clavulansäure selbst nur schwache antimikrobielle Wirkung. S. behindert die Wirkung der beta-Lactamasen Typ II bis V. Schlechter Übergang in den Liquor (Kojda, S. 771).
Syndrom = Symptomenkomplex oder -muster, eine Ansammlung von Symptomen, die in ursächlichem Zusammenhang stehen oder auch vielfältige Ursachen haben.
Synkope = kurzer Ohnmachtsanfall bei Herzrhythmusstörungen
Synovektomie = operative Entfernung der Gelenkinnenhaut.
systemisch = ein einzelnes Organsystem betreffend. Gegenteil: generalisiert = den Gesamtorganismus betreffend.
Tachykardie (von griechisch tachys = schnell und dem griech. Wortstamm kard- = Herz) = Herzschlag von über 100 pro Minute.
Test = Überprüfung des Gesundheitszustands, meist über die Bestimmung eines die Gesundheit charakterisierenden Parameters, z.B. beim Test auf Darmkarzinom die Bestimmung von Blut im Stuhl (Test auf okkultes Blut, z.B. Haemoccult, HemeSelect). Der Test wird bewertet durch einen Vergleich mit den Ergebnissen einer unabhängigen Untersuchung ("Referenz-" auch "Gold-Standard" genannt), im angegebenen Beispiel durch eine visuelle Inspektion des Darms (Koloskopie).
Die Einzelheiten werden in folgendem Beispiel eines Tests auf okkultes Blut im Stuhl erläutert.
Folgende Bezeichnungen seien eingeführt:
N = Anzahl der untersuchten Personen,
g = Anzahl der durch Koloskopie herausgefundenen gesunden Menschen,
k = Anzahl der durch Koloskopie herausgefundenen kranken Menschen,
n = Anzahl der Personen ohne okkultes Blut (test-negativ = test-gesund),
p = Anzahl der Personen mit okkultem Blut (test-positiv = test-krank),
Eine Untersuchung von N = 400 Personen liefere folgendes Ergebnis:
Darstellung A
Das Untersuchungsergebnis sieht dann so aus:
Statt dieser untersuchungsabhängigen Zahlen gibt man häufig zusammen mit der Anzahl N drei folgende Verhältniszahlen an, wobei folgende Beziehungen verwendet werden:
in Worten: die Anzahl k der Kranken setzt sich zusammen aus der Anzahl der Kranken mit positivem Haemoccult-Testergebnis (k, p) und denen mit negativem Haemokkult-Testergebnis (k, n).
Darstellung B
Darstellung C
|
|
Die Größen werden wie folgt interpretiert:
(mathematische Formulierung)
Eine zusätzlich benutzte Größe ist der
negative Vorhersagewert (NPV) = Wahrscheinlichkeit, daß eine test-negative Person auch wirklich gesund ist (Kurzform: "Welcher Bruchteil der Testnegativen ist gesund."):NPV = (g, n)/n = TN / n
Eine weitere zusätzlich benutzte Größe ist die "accuracy (ACC)"
ACC = ((k, p) + (g, n)) / (p + n) = (TP + TN) / (p + n)
|
Achtung: Ab hier werden die Begriffe TP, FP, TN, FN in ihrer normierten Form verwendet, anders als in Wikipedia, d.h. TP = (k, p) / k FP = (g, p) / g TN = (g, n) / g FN = (k, n) / k sodaß Sensitivität = TP 1 - Spezifität = FP TP + FN = 1, TN + FP = 1 |
ROC ist die Kurve aus den Punkten {x = FP, y = TP}.
Sie ergibt sich also, wenn man TP und FP als Funktion des Testparameters (der "Testschwelle") gegeneinander aufträgt.
Es gibt Tests, die anders als der Haemokkult-Test mit seinen beiden Ergebnisse ("Blut vorhanden: ja, nein") eine kontinuierliche Reihe von Ergebnissen liefert, z.B. eine Färbung eines Substrats (wie bei der ELISA) oder die Konzentration eines Markers (des Prostata-spezifischen Antigens, PSA) beim Test auf Prostata-Krebs.
"MATERIALS AND METHODS: For 9 years (1996 to 2004) in Tehran, Iran, 3670 Iranian men older than 40 years were mass checked by PSA-based screening. They were invited to have a digital rectal examination (DRE), serum PSA assay and -if the DRE was clinically suspicious of malignancy, the serum total PSA [free plus complexed chemical form] was > or =2.1 ng/ml or free-to-total PSA (f/tPSA) ratio < or=15%- transrectal ultrasonography (TRUS)-guided sextant prostate biopsy.
RESULTS: [tPSA]
- In 433 (11.8%) of screened males,
- tPSA levels exceeded the cut-off value of > or = 2.1 ng/ml and
- 128 prostate cancers were diagnosed [positive predictive value (PPV) 29.6%] corresponding to an overall detection rate of 3.5%.
- Altogether 138 cancers were detected (detection rate 3.8%); none were stage M(1), three were stage N(+) and 4 stage T(3). A threshold tPSA of > or = 2.1 ng/ml would have detected 128 cancers in 447 biopsied men (PPV 29%).
Ergebnis des Screening mit der totalen PSA-Konzentration tPSA als Testparameter. Referenz-Standard: Biopsie
Als Verteilung der tPSA-Konzentrationen wurden hier zur Verdeutlichung weitgehend beliebige Gaußverteilungen angenommen (realistische Verteilungen):
Verteilung der Gesunden: linke (vorwiegend blaue) Gaußkurve,
Verteilung der Kranken: rechte (vorwiegend gelb-orange) Gaußkurve.RESULTS: [tPSA & fPSA/tPSA] [In 443 of screened men] there were
which corresponds to a positive predictive value (PPV) of 30.8%."
- 109 of 138 (79%) men with cancer who had an f/tPSA of < or = 15%, while
- 152 of 305 (49.8%) with benign biopsies had a f/tPSA of < or = 15%,
![]()
Bei solchen Tests haben Gesunde und Kranke unterschiedliche Ergebnis-Verteilungen (im Beispiel: PSA-Konzentrationsverteilungen), wie in Abb. ROC1 dargestellt. Unterhalb einer Test-Schwelle werden die Testresultate als negativ, oberhalb als positiv gewertet. Die Schwelle teilt die Fläche unter der Glockenkurve der Gesunden in True Negative (TN, die rechts durch die Schwelle und links durch die Glockenkurve für Gesunde begrenzte Fläche) und False Positive (FP, die links durch die Schwelle und rechts durch die Glockenkurve für Gesunde begrenzte Fläche). Analog teilt die Schwelle die Fläche unter der Glockenkurve der Kranken in False Negative (FN) und True Positive (TP).
|
Abbildung ROC1: Verteilung der Test-Resultate bei Gesunden und Kranken. Die Gesamtfläche unter jeder durch ihre Glockenkurve dargestellten Verteilung ist 1 (nach Wikipedia, Receiver Operating Characteristic).
Die Test-Schwelle unterteilt die Gesunden und die Kranken in Test-Positive und Test-Negative: Test-Negative (TN und FN) liegen unterhalb der Schwelle, Test-Positive (TP, FP) oberhalb. In der Wahl der Lage der Test-Schwelle, ist man frei. Es ergibt sich für jede Wahl der Test-Schwelle ein Wert {TP, FP}. Wie unten ausgeführt wird, bildet die Gesamtheit aller Punkte {FP, TP}, die man bei Variation der Test-Schwelle erhält, die sog. Receiver Operating Characteristic (Beispiel: Receiver Operating Characteristic for test on prostate cancer using the total prostate specific antigen (PSA or tPSA) concentration as test variable). |
Mathematisches Modell
Annahme: die in Abbildung ROC1 dargestellten Verteilungen seien Normalverteilungen f. m ist das Zentrum der Normalverteilung (mgesund = muh, (mkrank = mus) und entsprechend s ihre Breite.
Die Flächen unter den Kurven (links der Schwelle, d.h. TN, FN) lassen sich durch die folgende Funktion F ausdrücken, wobei erf die sogenannte Errorfunction ist:
Die Flächen rechts der Schwelle lassen sich durch die Differenz zwischen 1 (der Fläche unter der gesamten Normalverteilung f) und der Fläche links von der Schwelle ausdrücken.
In der Schreibweise von Mathematica version 2:
(Man kann die folgenden Zeilen kopieren und als Eingabe für das Programm Mathematica verwenden.)
f[x_, mu_, sig_] := 1/(sig Sqrt[2 Pi]) Exp[- (x - mu)^2/(2 sig^2)];
Cdf[x_, mu_, sig_] := 1/2 (1 + Erf[(x-mu)/(sig Sqrt[2])]);TN[x_, mu_, sig_] := Cdf[x, mu, sig]; (*True Negative, TN = gn*)
FN[x_, mu_, sig_] := Cdf[x, mu, sig]; (*False Negative, FN = kn*)
TP[x_, mu_, sig_] := 1 - Cdf[x, mu, sig]; (*True Positive, TP = kp*)
FP[x_, mu_, sig_] := 1 - Cdf[x, mu, sig]; (*False Positive, FP = gp*)
ROC[mug_, muk_, sigg_, sigk_] := ParametricPlot[{FP[x, muh, sigh], TP[x, mus, sigs]}, {x, muh - 4 sigh, mus + 4 sigs}, PlotRange->{{0, 1}, {0, 1}}, AspectRatio->1/1, Frame->True, GridLines->Automatic];(*Receiver Operating Characteristic, ROC. Index g bedeutet gesund (healthy), Index k bedeutet krank (ill)*)
Area Under the Curve (AUC) kann numerisch aus der Darstellung der ROC berechnet werden: Man teilt die ROC in n Segmente auf. Die Segmente liegen zwischen den folgenden Punkten:
{TP1, FP1}, {TP2, FP2}, ... {TPn, FPn}:
Beispiel für die Berechnung einer ROC und der dazugehörenden AUC
![]() Abbildung ROC3: Receiver Operating Characteristic (ROC), konstruiert aus den Verteilungen der Abb. ROC2. Die Gesamtzahl der Gesunden (Flächen TN + FP) und die der Kranken (Flächen FN + TP) sind je zu 1 festgelegt. Daher ist TP identisch mit der Sensitivität und TN identisch mit der Spezifität. Die ROC gibt die Gesamtheit (TP, FP) der möglichen Testergebnisse und charakterisiert damit die Qualität des Tests: Durch Wahl der Schwelle kann man nur noch die Sensitivität TP auf Kosten der Spezifität TN verändern, wie durch die 3 Pie Charts a - c veranschaulicht. |
Berechnung der AUC mit Mathematica:
Ergebnis: Area Under the Curve (AUC) = 0.812
Testergebnisse (a, b, c) für 3 Positionen der Testschwelle sind in als Pie Charts dargestellt. Die Anordnung der Felder in den Pie Charts ist in allen 3 Fällen dieselbe. |
Die ROC schmiegt sich umso mehr den Koordinatenachsen an (und die AUC nähert sich damit umso mehr dem Wert 1), je besser die Normalverteilungen der getesteten Eigenschaft für Gesunde und Kranke getrennt liegen, d.h. je stärker sich die Gesunden von den Kranken an Hand der Testeigenschaft unterscheiden lassen. Ist die Testeigenschaft als Unterscheidungsmerkmal ungeeignet, d.h. liegen die Normalverteilungen für Gesunde und Kranke exakt übereinander, dann ist die ROC eine unter 45 Grad geneigte Gerade und die AUC = 0.5 (s. Abb. ROC4).
Realistische ROCs für Tests auf Prostata-Krebs
Prostate Cancer Diagnostics und Characteristics: Sensitivity, Specificity, Positive and Negative Predictive Value.
![]() Abbildung ROC4: ROCs für
Während bei den ersten beiden Tests die "gesunden" und "kranken" Verteilungen eines einzelnen Parameters (Test-Resultat x = tPSA-Konzentration bzw. das fPSA/tPSA-Konzentrationsverhältnis) verwendet werden, sind es bei den letzten beiden Tests mehrere Parameter, die zugleich berücksichtigt werden: Patientencharakterisierung:
|
![]() Abbildung ROC5: ROCs (Referenz-Standard = Biopsie) für folgende einzeln verwendete Testparameter:
Patientencharakterisierung: 281 Patienten ohne vorherigen Befund von Prostatakarzinom, Altersbereich 35 ... 89 Jahre (Mittel: 69.9 Jahre), totale PSA-Konzentration tPSA = 4.1 ng/mL ... 20.0 ng/mL. 221 dieser Männer hatten tPSA = 4.1 ... 10 ng/mL. Zur Orientierung bezgl. der Lage der Schwelle für die totale PSA-Konzentration bei über 60-Jährigen (Quelle: Punglia et al, insbesondere Abb. 2, im Lymenet.de-Cache): Wenn die Test-Schwelle bei einer totalen PSA-Konzentration von
Abbildung ROC6: Vergleich des MRI- und MRI/MRSI-Modells der Abb. ROC4 (oberste beide Kurven in Abb. ROC6) mit zwei Modellen, die folgende Testparameter zugleich verwenden (Methode, vgl. dagegen (Stand: April 2007): AUC für reine MRI und MRSI mit Biopsie als Referenz-Standard: 0.70 und 0.63)
Patientencharakterisierung wie unter Abb. ROC4 für die MRI-Daten angegeben.
Quelle: Shukla-Dave A, Hricak H, Kattan MW, Pucar D, Kuroiwa K, Chen HN, Spector J, Koutcher JA, Zakian KL, Scardino PT, The utility of magnetic resonance imaging and spectroscopy for predicting insignificant prostate cancer: an initial analysis., BJU Int. 99(4):786-793 (April 2007): |
Borreliose-Test nach Zeckenstich
Wichtige Information für den Arzt ist der Vergleich von 2 Testergebnissen:
Sensibilisierung für den Borreliosetest
Menschen können viele Jahre nach der auslösenden Borreliose-Infektion neurologische Borreliose-Symptome haben aber nicht ausreichend viele Westernblot-Banden, um als "Borreliose-positiv" zu gelten. Manche Ärzte geben in diesen Fällen versuchsweise für eine Woche Doxycyclin oral (oder stärkere Antibiotika) und machen dann den Test erneut. Diese neuen Tests sind erfahrungsgemäß fast immer positiv, obwohl man erwarten sollte, daß nach einer Behandlung -ob erfolgreich oder nicht- weniger Banden auftreten.
einige Tests auf Lyme, zusätzlich zu Western Blot und ELISA (für mehr siehe Untersuchung auf LB):
Weitere Info darüber:
The C6 ELISA was found to be 100% sensitive [of 52 characterized specimens].
Sensitivity of C6 ELISA was determined in 28 consecutive patients who were diagnosed with neuroborreliosis and had evidence for intrathecal antibody synthesis on immunoblot analysis. The presence of additional bands in CSF or of bands with a stronger intensity in CSF compared with serum was considered evidence of intrathecal synthesis.The C6 Lyme ELISA tested has a low sensitivity for antibody detection in cerebrospinal fluid compared with immunoblot analysis.
Eine Meinungsäußerung zur C6 Lyme Peptide ELISA von J. Gruber
Weil C6 LPE nur nach einem Protein (IR6) sucht -im Gegensatz zu den anderen serologischen Tests-, vermittelt sie ein falsches Schwarz-Weiß-Bild, wo eine mehr nuancierte klinische Beurteilung erforderlich ist: Man ist nach C6 LPE entweder eindeutig positiv (man hat IR6) oder eindeutig negativ (man hat IR6 nicht). Bei den anderen Tests kann man positiv bzgl. einiger Bb-Proteine sein und negativ bzgl. anderer, was Raum zum Einbeziehen auch klinischer Information gibt. C6 LPE sollte daher nicht als ein Ersatz für andere Tests betrachtet werden. Seit vielen Monaten (Stand Oktober 2003) prüft die amerikanische Food and Drug Administration (FDA), ob C6 LPE als Ersatz für die anderen Tests eingesetzt werden kann.
Tetracycline (T) = Tetracyclin-Klasse = das Breitbandantibiotikum Tetracyclin und seine Derivate (z.B. Doxycyclin).
TI-1 Antigene = Thymus-unabhängige Antigene vom Typ 1. Sie hinterlassen im Immunsystem keinen bleibenden Eindruck (keinen sog. "memory effect"), der die Immunabwehr beim zweiten Eintreffen der Antigene in unserem Körper beschleunigen und erhöhen könnte (Kuby, S. 202). Beispiele: Zellwandbestandteile (z.B. Osp's) und Bestandteile der äußeren Oberfläche (z.B. LPS) von Bb.
Titer = Maß für die Konzentration C eines Stoffes S in einem Probenvolumen P, ausgedrückt als die kleinste Verdünnungszahl V/P, wobei V das Volumen einer hinzugefügten verdünnenden Flüssigkeit ist, bei dem S wegen seiner geringen Konzentration nicht mehr nachweisbar ist. Titer ist ein vom chemischen Begriff der Titration, d.h. der Zumischung (hier der verdünnenden Flüssigkeit, meist Wasser), abgeleiteter Begriff. Ein Titer V/P = 200 bedeutet also: Wenn eine Probe von Serum, das einen Antikörper S gelöst enthält, z.B. ein Volumen P = 5 ml hat, kann man V = 200 x 5 ml = 1000 ml Wasser hinzufügen, bevor der S wegen zu hoher Verdünnung unsichtbar wird. Eine hohe Verdünnungszahl V/P (im Beispiel V/P = 200) bedeutet also eine hohe Konzentration C.
Tourette-Syndrom = als Folge von Striatumläsionen und bei Neuro- und Psychopathie vorkommende motorische, im Affekt eventuell zu choreatischem Sturm gesteigerte Automatismen (Tics) des Gesichts und anderer Regionen, sowie unmotivierte Wutausbrüche. (siehe auch Lyme disease presenting as Tourette's syndrome)
Nach Gerald Edelmans Theorie des neuralen Darwinismus (dargestellt in seinem Buch "Bright Air, Brilliant Fire: On the Matter of the Mind", Basic Books, 280 pp., $25.00. Es gibt eine deutsche Übersetzung davon) ist der Prozeß des Sehens, Erkennens ein aktiver, d.h. das Gehirn erstellt ein Bild, ein Modell der Wirklichkeit nach den geistig verarbeiteten, also gefilterten, eingehenden Informationen. Dieses Bild verändert sich fortwährend mit dem Verarbeiten neuer, z.T. anderer Information.
Damit ist der Zustand des Bewußtseins ein höchst persönlicher, zuweilen sehr starker und somit erleuchteter. Verstärkung erlaubt die Möglichkeiten nicht nur einer gesunden Fülle und Hingebung, sondern auch einer ziemlich bedrohlichen Extravaganz, Abweichung, Monströsität - die Art von "Zu-Vielheit", die immerfort in Awakenings - Die Zeit des Erwachens drohend aufsteigt, wenn Patienten, im Zustand der Übererregung, zum Zusammenbruch und zu fehlender Kontrolle tendierten, eine Überwältigung durch Impuls, Eindruck und Wille, besessen von (oder verloren in) einer wild gewordenen Physiologie. - Diese Gefahr liegt eingebaut in den Tiefen der Natur des Wachstums und Lebens. Wachstum kann 'Überwachstum' werden, Leben 'Hyper-Leben'. Alle "Hyper'-Zustände können monströs, verkehrte Veränderungen, 'Para'-Zustände werden: gesteigerte Motorik tendiert zu Paramotorik - abnormale Bewegungen, Chorea (schnelle Kontraktionen von Muskelgruppen, in leichten Fällen nur "ungeschickt" oder "faxenhaft" , grimassierend wirkend, d. Übers.), Tics. Hyper-Erkenntnis wird leicht Para-Erkenntnis - Verkehrungen, Erscheinungen, der krankhaft-geschärften Sinne. Die Feuer der 'Hyper'-Zustände können gewaltsame Leidenschaften werden. - Das Paradox einer Krankheit, die sich als Wohlbefinden zeigt - als ein wundervolles Gefühl von Gesundheit und Wohlsein, und erst später ihre schädlichen Möglichkeiten zeigt- ist eine der Chimären, Kunstgriffe und Ironien der Natur. Es ist eines, das eine Anzahl von Künstlern fasziniert hat, insbesondere diese, die Kunst mit Krankheit gleichsetzen: dies ist ein Thema -zugleich dionysisch, venusisch und faustisch- das ständig bei Thomas Mann wiederkehrt - von den fieberhaften Tuberkulose-Höhen im "Zauberberg" zu den spirochetalen Eingebungen im Dr. Faustus und der aphrodisischen Bösartigkeit in seiner letzten Erzählung "Der Schwarze Schwan".(aus der Einleitung zum Kapitel "Exzesse - Übermaß" in Oliver Sacks's Buch "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte", Rowohlt, 1990).
Trauma = Wunde, Verletzung, den Organismus schädigende Einwirkung, im engeren Sinne der so entstandene Schaden.
-trophie von griechisch trephein = ernähren.
nervus trigeminus = steuert die synchrone Bewegung beider Augäpfel, bei Funktionsstörungen richten sich beide Augen auf verschiedene Objekte (Doppelbilder).
tubulär = von lat. tubula = kleines Rohr, hier das Leitungssystem der Niere.
T-Zelle = Lymphozyte, die in der Thymus-Drüse reift (daher der Name T-Zelle, zu unterscheiden von der B-Zelle, die im Knochenmark, im Englischen "bone-marrow", erzeugt wird). Die T-Zelle trägt einen (T-Zellen-) Rezeptor CD3 und CD4 oder CD8, der sich an einen entsprechenden Rezeptor (MHC-Molekül) festhakt, der von der infizierten (Wirts-) Zelle dargeboten wird . Es gibt verschiedene T-Zellen-Unterpopulationen, z.B.
Übertragung von B. burgdorferi durch Milch (1, 2, 3).
Vakuole = kleiner wäßrig gefüllter Hohlraum von halb-, d.h. nur in einer Richtung, durchlässiger Membran umgeben.
Vancomycin = Antibiotikum, das den Aufbau
der Zellwand (grampositiver) Bakterien hemmt
(Zellwand-Antibiotikum). Vancomycin
blockiert den Zellwandaufbau direkt in der Zytoplasma-Membran (ZM), während die beta-Lactam-Antibiotika an deren dem periplasmatischen Raum zugewandten Außenfläche dieser Membran wirken.
vasa (lateinisch) = Gefäß. Hier Wortteil für Blutgefäß.
vegetativ = gesteuert vom vegetativen, d.h. unbewußten, Nervensystem und seinen Funktionen.
ventrikulär = Ventrikel betreffend, Ventrikel (beim Herz) = Herzkammer.
Verteilungsvolumen (Volume of Distribution) V = fiktives Volumen. Es is definiert als
V = m/C
wobei
m = Menge des Antibiotikums im gesamten Körper (g). Sie wird aus der Menge des Antibiotikums berechnet, die verabreicht wurde.
C = Konzentration des Antibiotikums im Blut (g des Antibiotikums/ml Blut).
Example:
If 500 mg of digoxin were in the body of a 70-kg subject, a plasma
concentration C of approximately 0.7 ng/ml would be observed. Dividing
the amount of drug in the body (500 mg) by the plasma concentration (0.7
ng/ml) yields a volume of distribution for digoxin of about 700 liters,
or a value ten times greater than the total body volume of a 70-kg man.
In fact, digoxin, which is relatively hydrophobic, distributes preferentially
to muscle and adipose tissue and to its specific receptors, leaving a very
small amount of drug in the plasma.
Virulenz (lat. virulentus = voller Gift) = Grad der Agressivität von Mikroorganismen.
vls = vmp-like sequence, eine DNA-Sequenz auf einem Gen. Die Sequenzen werden mit Großbuchstaben, z.B. E, unterschieden, d.h. vlsE bezeichnet eine DNA-Sequenz auf einem Plasmid, die die Instruktionen zum Aufbau eines Haupt-Oberflächenproteins von Bb kodiert enthät ("kodiert"). VlsE ist das dazugehörende System.
vmp = variable major protein, ein Gen, das die Instruktionen zur Herstellung (expression) eines Haupt-Proteins von Bb enthält. Kleinschreibung bezeichnet die DNA-Sequenz, Großschreibung das dazugehörende DNA-System..
Western Blot (WB) = Nachweis von (im allgemeinen freien, d.h. nicht in Komplexen gebundenen)
Bei Borreliose beeinflussen Antigen- oder Antikörper-Komplexe das Test-Ergebnis. Sie müssen vor Testbeginn aufgebrochen werden. Wenn dies nicht ausdrücklich in der Mitteilung des Testergebnisses vermerkt ist, sollte man davon ausgehen, daß es nicht geschehen ist, d.h. solche Komplexe ignoriert wurden, und daß daher das Testergebnis einen unbekannten Fehler aufweist.
Siehe auch
Technischer Hintergrund
Schritte beim Western Immunoblot
siehe auch Amersham Selection Guide Western Blotting oder Brouqui et al., Guidelines for the diagnosis of tick-borne bacterial diseases in Europe (2004)
Fehler beim WB:
For "epidemiological purposes" the CDC eliminated from the Western Blot analysis the reading of bands 31 (OspA) and 34 (OspB). These bands are so specific to Borrelia burgdorferi that they were chosen for vaccine development. Since a vaccine for Lyme disease is currently unavailable, however, a positive 31 or 34 band is highly indicative of Borrelia burgdorferi exposure. Yet these bands are not reported in commercial Lyme tests. (Quelle: International Lyme and Associated Disease Society (ILDAS), Basic Information about Lyme Disease)
WB bei Borreliose
(nach JJ Burrascano, The
New Lyme Disease: Diagnostic Hints And Treatment Guidelines For Tick
Borne Illnesses, 1998):
Wirt-Pathogen-Wechselwirkung (auch Erreger-Wirt-Wechselwirkung): A. Casadevall und L.A. Pirofski schlagen in einem Übersichtsartikel "Wirt-Krankheitserreger-Zusammenwirken: Eine Neufassung der grundlegenden Vorstellungen von Virulenz und Pathogenität" (Infection and Immunity, 1999; 67:3703-3713, im Cache) eine neue Einteilung der mikrobiellen Krankheitserreger vor. Sie berücksichtigt u.a. deren Fähigkeit, den Wirt (Patienten) unter Umständen umso mehr zu schädigen, je stärker dessen Immunabwehr ist. Im einzelnen teilen die Autoren die Wirkung von Mikroorganismen entsprechend der Beziehung zwischen Schädigung und Immunantwort (des Wirts) in 6 Klassen ein:
Interactions between symbiotic or pathogenic microbes and the hosts they colonize are central to both health and disease. This rapidly advancing field is now bearing the fruits of interdisciplinary efforts by microbiologists, immunologists, cell biologists, geneticists and ecologists.Artikel in Cache:
- Host-microbe interactions, Claudia Lupp, doi:10.1038/449803a (Original)
- The Human Microbiome Project, Peter J. Turnbaugh, Ruth E. Ley, Micah Hamady, Claire M. Fraser-Liggett, Rob Knight & Jeffrey I. Gordon, doi:10.1038/nature06244 (Original)
- An ecological and evolutionary perspective on human-microbe mutualism and disease, Les Dethlefsen, Margaret McFall-Ngai & David A. Relman, doi:10.1038/nature06245 (Original)
- Recognition of microorganisms and activation of the immune response, Ruslan Medzhitov, doi:10.1038/nature06246 (Original)
- Manipulation of host-cell pathways by bacterial pathogens, Amit P. Bhavsar, Julian A. Guttman & B. Brett Finlay, doi:10.1038/nature06247 (Original)
- Bacterial pathogenomics, Mark J. Pallen & Brendan W. Wren, doi:10.1038/nature06248 (Original)
....
Persistent pathogens; lessons to be learned from Lyme disease.
Lyme arthritis provides an excellent example of how inflammatory arthritis with features suggesting an autimmune pathogenesis can in fact be caused by an occult microbial pathogen. Many of the initial cases of Lyme disease were mistaken for juvenile rheumatoid arthritis before a series of landmark epidimiologic laboratory investigations determined that the disease results from infection with the spirochete Borrelia burgdorferi, which is transmitted by the bite of the deer tick Ixodes dammini.
... The many studies that have followed from this discovery have made Lyme disease perhaps the best example of a chronic athritis with a known ethiology. Arthritis occurs in approximately 60% of patients with untreated Lyme disease, and becomes chronic in 10% of cases, with erosions of cartilage and bone and synovial histopathologic features similar in many ways to those of reactive arthritis....
In contrast to reactive arthritis, lyme arthritis may be the result of an immune response in tissues that are persistently infected by viable, replicating microorganisms...."
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Von links nach rechts, eine
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Zeckenentfernung sollte geschehen
Zelle eines gram-negativen Bakteriums - Schnitt von innen (unten) nach außen (oben) - (siehe auch ausführlichere Skizze):
----------------- äußere Membran (AM) mit nach außen ragenden LPS
periplasmatischer Raum mit beta-Lactamasen, Penicillin-bindenden Proteinen (PBP), Lipoproteinen (Osp's)
- - - - - - - - - - Zellwand (ZW)
periplasmatischer Raum mit beta-Lactamasen, Penicillin-bindenden Proteinen (PBP)
zyklisch auftretende Symptome: Viele an Lyme-Borreliose erkrankte Menschen stellen fest, daß ihre Krankheitssymptome periodisch auftreten. Dies wurde auch bei anderen Krankheiten beobachtet und zur Steuerung der Therapie benutzt (1, 2).
Damit ist gemeint, daß der Zeitspanne, in der man sich krank fühlt, eine Spanne des Besserfühlens folgt. Danach beginnt wieder eine Zeit mit Krankheitssymptomen. Der zeitliche Abstand vom ersten Tag der Spanne des Sich-Krank-Fühlens bis zum ersten Tag der darauf folgenden Spanne mit Krankheitssymptomen wird Periodendauer der Symptome genannt. Diese Dauer liegt häufig bei 2 - 4 Wochen.
Viele Frauen stellen fest, daß ihre Krankheitssymptome abhängig vom Stadium der Erkrankung zu bestimmten Zeiten ihres Menstruationszyklus gehäuft auftreten, der Krankheitszyklus und der Menstruationszyklus also synchronisiert sind.
Zystitis = Entzündung der Harnblasenschleimhaut, die in tiefere Schleimhautschichten vordringen kann.
zyt- (griechischer Wortstamm) Zelle.
Zytokine = niedermolekulare Proteine, welche die Intensität und Dauer der Immunabwehr regeln, indem sie auf Lymphozyten und andere Immunzellen wirken
Zytosol (engl. cytosol) = Zellplasma (auch Zytoplasma).
48 - 72 Stunden: Agger WA, Callister SM, Jobe DA, "In vitro susceptibilities of Borrelia burgdorferi to five oral cephalosporins and ceftriaxone", Antimicrob Agents Chemother 1992 Aug;36(8):1788-90.